Der Schwarze Rindenbrand ist eine Krankheit, die Kernobst befällt und von Pilzen der Gattung Diplodia hervorgerufen wird, begünstigt durch Trockenstress und Hitze. Seit den 2000er Jahren tritt der Schwarze Rindenbrand vermehrt auf, bekannt ist er jedoch schon seit dem 20. Jahrhundert.

Verlauf Durch Hitze und Trockenstress entstandene Risse in der Rinde sind nach einer Nässephase Eintrittspforten für die Pilzgattung Diplodia, einen Schwächeparasit. In Deutschland wurden bislang sechs Arten davon bei Apfelbäumen nachgewiesen, in mehr als der Hälfte der untersuchten Fälle handelte es sich um Diplodia bulgarica, gefolgt von Diplodia seriata, Diplodia mutila und Diplodia malorum. Nach einer Besiedelung verfärbt sich die Rinde an diesen Stellen (überwiegend am Stamm und an stärkeren Ästen) schwarz und erweckt den Eindruck, als ob es an diesen nekrotischen Stellen gebrannt hätte. Dieses Kennzeichen ist namensgebend für die Erkrankung. Infizierte Stellen werden vom Baum nicht überwallt; im weiteren Verlauf löst sich die Rinde vom Stammholz, das Kambium darunter ist dunkel verfärbt und abgestorben. Der Pilz gilt als „Türöffner“ für weitere holzzersetzende Pilze. Insbesondere jüngere Apfelhochstämme sind betroffen, da deren Rinde relativ glatt und empfindlich ist.

Behandlung Es gibt derzeit noch kein Pflanzenschutzmittel gegen den Schwarzen Rindenbrand. Befallene Astpartien und kleinere befallene Stellen können im Frühsommer unter Umständen ab- bzw. ausgeschnitten und mit einem fungizidhaltigen Wundverschlussmittel oder einem Lehmverband verschlossen oder ausgebrannt werden; bei großflächigem Befall greift diese Maßnahme jedoch nicht mehr. Bei Sorten, die zur Bildung von Luftwurzeln neigen, empfehlen sich solche Schnittmaßnahmen nicht. Befallenes entferntes Holz sollte vor Ort verbrannt oder abgedeckt werden, um die Verbreitung der Sporen zu verhindern. Zu den Vorbeugemaßnahmen zählen eine gute Versorgung mit Wasser und Nährstoffen (auch durch eine freie Baumscheibe), die Vermeidung von Verletzungen, ein fachgerechter Schnitt, Schutz vor Wühlmäusen und Wildverbiss sowie das Weißeln der Obstbäume. Das Werkzeug sollte vor und nach dem Schnitt eines jeden Baumes desinfiziert werden und es sollten Einmalhandschuhe getragen werden.

Anfälligkeit verschiedener Sorten Generell ist der Befall an Südlagen, trockenen und heißen Standorten sowie auf flachgründigen Böden wahrscheinlicher. Als widerstandsfähiger gelten die Sorten Bittenfelder, Bohnapfel, Brettacher, Delia, Enterprise, Jakob Lebel, Primiera, Rewena und Winterrambur; eher anfällig sind Gehrers Rambur, Gewürzluiken, Glockenapfel, Hauxapfel, Kardinal Bea und Topaz.

Einzelnachweise

Kategorie:Pflanzenkrankheit