Paula Nascimento (* 1981 in Luanda) ist eine angolanische Architektin und Kuratorin. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit bildender Kunst und deren Schnittstellen zu Städtebau, Geopolitik und Kunstpädagogik. Mit Stefano Rabolli Pansera verantwortete sie 2013 den angolanischen Pavillon auf der 55. Biennale di Venezia. Er wurde mit dem Goldenen Löwen für den beste nationale Beitrag ausgezeichnet.
Biografie Paula Nascimento studierte Architektur an der Architectural Association School of Architecture und der London South Bank University (LSB). Sie arbeitete anschließend in Architekturbüros in Porto und London, u. a. bei Álvaro Siza Arquitectos, dem australischen Büro RDA Architects und dem britischen Büro Bates Zambelli Architects.
Nascimento gründete mit anderen Beyond Entropy Africa und forschte zu Architektur, Bildender Kunst und Geopolitik (2010 bis 2016). Mit einem der Projekte, dem angolanischen Pavillon Luanda Encyclopedic City, war sie auf der Biennale di Venezia 2013 vertreten. Der Beitrag wurde mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Dies war das erste Mal, dass ein Beitrag aus einem afrikanischen Land mit diesem Preis ausgezeichnet wurde. mini|Angolanischer Pavillon, Expo 2015 mini|Angolanischer Pavillon, Expo 2015 Als freie Kuratorin setzte sich Paula Nascimento interdisziplinär mit Postkolonialismus, Konstruktionen von Identität sowie zeitgenössischen Interpretationen historischer Themen in und um Afrika und dem globalen Süden auseinander. Im Rahmen des Forschungsstipendiums der ICI untersuchte sie die künstlerischen Praktiken von Künstlerinnen aus vertriebenen Gemeinschaften zwischen Angola, Südafrika und Namibia. Sie dokumentierte die Folgen des südafrikanischen Grenzkriegs und untersuchte Hintergründe.
Sie kuratierte Ausstellungen in ihrer Heimat Angola sowie in Südafrika, Portugal (afrikanischen Sektion bei der Arco Lisbon Kunstmesse) und Italien (Angola-Pavillon auf der Expo 2015 Mailand). Nascimento lieferte Beiträge für die Rencontres de Bamako – Afrikanischen Biennale für Fotografie, Experimenta Design ebenso wie die VI. und VII. Lubumbashi Bienial (2019, 2022). Sie war Gründungsmitglied des in Luanda ansässigen multidisziplinären Kollektives Colectivo Pes Descalços (aktives Mitglied 2012 bis 2020), das sich Kulturpädagogischen Projekten widmet. Mit dem Beitrag Unfolding Urban Ambiguities: Prédio do Livro nahm Nascimento an der Biennale di Venezia 2021 teil. 2022 gehörte sie zur Jury der Stipendien für das Berliner Künstlerprogramm 2023 des DAAD. Zwischen 2022 und 2025 war sie Vorsitzende des künstlerischen Beirats der Nesr Art Foundation, kuratorische Beraterin des Hangar – Zentrums für künstlerische Forschung und Mitglied des Ankaufskomitees des CAM – Zentrums für Moderne Kunst der Calouste-Gulbenkian-Stiftung. Sie wurde gemeinsam mit Angela Harutyunyan zur Kuratorin der 17. Sharjah-Biennale ernannt.
Auszeichnungen (Auswahl)
2013 Goldener Löwe, Biennale di Venezia 2013 Angolanischer Preis 35 Graus – Arte e Cultura 2015 ArcVision Women for Expo Special Award 2016 Angolanischer Preis 35 Graus – Arte e Cultura 2017 African Architecture Award 2022 Okwui-Enwezor-Forschungsstipendium, Independent Curators International ICI
Literatur
Weblinks
Curating Art: Transnational, Collaborative, and Interdisciplinary, Podcast des Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) Website Paula Nascimento (en)
Einzelnachweise
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