Egbert Höflich (* 29. Januar 1929 in Leschnitz, Kreis Groß Strehlitz, Provinz OberschlesienBlätter für deutsche und internationale Politik, 13. Jahrgang (1968), Heft 11 (November 1968), S. 1226.; † 3. Februar 2018Traueranzeige für Egbert Höflich, Wir trauern) war ein deutscher römisch-katholischer Theologe, Philosoph und Ministerialbeamter.

Leben und Wirken Höflich war das jüngste Kind des promovierten Juristen und Bürgermeisters der Stadt Leschnitz, Richard Höflich (1879–1930), und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Kascha (* 1888 in Nikolai).Datensatz zu Richard Höflich im Katalog der Deutschen NationalbibliothekStandesamtsregister auf der Internetseite der Oberschlesischen Genealogischen Vereinigung „Silius Radicum“ (polnisch) Nach dem Tode seines Vaters wuchs er mit seiner Familie bei einem Onkel, dem Pfarrer Berthold Kascha (1894–1967)Peter Chmiel, Helmut Neubach, Nikolaus Gussone (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte Schlesiens im 19. und 20. Jahrhundert (= Stiftung Haus Oberschlesien: Schriften der Stiftung Haus Oberschlesien, Band 1). Laumann-Verlag, Dülmen 1987, ISBN 978-3-87466-099-0, S. 103.Tygodnik Prudnicki, Oktober 1999, S. 9. (sbc.org.pl), in Oberwitz und Leuber auf. Von 1935 bis 1939 besuchte er die Volksschule und anschließend die staatliche Oberschule für Jungen in Neustadt/Oberschlesien (Fürst-Blücher-Schule). Im September 1944 wurde Höflich zum Volkssturm einberufen und geriet im März 1945 in russische Kriegsgefangenschaft, der er sich im Juni 1945 durch Flucht entziehen konnte.Lebenslauf. In: Egbert Höflich: Die Prinzipienlehre des platonischen Dialogs Parmenides. Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität München 1954.

In Folge des Kriegsausgangs wurde Höflich aus Schlesien vertrieben und besuchte ab Oktober 1945 die Kirchenmusikschule Regensburg, wo er im Juli 1947 das Abschlussexamen erlangte. 1948 bestand er das Abitur am Regensburger Neuen Gymnasium und begann im selben Jahr ein Studium an der Philosophisch-theologischen Hochschule Regensburg. Im Sommersemester 1949 wechselte Höflich an die Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er über die Regensburger Fächer katholische Theologie und klassische Philologie hinaus auch Philosophie, Psychologie und Volkswirtschaft studierte, insbesondere bei Alois Dempf, Philipp Lersch und Gottlieb Söhngen. 1954 wurde er dort bei Alois Dempf mit der Arbeit Die Prinzipienlehre des platonischen Dialogs Parmenides zum Dr. phil. promoviert. Anschließend erhielt er ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft für Untersuchungen über das Problem der contractio in der Philosophie des Nikolaus von Kues.Bericht der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1956/57, , Bad Godesberg 1957, S. 137.Egbert Höflich: Was kann ich glauben? Gedanken zur Zukunft der Kirche. Radius, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-87173-926-2, S. 5.

Am 8. August 1954Kölnische Rundschau/Rhein-Sieg-Rundschau, 2. August 2004 (genios.de) heiratete Höflich seine Münchner Studienkollegin Mechtild Schlömann (1925–2009), eine Soziologin und spätere Hochschullehrerin, mit der er acht Kinder bekam.Hochland: Monatsschrift für alle Gebiete des Wissens, der Literatur und Kunst. 59. Jahrgang (1967), Heft 4, S. 400.Vilma Sturm: Barfuß auf Asphalt. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1981, ISBN 3-462-01440-4, S. 271.Siegfried Hermle: Umstrittene Anfänge des Kölner Politischen Nachtgebets. In: Thomas K. Kuhn, Katharina Kunter (Hrsg.): Reform – Aufklärung – Erneuerung: Transformationsprozesse im neuzeitlichen und modernen Christentum [Festschrift zum 80. Geburtstag von Martin Greschat]. Evangelische Verlags-Anstalt, Leipzig 2014, ISBN 978-3-374-03899-2, S. 279–296 (hierzu S. 282). Beide zogen nach Köln, wo er nach einer vorübergehenden Tätigkeit als wissenschaftlicher AssistentGreven's Kölner Adressbuch, 125. Jahrgang (1956), 1. Band, S. 472. (digibib.genealogy.net) ab 1957 im höheren Schuldienst tätig war und als Oberstudienrat zunächst stellvertretender und schließlich als Studiendirektor Leiter eines staatlichen Studienseminars für Lehrer der Höheren Schule wurde.Hochland: Monatsschrift für alle Gebiete des Wissens, der Literatur und Kunst. 56. Jahrgang (1963/64), S. 92.Karl Schilde (Hrsg.): Pädagogisches Lesebuch. Hirschgraben-Verlag, Frankfurt am Main 1968, S. 2. Er wirkte darüber hinaus als regelmäßiger Autor christlicher Fachzeitschriften und Sammelwerke. Öffentlichkeitswirksam wurde ab Ende der 1960er-Jahre seine aktive Teilnahme gemeinsam mit seiner Frau Mechtild an den Politischen Nachtgebeten in Köln, bei denen er sich unter anderem gegen den Vietnamkrieg einsetzte.Marcel Albert, Markus Eckstein: Lebendige Gemeinde am Rande der Großstadt: die Kölner Pfarrei Sankt Hedwig 1967–2007 (= Forschungen zur Volkskunde, Heft 55; Abteilung Ordens- und Kirchengeschichte, Heft 2). Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, Münster 2007, ISBN 978-3-86582-430-1, S. 57. (db-thueringen.de) In deren Folge profilierte er sich in einer Auseinandersetzung mit dem Politikwissenschaftler Hans Maier als Befürworter einer Politischen Theologie.Egbert Höflich: Karl Marx für die Kirche 1: Heilsverkündigung als politische Gewissensbildung; eine Antwort auf Hans Maiers Polemik gegen die politische Theologie. In: Frankfurter Hefte, 24. Jahrgang (1969), Heft 11 (November 1969), S. 777–785. 1968 gehörte er zu den Mitunterzeichnern eines Memorandums des Bensberger Kreises zu deutsch-polnischen Fragen.Bensberger Kreis (Hrsg.): Ein Memorandum deutscher Katholiken zu den polnisch-deutschen Fragen. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1968, S. 26. (library.fes.de) 1969 wechselte Höflich an das Kultusministerium des Landes Nordrhein-WestfalenKurzbiographie der Autoren. In: Alois Müller, Egbert Höflich: Hierarchie oder Volkssouveränität? Zum Problem der Autorität in der Kirche (= Das theologische Interview, Nr. 13). Patmos-Verlag, Düsseldorf 1970., wo er zum (Leitenden) Ministerialrat und schließlich zum Ministerialdirigenten befördert wurde. In Köln wohnte Höflich mit seiner Familie zunächst in Nippes, dann in Mülheim und schließlich einige Jahre in Höhenhaus.Greven's Kölner Adressbuch, 127. Jahrgang (1958), I. Teil, S. 354. (digibib.genealogy.net)Greven's Kölner Adressbuch, 132. Jahrgang (1963), I. Teil, S. 426. (digibib.genealogy.net) Zuletzt lebte er über längere Zeit im Windecker Ortsteil Wilberhofen.Kasper's Einwohner-Adreßbuch Gemeinde Windeck 1981, H. E. Kasper & Co., Burscheid 1981, Namenverzeichnis S. 23. (wiki.genealogy.net)Ingrid Buchloh, Herbert Christ, Erwin Klein, Nando Mäsch (Hrsg.): Konvergenzen. Fremdsprachenunterricht: Planung – Praxis – Theorie [Festschrift für Ingeborg Christ aus Anlass ihres 60. Geburtstages]. Gunter Narr Verlag, Tübingen 1996, ISBN 978-3-8233-5284-6, S. IX.

Schriften Die Prinzipienlehre des platonischen Dialogs Parmenides. Dissertation Ludwig-Maximilians-Universität München 1954. Ehe und Familie als Ort der Kommunikation. In: Akademische Bonifatius-Einigung (Hrsg.): Lebendiges Zeugnis: eine Schriftenreihe für katholische Christen an der Hochschule und im Beruf, , Heft 2/1961 (Juni/SS 1961), S. 49–63. Zu Ernst Blochs „Prinzip Hoffnung“ [Buchbesprechung]. In: Philosophisches Jahrbuch, 69. Jahrgang (1961/62), 2. Halbband, Verlag Karl Alber, München 1962, S. 433–434. Soziologie im Interessenbereich des Studienseminars. In: Das Studienseminar: Zeitschrift für Gymnasialpädagogik, , Band 7, Jahrgang 1962, Heft 1 (Juni 1962), S. 23–38. Wir und die Anderen. Ein Beitrag zum dialogischen Selbstverständnis der Kirche. In: Hochland, 56. Jahrgang (1963/64), Heft 1 (Oktober 1963), S. 1–17. Nikolaus von Kues als Denker der Einheit. In: Hochland, 56. Jahrgang (1963/64), Heft 6 (August 1964), S. 485–505. Die sozialkulturelle Bedingtheit des Gewissens. In: Die soziale Arbeit, , Nr. 20 (Frühjahr 1965), S. 19–23. Ideologien in der Kirche: Kritische Perspektiven zum innerkirchlichen Bewußtseinswandel. In: Frankfurter Hefte, 20. Jahrgang (1965), Heft 9 (September 1965), S. 637–647. Der Gestaltwandel der Autorität in der Kirche. In: Hochland, 58. Jahrgang (1965/66), Heft 4 (April 1966), S. 307–319. Eine Kirche für die Welt. In: Johann Christoph Hampe (Hrsg.): Die Autorität der Freiheit: Gegenwart des Konzils und Zukunft der Kirche im ökumenischen Disput. Kösel, München 1967, Band 3, S. 156–163. Kirche und Parteipolitik. In: Diakonia, 2. Jahrgang (1967), Heft 2, S. 106–107. (diakonia.digitheo.de) Die Geburtenregelung als Problem der Kirche. In: Hochland, 59. Jahrgang (1966/67), Heft 4 (April/Mai 1967), S. 360–365. Der innere Dialog der Kirche. In: Skolast: Südtiroler Hochschülerzeitung, , 12. Jahrgang, Nr. 2 (Juli 1967), S. 4–8. Die Erziehung zum christlichen Glauben in der Familie. In: Walter Dirks, Theodor Filthaut (Hrsg.): Glaube und Schule: Grundüberlegungen zum Schulstreit. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1967, S. 9–41. (mit Mechtild Höflich) Stellungnahme zur Enzyklika »Humanae vitae«. In: Diakonia, 3. Jahrgang (1968), Heft 5, S. 309–311. (diakonia.digitheo.de) Mönchtum – Ärgernis oder Botschaft? Eine Umfrage. In: Theodor Bogler (Hrsg.): Mönchtum – Ärgernis oder Botschaft? (= Liturgie und Mönchtum: Laacher Hefte, , Heft 43). Verlag Ars Liturgica, Maria Laach 1968, S. 152–154. (mit Marie Veit, Michael Dohle und Dorothee Sölle) „Politisches Nachtgebet“ als Modell: Zu einer Veranstaltung des Ökumenischen Arbeitskreises in der ev. Antoniterkirche in Köln. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, 13. Jahrgang (1968), Heft 11 (November 1968), S. 1147–1158. Die Verlegenheit über Gott zu sprechen. In: Akademische Bonifatius-Einigung (Hrsg.): Lebendiges Zeugnis: eine Schriftenreihe für katholische Christen an der Hochschule und im Beruf, , Heft 3–4/1968 (November 1968), S. 40–52. Das Reich Gottes hängt von uns Menschen ab; Die Versuchung Christi und der Christen; Unser Heil ist nicht in unserer Hand; Verlassen von Gott und den Menschen. In: Jakob Laubach (Hrsg.): Laienpredigten. Teil: I. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1969, S. 46–48, 69–72, 77–80, 88–91. (mit Michael Dohle und Mechtild Höflich) CSSR – Santo Domingo – Vietnam. In: Dorothee Sölle, Fulbert Steffensky: Politisches Nachtgebet in Köln. Band 1, Kreuz-Verlag, Stuttgart/Berlin 1969, S. 13–28. Karl Marx für die Kirche 1: Heilsverkündigung als politische Gewissensbildung; eine Antwort auf Hans Maiers Polemik gegen die politische Theologie. In: Frankfurter Hefte, 24. Jahrgang (1969), Heft 11 (November 1969), S. 777–785. Karl Marx für die Kirche 2: Heilsverkündigung als politische Gewissensbildung; eine Antwort auf Hans Maiers Polemik gegen die politische Theologie. In: Frankfurter Hefte, 24. Jahrgang (1969), Heft 12 (Dezember 1969), S. 843–854. Der Trend zur politischen Theologie. In: Trends: Vorträge der IX. Hochschulwoche für politische Bildung Bad Meinberg 1969. Düsseldorf 1970, S. 158–190. (mit Alois Müller) Hierarchie oder Volkssouveränität? Zum Problem der Autorität in der Kirche (= Das theologische Interview, Nr. 13). Patmos-Verlag, Düsseldorf 1970. Ist der Antimodernismus wiederholbar? [Buchbesprechung]. In: Frankfurter Hefte, 25. Jahrgang (1970), Heft 5 (Mai 1970), S. 466–467. Lehrereinstellungen in Nordrhein-Westfalen: Fakten und Perspektiven. In: Schulverwaltung: Zeitschrift für Schulleitung und Schulaufsicht, , 1. Jahrgang (1990), S. 6–7, 36–38. Wein, Brot und Wort [Ansprache im Landhaus von Georg Meistermann am Tage nach der Eröffnung der Retrospektive]. In: Reden zur Eröffnung der Retrospektive Georg Meistermann am 7. September 1991 in der Josef-Haubrich-Kunsthalle Köln. Wienand Verlag, Köln 1991, S. 19–23. Was kann ich glauben? Gedanken zur Zukunft der Kirche. Radius, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-87173-926-2.

Einzelnachweise

Kategorie:Katholischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Katholischer Theologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Ministerialdirigent (Nordrhein-Westfalen) Kategorie:Philosoph (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1929 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Mann Kategorie:Gymnasiallehrer (Deutschland)