Julian Aguon (geboren am 28. Mai 1982 in Guam) ist ein guamischer Rechtsanwalt. Er beschäftigt sich mit Menschenrechten und Klimagerechtigkeit. 2025 wurde er mit dem sogenannten „alternativen Nobelpreis“, dem Right Livelihood Award, ausgezeichnet.

Herkunft und Ausbildung Julian Aguon kam 1982 im US-Außengebiet Guam als Angehöriger des Chamorro-Volkes zur Welt. Er studierte Rechtswissenschaften, zunächst an der guamischen Simon Sanchez High School, und schloss seine Ausbildung dann an der Gonzaga University in Washington und der William S. Richardson School of Law in Hawaii ab.

Karriere Aguon ließ sich als Anwalt nieder und arbeitete im Schwerpunkt Menschenrechte, insbesondere Indigenenrechte, und im Bereich Umweltschutz. In seiner Heimat kämpfte er gegen die Militarisierung Guams, deckte die Zerstörung angestammten Landes für US-Militärstützpunkte auf und verteidigte gleichzeitig das Selbstbestimmungsrecht seines Volkes.

Seit 2019 mobilisierte die von Studierenden aus dem gesamten ozeanischen Raum getragene Organisation Pacific Islands Students Fighting Climate Change (PISFCC) internationale Solidarität und Unterstützung für eine Klage beim Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag gegen die Industrieländer und große Schwellenländer, die aus Sicht der PISFCC ihrer Verantwortung in der Klimafrage nicht gerecht werden. Die Initiative wurde formal von der Regierung Vanuatus unterstützt und in der UN-Generalversammlung zur Abstimmung gebracht, wo sie im März 2023 mit großer Mehrheit unterstützt wurde. Im Dezember 2024 fand die Anhörung vor dem IGH statt, an der etwa 100 Staaten sowie internationale Organisationen teilnahmen. Aguon spielte mit seiner Kanzlei Blue Ocean Law eine zentrale Rolle bei der Festlegung der Rechtsstrategie für die Beratungen vor dem Internationalen Gerichtshof, die auf kollektive und generationenübergreifende Rechtsgüter ausgerichtet war. Der Internationale Gerichtshof kam 2025 im sogenannten Klima-Gutachten zu der Entscheidung, dass Staaten völkerrechtlich verpflichtet sind, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen und das 1,5-Grad-Ziel aus dem Pariser Klimaabkommen verbindlich einzuhalten. Die Staaten müssen ihre Klimaziele so ambitioniert gestalten, dass der Temperaturanstieg global zuverlässig unter 1,5 Grad bleibt; rein freiwillige Selbstverpflichtungen genügen nicht mehr. Nationale Klimapläne sind am 1,5-Grad-Limit zu messen, und jedes Land muss seinen angemessenen Beitrag zur Erreichung dieses Limits leisten. Staaten trifft zudem eine Kooperationspflicht: Sie müssen international zusammenarbeiten, den Ausbau fossiler Energien limitieren und dabei insbesondere verletzlichen Staaten Unterstützung bieten. Besonders wohlhabende und große Verursacher haben eine gesteigerte Verantwortung, beim Klimaschutz voranzugehen. Verfehlen Staaten diese völkerrechtlichen Pflichten und ergreifen keine geeigneten Maßnahmen, kann das als völkerrechtswidrig gelten – betroffene Länder, insbesondere kleine Inselstaaten, könnten dann Entschädigungen verlangen. Staaten sind gehalten, nicht nur eigene Emissionen zu begrenzen, sondern auch private Akteure wirksam zu regulieren.

Daneben ist Julian Aguon auch als Autor erfolgreich. Er wurde im Jahr 2022 für den Pulitzer-Preis nominiert, nachdem sein Essay „To Hell with Drowning“ 2021 in The Atlantic veröffentlicht wurde. Gewürdigt wurde er für die Fähigkeit, persönliche Narrative mit globalen Fragen der sozialen Gerechtigkeit, insbesondere zum Thema Umwelt und indigene Rechte im Pazifik, zu verbinden. Bekannt ist er auch für seine Essaysammlung „No Country for Eight-Spot Butterflies“.

Auszeichnungen 2025: Right Livelihood Award gemeinsam mit der ozeanischen Organisation Pacific Islands Students Fighting Climate Change (PISFCC)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geboren 1982 Kategorie:Autor Kategorie:Rechtsanwalt Kategorie:Person (Guam) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Mann