Tula ist ein Dorf im Eastern District der Insel Tutuila in Amerikanisch-Samoa. Tula liegt im Vaifanua County und hatte laut dem United States Census 2020 308 Einwohner. Das Dorf ist am Cape Matātula gelegen, nahe der früheren Höhensiedlung Lefutu (AS-21-002).

Etymologie Der Name des Dorfes Tula stammt aus der Samoanischen Sprache und kann als „kahl“ oder „karg“ übersetzt werden. Der Begriff tula bezieht sich entweder auf Farnland, auf dem nach geplanter Feuerrodung keine Bäume wachsen, oder auf kahle Flächen von Lavagestein. Das nahegelegene Cape Matātula ist entsprechend der „kahle Hügel“. Lefutu, ein landeinwärts gelegener Weiler, der zu Tula gehört, erhielt seinen Namen vom dort verbreiteten Barringtonia Baum.

Geschichte Tula war eine der ersten Siedlungen auf Tutuila und war ab etwa 600 BCE besiedelt. Zahlreiche prähistorische Funde stammen aus dem in dieser Zeit bereits genutzten Lau'agae Ridge Steinbruch nahe des Dorfes. Dieser ist zugleich der größte seiner Art auf der Insel und wurde im Jahr 2000 in das nationale Register archäologischer Stätten aufgenommen.

Die prähistorische Siedlung Tulauta (AS-21-1) ist etwa 500 Meter landeinwärts von Tula gelegen. Dieser Fundplatz befindet sich am Ende des Tula Valley. In Tulauta selbst wurden große Mengen Basaltschutt, darunter über 200 Beile und 100 weitere Werkzeuge, gefunden. Forschungen legen nahe, dass sich hier einer der größten Basaltsteinbrüche und eines der größten Zentren der Steinbearbeitung in Polynesien befunden hat. Am Fundplatz konnten 10 bis 13 Wohnhausfundamente, zwei Umfassungen für Schweineställe, mehrere Gräber, Steinlegungen, Gruben, Feuerstellen und Wände identifiziert werden. Ein etwas höher gelegener Fundamentbefund könnte als möglicher Ort des Hauses des lokalen Oberhauptes gedient haben. Zusätzlich gibt es Befunde, die die Existenz eines fale aitu (Geisthauses) oder ähnlicher Strukturen und eines malae (Zeremonienplatz) zwischen den nördlichen und südlichen Strukturclustern nahelegen. Radiokarbondatierungen variieren allerdings stark.

Die zwischen Tula und Onenoa gelegene Höhensiedlung Lefutu war wohl nur während einer einzigen Phase ab etwa dem 12. Jahrhundert besiedelt und wurde zunächst als Verteidigungsposten interpretiert. Dagegen spricht allerdings die abgelegene Lage und das Fehlen von Befestigungsanlagen in einer deutlich von Wohnhäusern geprägten Befundlage. Die Siedlung wird in Oral History Überlieferungen der Tonga-Kriege genannt.

Während des Zweiten Weltkriegs errichteten die United States Marine Corps eine Radarstation am Cape Matātula. Diese umfasste insgesamt 14 Gebäude, darunter Wohngebäude, Kantinen und Lagergebäude.

Geographie Tula ist das östlichste Dorf auf Tutuila und liegt auf dem von Felsen geprägten nordöstlichen Cape Matātula. Zum Gebiet des Dorfes gehören weite weiße Sandstrände und der in prähistorischer Zeit genutzte Lau'agae Ridge Steinbruch. Das Samoa-Observatorium wurde 1974 durch die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) gegründet und befindet sich knapp außerhalb von Tula auf Cape Matātula. Das Advanced Global Atmospheric Gases Experiment der NASA misst dort mehr als 40 Spurengase, die mit stratosphärischem Ozonabbau, Klimawandel und Luftqualität in Verbindung stehen. Cape Matātula, der nordöstlichste Punkt der Insel, besteht aus Felsen, die ins Meer ragen und bilden so eine Landzunge. Durch das zerklüftete Gelände und die hervorstehenden Felsen hat Cape Matātula eine gut erkennbare geographische Erscheinung.

Tula, Cape Matā'ula und das nahegelegene Dorf Onenoa sind geprägt durch kleine Plantagen, hohe Felsklippen und bewaldete Hänge. Seit 1961 bis 1991 wurden in American Samoa deutliche Änderungen der Feuchtgebiete in den verschiedenen Regionen festgestellt. Die Biotope in Tula haben seitdem einen Rückgang von über 3 Hektar zu verzeichnen, was einem Verlust von 58 % der ursprünglichen Flächen entspricht. Hauptgrund für diese Entwicklung ist die zunehmende Bebauung der Flächen.

Geologie Tulas Geologie ist stark assoziiert mit dem Vulkan Olomoana. Die Vulkangesteine der Region bestehen größtenteils aus Olivinbasalten, die geographisch begrenzt auftreten. Geologische Studien legen nahe, dass diese Formationen auf vulkanische Aktivität am nordöstlichen Graben des nahegelegenen Vulkans Ālōfau im späten Pliozän zurückgehen. Hinweise auf zeitgleiche Aktivität beider Vulkane bieten die Überlagerungen der Ālōfau Gesteine auf der westlichen Seite des Olomoana Vulkankegels. Das Olomoana Vulkansystem umfasst etwa eine Fläche von 2,4 Quadratkilometern und dominiert die Landschaft rund um den Gipfel nahe Tula. Geologische Besonderheiten umfassen mehrere Vulkankegel, Erdkraterfüllungen und Schlackenkegel, die exponiert an der östlichen Küstenlinie liegen. Cape Matatula ist dabei der größte intrusive Vulkankegel der Gegend. Die Region ist charakterisiert durch Wechsellagerungen von Ergussgesteinen und Palagonit-Tuffen. Zusätzlich ragt der intrusive Lefulufulu'a Trachytkegel durch diese Schichten. Ein großer, teilweise ausgegrabener Schlackekegel ist sichtbar im Flussbett, das in Richtung Tula abfließt.

Demographie JahrBevölkerung 2020 308 2010 405 2000 413 1990 423 1980 347 1970 329 1960 340 1950 261 1940 104 1930 128

Bekannte Persönlichkeiten Iosefa Salanoa Solatoa (1925–1985) – der Komponist und Radiomoderator wurde in Tula geboren und wuchs dort auf. Er komponierte eines der beliebtesten Lieder in Samoa, “Le Eleele ua le Malie i Vai”, und wurde später Präsident der Samoan Civic Association of Hawai'i. Taupule James Valavala – der Betreiber kommerziellen Fischfangs bei Kodiak Island wurde in Tula geboren. Elisara Tiamo Togia’i, Mitglied des American Samoa House of Representatives. A. P. Lutali (1919–2002) – Gouverneur von Tutuila, American Samoa. Er kam in den 1930er Jahren als Lehrer an die Schule in Tula und verfasste dort ab 1938 Lesefibeln für die ersten drei Klassenstufen.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort auf Amerikanisch-Samoa Kategorie:Ort in Australien und Ozeanien