Wollyeong-ri () ist ein Ri auf der südkoreanischen Insel Jejudo.
Geografie Wollyeong-ri liegt an der nördlichen Küste der Vulkaninsel Jejudo am Gelben Meer. Der Küstenzugang ist einen Kilometer lang. Am nördlichen Teil der Küste befindet sich eine kleine, längliche vulkanische Insel namens Jeollukkoji, die über eine Fußgängerbrücke erschlossen ist. Sie wird als natürlicher Wellenbrecher für den südlich davon gelegenen Fischereihafen Wollyeongpogu genutzt. Ein zweiter, künstlicher Wellenbrecher schützt den Hafen gegen Südwesten. Ein Entwässerungskanal fließt mittig von Südosten nach Nordwesten durch ganz Wollyeong-ri. Er mündet an der Grenze zu Panpo-ri.
In Wollyeong-ri gibt es mehrere Lavaröhren. Die Handeulgul ist 1,5 Kilometer lang und in einer seltenen Ringform.
In Wollyeong-ri gibt es eine große Anzahl an Kakteen. Dabei handelt es sich um die Art Opuntia ficus-indica, die ursprünglich aus der Karibik kommt. Es ist die einzige wilde Kakteenkolonie Südkoreas. Es ist nicht bekannt, ob Samen über den Kuroshio auf natürlichem Weg nach Jejudo gelangt sind oder ob sie von jemandem absichtlich angepflanzt wurden. Die Kaktuskolonien wurden 1976 in die Liste der Naturdenkmäler von Jeju-do aufgenommen und 2001 als Nationales Naturdenkmal ausgewiesen.
Außer an der Küste gibt es Wollyeong-ri keine Weiler oder Siedlungen. Das nordöstliche Hinterland ist bewaldet, während das südwestliche landwirtschaftlich genutzt wird.
Der Ort liegt in der Provinz Jeju und gehört zum Verwaltungsgebiet der Stadt Jeju-si. Es ist Teil der Eup Hallim-eup und grenzt an die Dörfer Geumneung-ri (Norden und Osten) und Wollim-ri (Süden). Im Westen grenzt Wollyeong-ri an Panpo-ri, das in der Hangyeong-myeon liegt. Das Ri besteht aus einem einzigen administrativen Gebiet (Wollyeong-ri) mit 6 Ban. Es sind keine natürlichen Ortsbezeichnungen amtlich erfasst.
Namensherkunft Die Namensherkunft ist nicht eindeutig klar. Eine Theorie basiert auf dem Hanja , das „Mond“ bedeutet und für die halbmondförmige Gegend steht. Es ist auch nicht klar, ob der Hafen nach dem Ort oder umgekehrt benannt ist.
Geschichte In der Lavaröhre Handeulgul wurde Keramik und Spindeln aus der Jungsteinzeit sowie Keramik aus der Zeit des Vereinigten Silla gefunden.
Der Hafen wurde erstmals in einer Karte von 1750 erwähnt. Ab 1800 siedelten sich mehr Leute im Gebiet an. Im Jahr 1914 wurde der offizielle Name des Dorfes Wollyeong-ri, wobei es bereits zuvor als Wollyeong () oder auch Wollyong () bekannt war.
Ende der 1980er-Jahre wurde bei einer Untersuchung entdeckt, dass etwa 50 Standorte in Südkorea für Windanlagen geeignet wären. 23 davon befinden sich auf Jejudo. Im April 1995 wurde in Wollyeong-ri daher eine Versuchsanlage für erneuerbare Energien durch das Korea Institute of Energy Technology in Betrieb genommen. Die Versuche waren ein Erfolg und zeigten, dass erneuerbare Energien auf Jejudo gewonnen werden können. Die Versuchswindräder werden noch genutzt und speisen Strom ins lokale Netz.
Infrastruktur
Verkehr Die Provinzstraße 1132, die bis 2006 als Nationalstraße 12 bezeichnet wurde, durchquert Wollyeong-ri nahe der Küste von Osten nach Westen. Sie kommt aus Geumneung-ri und führt weiter nach Panpo-ri in der Hangyeong-myeon. Im Westen bildet sie für etwa 170 Meter die Grenze zu Panpo-ri. Die Hongsuam-ro teilt Wollyeong-ri nahezu perfekt in ein Gebiet in der Nähe der Küste und eines im Landesinneren. Sie kommt aus Geumneung-ri und verlässt Wollyeong-ri nach Panpo-ri. Daraufhin folgt die Straße der Grenze für etwa 500 Meter. Die Straße verbindet die Küstensiedlung von Geumneung-ri mit der Provinzstraße 1115 im Süden.
Wirtschaft Durch die Kakteenkolonie haben sich Kaktusfeigen zum wichtigsten Agrarprodukt von Wollyeong-ri entwickelt.
Religion Der buddhistische Tempel Seoinsa befindet sich in Wollyeong-ri.
Bevölkerungsentwicklung +JahrBewohnerHaushalteQuelle20064061622023152078320243261872025 (Oktober)323185
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Jeju-do)