Die Synagoge in Harpstedt befand sich in der Großen Eßmerstraße 11 im Flecken Harpstedt. Sie entstand 1840 und wurde im Laufe der NS-Zeit außer Gebrauch gesetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie stark beschädigt.
Geschichte Erste jüdische Ansiedlungen in Harpstedt lassen sich bis ins frühe 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Familie Goldschmidt zählt dabei zu den frühesten bekannten jüdischen Bewohnern und stellte bis in das 20. Jahrhundert durchgehend die Vorsteher der Gemeinde. Bis Ende der 1830er Jahre diente ein Raum im Haus der Familie Goldschmidt als Betraum der kleinen jüdischen Gemeinde. 1840 errichtete die Gemeinde mit finanzieller Hilfe der Vorsteherfamilie eine Synagoge in der Großen Eßmerstraße. Die jüdischen Kinder erhielten bis Mitte des 19. Jahrhunderts Religionsunterricht in diesem Gebäude, später besuchten sie öffentliche Schulen.
Baubeschreibung Bei der Synagoge, von der sich keine Abbildung erhalten hat, handelte es sich um ein kleines Gebäude, das architektonisch kaum von der übrigen Wohnbebauung abgehoben war. Das Gebäude soll jedoch auch äußerlich als Synagoge zu erkennen gewesen sein.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 803.
Gemeindeentwicklung und Zerstörung Die Gemeinde blieb während der gesamten Zeit ihres Bestehens klein. Die Zahl der jüdischen Einwohner Harpstedts schwankte über die Jahrzehnte, ging aber kontinuierlich zurück. 1933 lebten nur noch sieben Juden im Flecken. Die abnehmende Zahl der Gemeindemitglieder und die wirtschaftlichen und sozialen Zwänge führten dazu, dass das Synagogengebäude 1936 verkauft wurde. Danach als Werkstatt genutzt, wurde es im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und schließlich 1974 überbaut.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 803-804.
Gedenken Während der Ort der ehemaligen Synagoge bis jetzt kein Erinnerungsort wurde, erinnern in Harpstedt am ehemaligen Amtshof und auf dem Friedhof zwei Findlinge mit gleichlautenden Gedenktafeln an die Opfer der Verfolgung und an die jüdische Gemeinde Harpstedts.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 806.
Siehe auch Liste der im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 zerstörten Synagogen Jüdischer Friedhof (Harpstedt)
Weblinks Harpstedt auf juedische-gemeinden.de Synagoge Harpstedt im Kirchengemeindenlexikon
Einzelnachweise
Harpstedt Harpstedt Harpstedt Synagoge Kategorie:Bauwerk in Harpstedt Kategorie:Sakralbau im Landkreis Oldenburg