mini|Friedhofskreuz in Römershag, Parkweg 11.

Das Friedhofskreuz Weißenbach befindet sich in Weißenbach, einem Gemeindeteil des Marktes Zeitlofs im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen im Parkweg 11 bei der St Antonius-Kirche.

Das Kreuz gehört zu den Baudenkmälern von Zeitlofs und ist unter der Nummer D-6-72-166-12 in der Bayerischen Denkmalliste registriert.

Beschreibung Das Friedhofskreuz besteht aus grauem Sandstein und entstand im Jahr 1880.

Das Kreuz verfügt über einen Grundsockel und einen Kastensockel. Der Stamm ist am oberen Ende wie die Arme an den Enden mit Nut versehen und außen schwächer gehalten. Am Sockel befindet sich links und rechts eine Palmette. Die Inschrift vorne lautet:

Hinten steht die Jahreszahl „1880“.

Anscheinend besteht der Corpus aus Metall; er ist wohlproportioniert und farbig getönt.

Geschichte Am 30. Juli 1880 bat der Lokalkaplan Johann Phil. Eck aus Altglashütten das k. Bezirksamt Brückenau um die behördliche Erlaubnis, am 1. August 1980 nachmittags in Dörrenberg ein Kreuz einweihen zu dürfen. Am 24. August 1880 brachte die Försterswitwe Therese Derleth aus Dörrenberg, die angeblich im Streit mit den anderen Ortsbewohnern lag, beim Bezirksamt hervor, die Gemeinde Kothen habe die Einweihung des von ihr gestifteten und schon seit April stehenden Kreuz untersagt, u. a. weil der Standort des Kreuzes völlig unpassend sei. Der Bürgermeister von Kothen erwiderte, man sei lediglich gegen eine feierliche Einweihung gewesen, „weil die Witwe D. die Bewohner Dörrenbergs durch die Errichtung des Bildnisses nur ärgern will“. So habe sie der Gemeindeverwaltung mitgeteilt: „Ich will die Dörenberger schon lehren, daß sie vor dem Platze (die Streitfläche) die Kappe herunter thun“. Die Leute seien verärgert gewesen, dass die Einweihung „mit größtmöglichen Pomp“ erfolgen solle. Kothen weigere sich auch, „um den Wünschen der Dörrenberger gerecht zu werden, die in der Errichtung des Cruzifixusbildes eine Beleidigung finden wollten“. Schließlich erwirkte der Pfarrer von Motten für den Kaplan von Altglashütten die Genehmigung für das Kreuz, schrieb aber nach der Einweihung: „Der Pfarrer muss beklagen, daß Frau Derleth und die Gemeinde Kothen gefehlet“ (in Form von Äußerungen).

Den Absiedlern Reith und Möller in Weißenbach zufolge wurde das ursprünglich aus dem Weiler Dörrenberg, Gemeinde Neuglashütten, kommende Kreuz von Luitpold Wallrab in das damals noch nicht abgesiedelte Reußendorf mitgenommen und unterhalb des Dorfes aufgestellt. Nach Reußendorfs Absiedlung im Jahr 1952 regte der Kommandeur des Truppenübungsplatzes bei der Geistlichkeit an, Interessierte könnten das Kreuz abholen. Dies hätten schließlich Weißenbacher getan. Da das Kreuz keinen Corpus hatte, wurde in den Jahren 1951/52 der Corpus aus Rothenhain im Reußendorfer Friedhof mit behördlicher Erlaubnis am Kreuz befestigt.

Literatur Oskar Kirchner: Die Flurdenkmale im Landkreis Bad Kissingen, Band 4, Eigenverlag des Landkreises Bad Kissingen 1986, S. 156–158

Weblinks

Kategorie:Flurkreuz (19. Jahrhundert) Kategorie:Baudenkmal in Zeitlofs Zeitlofs Kategorie:Sandsteinskulptur Kategorie:Skulptur (1880) Kategorie:Erbaut 1880 Kategorie:Kruzifix (19. Jahrhundert) Kategorie:Versetztes Bauwerk in Bayern