Die Synagoge in Harzburg befand sich im Gartenbereich des ehemaligen Hotels Parkhaus in der Herzog-Wilhelm-Straße 104 in Bad Harzburg. Sie diente jüdischen Einwohnern sowie den jüdischen Kurgästen der Stadt als Betstätte.
Geschichte Um 1900 richteten die jüdischen Betreiber des Hotels Parkhaus auf ihrem Grundstück eine private Synagoge ein, die für Gottesdienste während der Kuraufenthalte genutzt wurde. Das Hotel war für sein koscheres Angebot bekannt und zog eine größere Zahl jüdischer Gäste an, sodass ein Betraum notwendig wurde.
Die Synagoge war in das Grundstück des Hotels integriert und wurde als sogenannte Privatsynagoge betrieben, war damit also kein repräsentativer öffentlicher Bau, sondern ein innerhalb des Hotelensembles eingerichteter Betsaal.
Baubeschreibung Die Synagoge war ein kleiner, freistehender Holzbau im Stil des späten 19. Jahrhunderts. Der rechteckige Grundkörper wurde von einer achteckigen, leicht erhöhten Kuppel mit dekorativer Spitze überragt, die dem Gebäude einen orientalisierenden Charakter verlieh. Schmale, hochgezogene Rundbogenfenster und reich gegliederte Holzverkleidungen prägten die Fassaden. Die Synagoge fügte sich mit ihrer filigranen Architektur harmonisch in die parkähnliche Umgebung ein.Die Baubeschreibung fußt auf einer erhaltenen Fotografie, abgedruckt in Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 810. Die Abbildung ist auch unter https://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/e-g/754-goslar-niedersachsen (Abschnitt Harzburg) zu finden
Zerstörung und Novemberpogrom Das Hotel Parkhaus musste aufgrund der Boykottmaßnahmen 1935 verkauft werden (Arisierung). Der neue Besitzer ließ die Synagoge in der Folge 1935/36 abreißen, aus den noch verwertbaren Überresten wurde ein Stall errichtet.Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen 809–811. Das Novemberpogrome 1938 wurde von dem Gestapobeamten Ebeling organisiert. Ein Kommando der SS-Junkerschule Braunschweig und örtliche SA-Mitglieder nahmen an dem „Volksaufruhr“ in Zivil teil. Die jüdischen Gäste einer Hochzeitsfeier im Hotel Ernst August wurden im Beisein des Stadortführers Kurt Gödecke durch Ebeling in „Schutzhaft“ genommen. Im Rathaus und auf dem Weg dorthin wurden die jüdischen Schutzhäftlinge misshandelt.
Erinnerung Heute erinnern Stadtrundgänge und Bildungsprojekte an die frühere Synagoge und das jüdische Leben in Bad Harzburg. Einen baulich hergestellten Erinnerungsort gibt es allerdings nicht.
Siehe auch Liste der im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 zerstörten Synagogen
Weblinks
Einzelnachweise
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