mini|Video mit einem juvenilen und zwei adulten Nautili samoaenses

Nautilus samoaensis oder Samoa-Nautilus ist eine Art der Gattung Nautilus, die im Meer um Amerikanisch-Samoa endemisch ist. Die Art wurde erstmals 2023 identifiziert und beschrieben.

Beschreibung Nautilus samoanensis teilt mit der spiralig aufgerollten weißlichen Schale und den darauf befindlichen bräunlich-rötlichen Querstreifen die typischen Merkmale aller Perlboote (Nautilidae). Die Schale besteht aus mehreren Kammern, die von sogenannten Kammerscheidewänden (Septen) getrennt sind. Der größte Teil des Körpers sitzt in der größten und jüngsten Kammer, während die älteren Kammern zur Auftriebsteuerung dienen. Der Weichkörper kann vollständig in das Gehäuse zurückgezogen werden, eine harte Kopfkappe verschließt dann die Gehäuseöffnung. Die etwa 90 Arme (zirrenartige Tentakel) sind nicht mit Saugnäpfen, sondern mit klebrigem Sekret bedeckt. Die erwachsenen Tiere sind 16,2 cm–17,7 cm groß. Die Augen sind einfach nach dem Prinzip von Lochkameras gebaut.

Mit 32–36 % ist bei N. samoaensis der Anteil der pigmentierten Schale höher als bei Nautilus vitiensis und geringer als bei Nautilus vanuatuensis. Die Streifen beginnen am Bauch und wölben sich dann in einem Bogen zur Öffnung hin, wo sie sich schließlich in der Nabelregion schneiden. Es gibt ein schwaches, wachstumsliniengroßes Muster von Jahresringen, ähnlich wie bei Nautilus belauensis, aber weit weniger ausgeprägt. Das Farbmuster der Schale von N. samoaensis unterscheidet sich von allen anderen Nautilusarten durch mehrere verzweigte Streifen, die nach dem Abstieg vom Bauch einen Vorsprung nach hinten zeigen. Die Schalenform entspricht der von Nautilus pompilius.

Ökologie und Verhalten Nautilus samoaensis lebt im Meer um Amerikanisch-Samoa, speziell nahe Pago Pago. In der mesopelagialen Zone zwischen 200 und 400 Metern und in einem Temperaturbereich von 11–22 °C.

Wie andere Nautilus-Arten ist er nachtaktiv, d. h. er hält sich tagsüber in größeren Tiefen auf und steigt nachts auf, um dort nach Nahrung zu suchen, die aus kleinen Krebstieren, Aas und gelegentlich kleinen Fischen besteht und mit seinem Geruchssinn aufgespürt wird.

Die Tiere bewegen sich durch ein Rückstoßprinzip oder durch Kriechen auf ihren vielen Tentakeln fort. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens am Boden oder in der Nähe von Korallenriffen. Das Weibchen legt nur wenige, relativ große Eier, die Jungtiere entwickeln sich über ca. 9 bis 12 Monate in den Ritzen der Riffe. Die Tiere sind getrenntgeschlechtlich und die Fortpflanzung findet über innere Befruchtung statt. Die Entwicklung der Jungtiere erfolgt langsam, was die Bestände gegenüber einer möglichen Überfischung besonders empfindlich macht.

Taxonomie Nautilus samoaensis gehört zur bereits 1758 von Carl von Linné beschriebenen Gattung Nautilus und in die Familie der Perlboote, den letzten rezenten Vertretern der Überordnung der Nautiloideen. N. samoaensis wurde gemeinsam mit den Arten Nautilus vitiensis und Nautilus vanuatuensis 2023 von einer Arbeitsgruppe um den Meeresbiologen Gregory Jeff Barord vom Central Campus in Des Moines erstbeschrieben. Grundlage der Identifizierung als neue Arten waren Eigenschaften der Schale sowie genetische Untersuchungen.

Schutzstatus Für Nautilus samoaensis gibt es bis jetzt keine Gefährdungseinschätzung der IUCN. Gemäß CITES:Anhang II ist prinzipiell kommerzieller Handel nach einer Unbedenklichkeitsprüfung des Ausfuhrstaates möglich. Da es gegenwärtig auf Amerikanisch-Samoa keine Nautilus-Fischerei gibt, muss derzeit im Gegensatz zu anderen Nautilus-Habitaten, wo Bestände aufgrund des Handels mit ihren Schalen zurückgingen, nicht von einer Gefährdung der Bestände ausgegangen werden. Nautilusschalen können bis zu etwa 1.000 US-Dollar pro Stück erzielen.

Neben Befischung sehen Experten Gefährdungen durch Verschmutzungen aus der Küstenbebauung und die Auswirkungen des Klimawandels. Der stetige Anstieg der Meerestemperaturen zwingt Nautilus, tiefer in den Ozean vorzudringen, um der Hitze zu entkommen, wobei die Schalen von 1 bis 2 mm Wandstärke dem hydrostatischen Druck nur bis etwa 800 m standhalten. Die durch den Klimawandel beförderte Versauerung des Wassers erschwert es Nautilus zusätzlich, seine charakteristische Schale zu bilden.

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Einzelnachweise

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