mini|„Rote Bank“ in San Quirico d’Orcia (Italien) Das Projekt Rote Bänke (it: panchine rosse) ist eine Aktion, die auf Gewalt gegen Frauen und Femizide aufmerksam machen soll.

Das 2014 in Turin ins Leben gerufene Projekt entwickelte sich zu einer landesweiten Initiative, die sich in Parks und öffentlichen Räumen von Stadtzentren, Vororten und kleineren Gemeinden in ganz Italien verbreitete und zu einem erkennbaren Symbol für die abwesende, getötete oder verletzte Frau auf der Bank geworden ist. Inzwischen stehen „rote Bänke“ in zahlreichen Städten, auch weltweit.

Geschichte mini|„Rote Bank“ auf dem Gelände der Fakultät für Bildende Künste der Universidad Nacional de La Plata in Argentinien Das Projekt „Rote Bänke gegen Gewalt an Frauen“ wurde 2014 von einem Bezirk der Stadt Turin in Zusammenarbeit mit dem Verein Acmos (Aggregazione, Coscientizzazione, Movimentazione Sociale) ins Leben gerufen zum Gedenken an Frauen, die durch „brutale Gewalt von Partnern, Ehemännern, Freunden, Verwandten, Bekannten und manchmal auch Fremden” ums Leben gekommen sind. Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wurde am 26. November 2014 die erste rote Bank in Turin aufgestellt.

Im Januar 2016 kamen in Turin weitere zehn rote Bänke hinzu, die vom Graffitikünstler Karim Cherif mit zwei großen Augen und Zitaten von bekannten Schriftstellern bemalt wurden. Die Initiative wurde jedoch von örtlichen Mitgliedern der Lega Nord abgelehnt sowie vom Generalsekretär der Lega, Matteo Salvini, der in einem Interview mit La Stampa die roten Bänke als „nutzlos“ bezeichnete. „Drogendealer und Zuhälter“ würden sich auf die Bänke setzen, während man, um Frauen zu helfen, mehr Kindergärten und weniger Einwanderer benötige. Mauro Laus von der Partito Democratico und damaliger Präsident des Regionalrats von Piemont schlug hingegen vor, das Projekt der roten Bänke auf ganz Italien auszuweiten.

Die „roten Bänke“ verbreiteten sich in der Folge in ganz Italien und in verschiedenen Ländern der Welt. In Deutschland etwa finden sich rote Bänke in mehreren Städten, darunter in Aschaffenburg, in Hannover, Kerstin Hergt: Zeichen gegen Gewalt an Frauen: Darum stehen in Hannover rote Bänke in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 7. Juni 2026 in Hürth, in Berlin, und in Jena. Die erste „rote Bank“ in Österreich wurde 2021 in Eisenstadt aufgestellt. In der Schweiz stehen „rote Bänke“ etwa in Olten und in Angera.

Es liegen keine Zahlen darüber vor, wie viele „rote Bänke“ es inzwischen europaweit gibt.

Symbolik Eine „rote Bank“ soll den leeren Platz darstellen, den eine ermordete oder verletzte Frau hinterlassen hat: Passanten sind eingeladen, sich zu setzen und den Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, Momente des Nachdenkens zu widmen.

Die Farbe Rot soll das vergossene Blut der Opfer symbolisieren wie bei der Installation Zapatos Rojos der mexikanischen Künstlerin Elina Chauvet. Dabei platzierte sie 2009 erstmals 33 Paar blutrote Damenschuhe auf einem Platz in von Ciudad Juárez in Mexiko, die für 33 getötete Frauen standen.

Orangefarbene Bank mini|hochkant|Orangefarbene Bank in Köln Angelehnt an die Initiative der Vereinten Nationen, die die Farbe Orange als Signal gegen Gewalt gegen Frauen nutzt, werden orangefarbene Bänke mit derselben Intention aufgestellt.

Weblinks

https://radiogold.it/news-alessandria/421660-tortona-panchina-rossa-giulia-cecchettin-tutte-vittime-femminicidio/

Einzelnachweise

Kategorie:Farbsymbolik Kategorie:Politisches Instrument Kategorie:Gewalt gegen Frauen