Ciuleandra ist ein rumänisch-deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1985 unter der Regie von Sergiu Nicolaescu. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman des rumänischen Schriftstellers Liviu Rebreanu aus dem Jahr 1927. Der Film wurde von Rumänien als offizieller Beitrag für die Kategorie Bester fremdsprachiger Film bei der 58. Oscarverleihung eingereicht, erreichte jedoch keine Nominierung.Cinemagia: Ciuleandra (1985). Abgerufen am 5. Dezember 2025.List of Romanian submissions for the Academy Award for Best International Feature Film. Abgerufen am 5. Dezember 2025.

Handlung In einer stürmischen Nacht des Jahres 1925 erdrosselt der junge Adelige Puiu Faranga seine Ehefrau Mădălina in einem impulsiven Anfall aus Leidenschaft und Eifersucht. Entsetzt über seine Tat geht er ins Wohnzimmer des Palastes und gesteht seinem Vater Policarp Faranga die Tat. Policarp Faranga, der Justizminister ist, ruft daraufhin umgehend den Polizeipräfekten und den Staatsanwalt Zamfir an. Sie beschließen, den Fall zu vertuschen. Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, lässt sein Puiu seinen Sohn in das Sanatorium von Professor Chirileanu einweisen. Der Minister möchte für seinen Sohn ein ärztliches Attest erhalten, das dessen vorübergehende Geisteskrankheit bestätigt, und behauptet, dass er zum Zeitpunkt der Begehung der Straftat nicht voll zurechnungsfähig wäre.

Da Professor Chirileanu drei Monate an der Côte d’Azur verbringt, soll die Untersuchung des Patienten von seinem Assistenten Dumitru Aioanei durchgeführt werden. Der Minister ordnet an, dass sein Sohn im Sanatorium bevorzugt behandelt wird.

Obwohl Faranga gehofft hat, seinem Sohn durch die Einweisung in die Heilanstalt Seelenfrieden zu verschaffen, entpuppt sich der Ort als Weg in den Wahnsinn ohne Wiederkehr. Von der ersten Nacht an plagen den Puiu Albträume. Puiu besteht darauf, die Konsequenzen seines Handelns zu tragen, und beteuert gegenüber dem Arzt, nicht verrückt zu sein. Der Psychiater versichert ihm, dass sie gemeinsam die Erklärung für das Verbrechen finden werden. In den täglichen Gesprächen mit Dr. Aioanei analysiert Puiu die wichtigen Ereignisse seines Lebens, die in einer Rückblende erzählt werden:

Während eines Aufstands im Jahre 1907 zünden Bauern Farangas Gut an. Sie werden von einem Erschießungskommando hingerichtet, doch bevor sie sterben, beginnen die Verurteilten, den Ciuleandra-Tanz zu tanzen. Aus Angst vor einer Wiederholung des Aufstands und dem Verlust der Güter erkennt Policarp Faranga an, dass seine Familie Nachkommen brauchte. Er beschließt, dass sein Sohn ein Mädchen seiner Wahl heiraten solle.

Auf dem Weg zum Gut Mănești machen Vater und Sohn in einer Taverne Halt. Auf der Veranda der Taverne beobachtet Puiu tanzende Menschen und lässt sich in den Bann der jungen Mădălina Crainicu ziehen. Policarp willigt ein und bietet Mădălinas Mutter 50.000 Lei und ein Stück Land für Mădălina und verspricht, für ihre Ausbildung zu sorgen. Sie stimmt zu und Mădălina wird nach Bukarest gebracht. Sie erhält den Namen Madeleine. Policarp bringt sie in ein Internat in der Schweiz und anschließend nach Berlin, Wien, Paris und London. Nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland wird Madeleine in die adlige Gesellschaft eingeführt. Vier Jahre nachdem er sie nach Bukarest gebracht hat, heiratet Puiu Madeleine.

Puiu glaubt zunächst, sie nicht zu lieben, und betrügt sie zunächst. In jener Nacht gesteht ihr Puiu seine Liebe und bittet sie, diese zu erwidern. Doch Madeleine schweigt. Der Film knüpft damit an den Beginn der Handlung an.

Policarp Faranga versucht im weiteren Verlauf, Puiu aus dem Sanatorium zu holen. Zutiefst erschüttert weigert sich Puiu, das Sanatorium zu verlassen, und sein Vater bittet den Arzt, seinen Sohn einer Elektroschocktherapie zu unterziehen. Als Puiu erfährt, dass der Psychiater der Sohn des Lehrers aus Vărzari ist, sucht er ihn auf, um ihn zur Rede zu stellen. Der Arzt gesteht ihm, dass er Mădălina geliebt habe und sie heiraten wollte. Dr. Aioanei behauptet, Puiu habe Mădălina nicht erwürgt, sondern beim Kauf wie Vieh getötet. Dr. Aioanei erklärt, er werde sich nicht an dem Mörder rächen, sondern lediglich seine Pflicht erfüllen. Er entlässt Puiu, der sich in der darauffolgenden Nacht an einem Baum vor dem Sanatorium erhängt.

Produktion Die Produktion entstand als rumänisch-westdeutsche Koproduktion zwischen Casa de Filme Trei, Studioul Cinematografic București und Cine TV Berlin. Gedreht wurde überwiegend in Rumänien.

Kritik Der Film kam 1985 in die rumänischen Kinos und wurde im Folgejahr als offizieller rumänischer Beitrag für den Oscar um den besten fremdsprachigen Film eingereicht. Kritiken lobten die atmosphärische Bildgestaltung, die Intensität der Figurenzeichnung sowie die Ausgestaltung des „Ciuleandra“-Tanzes.Radio România Cultural: „Teatru și filme românești: Ciuleandra (1985)“. Abgerufen am 5. Dezember 2025.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmdrama Kategorie:Rumänischer Film Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 1985