mini|VEB Bau-Union Süd Der VEB Bauunion Süd Dresden war ein volkseigener Betrieb der DDR, der am 1. Oktober 1952 gegründet wurde, seine Hauptverwaltung in Dresden, Zwickauer Straße 27. und der Kasernierten Volkspolizei unterstellt war. Er war Teil der Bauwirtschaft und an verschiedenen Großprojekten wie die Landesverteidigung, dem Autobahnbau und dem Aufbau der Industrie beteiligt. Der Betrieb wurde 1990 in die Bau Union Süd GmbH umgewandelt, welcher später privatisiert wurde.
Beginn und Betriebsgründung Zum Zeitpunkt der Gründung des VEB Bau-Union Süd, am 1. Oktober 1952, in einer Periode des zielstrebigen Beginns des Aufbaues der DDR nach der Übernahme des Erbes des Zweiten Weltkrieges und der Kampf und die Auseinandersetzung der Gesellschaftsordnungen betont intensiv ausgetragen wurden. Der Betrieb war dem Ministerium des Innern - Kasernierte Volkspolizei - Bauverwaltung unterstellt, sowie später des VEB Autobahnbaukombinat, gegründet am 1. Januar 1964. Entsprechend der sich politischen wandelnden Schwerpunkte und einhergehend mit einer zunehmenden Spezialisierung wurden dem Betrieb andere Betriebe ein- bzw. ausgegliedert. Die Grundlagen waren durch die Enteignung und Bodenreform vom 30. Juni 1946 die wesentlichen Voraussetzungen für die Zusammensetzungen und Vereinigungen aller Bau- und Ingenieurbaubetrieben. Im Jahr 1950 erfolgte die Zusammenlegung aller volkseigenen Baukapazitäten im Südraum der DDR mit über 20.000 Werktätigen. Im Jahr 1951 wurden die gefestigten Baukapazitäten dezentralisiert in örtlich begrenzte Bau-Unionen gebildet. So wurde auch die VEB Bau-Union Dresden mit der Ausgliederung der Abteilung Straßen- und Wasserbau gegründet und hatte ihren Sitz im wieder aufgebauten Gebäude an der Zwickauer Straße 27. Mit Beginn der Wirksamkeit begannen die ersten Bauaufgaben in einem breit gefächerten Sortiment zur Überwindung der enormen Kriegsschäden mit dem Aufbau der jungen Wirtschaft und der wichtigen Sicherung der Landesverteidigung. Somit waren die Schwerpunkte vornehmlich in den Jahren 1953–1956 Aufbau und Landesverteidigung, von 1957 bis 1963 Industrieaufbau, von 1964 bis 1968 Bildung von Spezialkombinaten Verkehrsbau, in den Jahren 1968–1977 Autobahnneubau, z. B. Dresden – Leipzig, 1978–1990 komplexe Verkehrslösungen und einzelne Großbauwerke. Aus dem VEB Autobahnbaukombinat, Betrieb Brückenbau, Dresden entstand am 1. Mai 1990 die Bau Union Süd GmbH. ZeitraumBetriebsbezeichnungUnterstellung1.1.1953–31.12.1956VEB Bau-Union SüdMinisterium des Innern und Kasernierte Volkspolizei1.1.1957–31.12.1960VEB Bau-Union SüdMinisterium des Innern Hauptverwaltung Industrie- und Spezialbau1.1.1961–31.12.1963VEB Bau-Union SüdMinisterium für Nationale Verteidigung Bauverwaltung1.1.1964–30.6.1968VEB Bau-Union SüdSpezialbaukombinat Verkehrsbau Magdeburg im Ministerium für Bauwesen zuzüglich ab 1966 Brückenbaukapazitäten Brandenburg1.7.1968–31.12.1977Teilbetrieb DresdenAutobahnbaukombinat Magdeburg im Ministerium für Bauwesen1.1.1978–31.12.1990Betrieb VEB Brückenbau DresdenAutobahnbaukombinat Magdeburg im Ministerium für Bauwesen In der letzten Betriebsphase zusätzlich verantwortlich für Erdbau, Herstellen von Betonstraßen, Flugplatzbau und Brückenausrüstung (Betrieb Bernsdorf).
Kapazitätsentwicklung an ausgewählten Bauvorhaben
Zeitraum 1952–1955
Stärkung der Landesverteidigung, Kanalbau Brieselang und Stadtbrücke Frankfurt/Oder, Gleisgebundener Kies- und Betontransport, 1953: Erste Lieferung von Baumaschinen, Bagger und Raupen, aus der Sowjetunion, Beginn der gleislosen Betonförderung mit LKW 4x4 GAZ 51, hergestellt von Molotov, Fabrik bis 1975 Erste Versuche mit einem Eigenbau Betonstraßenfertiger mit Elektroantrieb, Umfangreiche Verteidigungsbauten im Norden der DDR zu Westdeutschland, Beginn der Herstellung von genormten Betonfertigteile.
Zeitraum 1956–1960
Bauten für die Landesverteidigung, Bau von Werkhallen für den Flugzeugbau bzw. Flugzeugindustrie in Dresden, Pirna, Schkeuditz, Eigene Betonwerke in Ottendorf-Okrilla, Pirna und Dresden, Kieswerk in Ottendorf, Montageausführungen mittels Derricks, Wippkran mit einer Tragfähigkeit von 5 t, Wohnungsbau Dresden-Südvorstadt, Zentralinstitut für Kernphysik Rossendorf, Herstellen und Verarbeiten von Schwerstbeton, Industriegebiet im Oberen Elbtal Pirna-Heidenau, Stahlwerk Riesa, Betriebe für die Glasindustrie, Flachglaswerk Torgau und Fernsehkolben Friedrichshain, Industriebauten in Dresden, Haus der Presse und Druckerei, Hochvakuum Kombinat Schwarze Pumpe, Brikettfabrik West, Flugbetriebsflächen in Dresden-Klotzsche, Erfurt, Schkeuditz und Mockau
Aufbau neuer Betonstraßen im Zeitraum 1955–1963
Ausbau der einspurigen Strecken und Rekonstruktion, Reko Schkeuditz-Freiwalde und Duben, erster Versuch mit Spannbeton, Flugplätze für die Luftverteidigung, Berlin-Schönefeld, Start und Landebahn II, Zubringer Schönefelder Kreuz-Bahnsdorf, Bauten der Staatsreserve,
Verkehrsbau im Kombinatsverband im Zeitraum 1964–1968
Saalebrücke Hirschberg, Reko der Autobahn Schleiz sowie Ergänzung Autobahn Gotha, Fortsetzung der Flugplätze der Luftverteidigung, Brückenmontage mit MK 500 Muldenstein bei Bitterfeld, Schnellbahn Halle-West Montage der Brücken der Kohlebahn Altdöbern, Autobahnzubringer Wandlitz, Brückenverbreiterung für Elektrifizierung der Strecke DR Oschatz-Wurzen, Beginn der Elbbrücke in Dresden (spätere Carolabrücke)
Spezialisierter Brückenbau im Kombinatsverband im Zeitraum 1968–1990
Rostocker Autobahn, einschließlich Berliner Ring, Hermsdorfer Kreuz-Hirschberg, Stadtautobahn Magdeburg, Autobahn Eisenach-Wartha, Potsdam Hochstraße und Havelübergang, Verlegung von Straßenund Brücke + in den Braunkohlerevieren, Neubauerschließung Leipzig Grünau und Gera Lusan, Verkehrskomplex Karl-Marx-Stadt und Leisnig (Muldenübergang), Erweiterung der Viadukte für Elektrifizierung Göhren, Neumilkau, Crossen und Hetzdorf, Über 20 Brückenbauwerke in der Hauptstadt Berlin, Buchwitzbrücke (Brücke Industriegelände) in Dresden, Elbbrücke Wittenberge, Havelbrücke Brandenburg, Elektrifizierung der DR Strecken um Oranienburg, Brücken im EKO Eisenhüttenstadt, Brücken der Kohlebahn Altdöbern, Strecke Luka-Groitzsch, Erstanwendung des Taktverfahrens, Brücke Warnowübergang in Rostock, Bahnhofserweiterung Grenzübergang Bad Schandau, Fähranleger I und II Hafen Mukran mit umfangreichen Stützmauern, Montagen und Demontagen verschiedener Industriezweige.
Export im Zeitraum 1978–1990
Ingenieurtechnische Consultingleistungen z. B. Algerien, Jemen und Irak, Bau der Nationaldruckerei in Conakry in Guinea, Kapazitäten beim Bau der Erdgastrasse Orenburg/Sowjetunion, Brückeninstandsetzungen in der VR Mocambique, Umfangreiche Brückenbauleistungen in Schleswig-Holstein, BRD, Lieferung von Brückenausrüstungen für die Sowjetunion, CSSR, Ungarn, Bulgarien, Vietnam und BRD, Brücken und Tunnelbau in Aden VDR/Jemen.Jürgen Langrock, Joachim Schuchardt, Wolfgang Verch: Betonbrückenbau. Verlag für Bauwesen, 1979.Eckhard Thiemann, Wolfgang Verch, Herbert Liman: Brücken in Brandenburg. Verlag Marika Großer, Berlin 2004.
Am 1. Mai 1990 wurde in Dresden der Vorgängerbetrieb in Bau Union Süd GmbH privatisiert und umgewandelt.
Literatur
Jürgen Langrock, Joachim Schuchardt, Wolfgang Verch: Betonbrückenbau. Verlag für Bauwesen, 1979. 30 Jahre Autobahnbaukombinat Betrieb Brückenbau Dresden. Verlag PolyDruck Freital beim Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden, Freital 1982. 35 Jahre Autobahnbaukombinat Erinnerungsschrift Betrieb Brückenbau Dresden. Verlag PolyDruck Freital beim Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden, Freital 1987. Technikgeschichte des Straßenwesens der DDR. FGSV-Verlag, Köln 1999. Wolfgang Verch: 35 Jahre Planung und Ausführung von Spannbeton-Straßenbrücken in der DDR. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen Universität Dresden. 47, 1998. Eckhard Thiemann, Wolfgang Verch, Herbert Liman: Brücken in Brandenburg. Verlag Marika Großer, Berlin 2004, ISBN 3-910134-04-1.
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemaliges Bauunternehmen (Deutschland) Kategorie:Autobahnverkehr (Deutschland) Kategorie:Straßenverkehr (DDR) Bruckenbau Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Dresden) Kategorie:Unternehmensgründung 1952 Kategorie:Aufgelöst 1990