Der Privatärztliche Bundesverband e. V. (PBV) ist ein deutscher Berufs- und Interessenverband von ausschließlich und überwiegend privatärztlich tätigen Ärztinnen und Ärzten. Er wurde 1984 gegründet und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Der Verband ist im Lobbyregister des Deutschen Bundestags eingetragen und vertritt die berufspolitischen und wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.

Zu den Schwerpunkten zählen Stellungnahmen zur Gesundheitspolitik, die Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) sowie Fragen der Privatmedizin. Der PBV ist außerdem Herausgeber des seit 2010 bestehenden bundesweiten Ärztekongresses Tag der Privatmedizin.

Geschichte Der Verband wurde 1984 gegründet, um die Interessen privatärztlich tätiger Ärztinnen und Ärzte auf Bundesebene zu bündeln. Über die Verbandsgeschichte berichtete auch die ÄrzteZeitung im Zusammenhang mit Vorstandswahlen.

Organisation

Vorstandsvorsitz: Norbert A. Franz

Weitere Vorstände: Markus Hambek (2. Vorsitzender), Christoph Gepp (2. Vorsitzender/Schatzmeister)

Geschäftsführer: Thomas P. Ems

Geschäftsstelle: Darmstadt

Mitgliederzahl: 1.001 (Stand: Juni 2025)

Die Finanzierung erfolgt überwiegend über Mitgliedsbeiträge.

Aufgaben und Ziele Der PBV gibt an, die Unabhängigkeit der privatärztlichen Tätigkeit sowie angemessene Rahmenbedingungen in der Honorierung zu vertreten.

Er fordert eine neue Gebührenordnung für Ärzte, die den medizinisch-technischen Fortschritt und die Kostenentwicklung der letzten Jahrzehnte berücksichtigen soll.

Darüber hinaus organisiert der Verband Fortbildungen und Kongresse und gibt die Publikation Privatärztliche Praxis (PÄP) heraus.

Politische Positionen Der PBV veröffentlicht regelmäßig Stellungnahmen zu gesundheitspolitischen Fragen. Ein Schwerpunkt liegt in der Befürwortung eines stärkeren Wettbewerbs zwischen den Versicherungssystemen. So plädiert er für die Öffnung der privaten Krankenversicherung (PKV) für alle Versicherten und für eine Verringerung der Zahl der gesetzlichen Krankenkassen.

Im Bereich der Vergütung setzt sich der Verband für eine Reform der GOÄ ein.

Frankfurter Erklärung Im Jahr 2019 veröffentlichte der Verband die sogenannte „Frankfurter Erklärung“, in der eine umfassende Reform der ärztlichen Vergütung gefordert wurde. Die Initiative fand Unterstützung durch weitere Ärzteverbände und wurde in der Fachpresse diskutiert.

Rechtliche Auseinandersetzungen 2021 klagten Privatärzte, unterstützt durch den Verband, gegen den Ausschluss von Privatpraxen bei der COVID-19-Schutzimpfung. Die Deutsche Apotheker Zeitung berichtete über die Klage und die damit verbundene politische Diskussion.

Veranstaltungen Seit 2010 richtet der Verband jährlich den Tag der Privatmedizin aus. Der Kongress behandelt Themen wie Abrechnung, Praxismanagement, gesundheitspolitische Entwicklungen und rechtliche Rahmenbedingungen.

Publikationen

Der Verband gibt die Mitgliederzeitschrift Privatärztliche Praxis (PÄP) heraus. Eine Printausgabe erschien 1996–2001 (ISSN 1434-6559); heute erscheint die Zeitschrift als Onlineausgabe (sechsmal jährlich).

Die Zeitschrift ward in Fachbeiträgen zitiert.

Weblinks

Offizielle Website

Einzelnachweise

Kategorie:Verein (Frankfurt am Main) Kategorie:Interessenverband (Gesundheitswesen) Kategorie:Berufsverband (Deutschland) Kategorie:Verbandsgründung 1984