Myeongwol-ri () ist ein Ri auf der südkoreanischen Insel Jejudo.

Geografie Myeongwol-ri liegt wenige Kilometer von der nördlichen Küste der Vulkaninsel Jejudo am Gelben Meer entfernt. Das Gemeindegebiet zieht sich von der Küste für etwa 5 Kilometer von Nordwesten nach Südosten. Im Norden ist die West-Ost-Ausdehnung teilweise 200 Meter dünn, während sie im Süden bis zu 3 Kilometer anwächst. Der Ongpocheon fließt von Südosten nach Nordwesten und durchquert Myeongwol-ri nahezu vollständig. Von Süden her folgt er zuerst der südlichen Grenze zu Geumak-ri für etwa 280 Meter und fließt danach für 3 Kilometer nach Norden, wo er sich mit dem Munsucheon vereinigt. Wenige Meter danach verzweigt sich der Ongpocheon in zwei Ströme, die 500 Meter weiter wieder zusammenfließen. Der östlichere Strom wurde künstlich geschaffen, um Kultur- und Naturerbe am Ufer des nun westlichen Flussbetts vor Starkregen zu schützen. Inmitten der dadurch entstandenen Flussinsel beginnt die östliche Grenze zwischen Dongmyeong-ri und Myeongwol-ri. Sie führt für 800 Meter entlang des Onpocheon in Richtung Norden, wobei zu Beginn ein kleines Gebiet von Dongmyeong-ri auf der Flussinsel liegt und ein nahezu identisches Gebiet gleich darauf auf der rechten Flussseite, das zu Myeongwol-ri gehört. Nach weiteren 500 Metern durch Myeongwol-ri wird er für etwa 550 Meter zur westlichen Grenze zu Ongpo-ri und verlässt das Gebiet von Myeongwol-ri danach in nördliche Richtung. Der Munsucheon entspringt an der Grenze zu Dongmyeong-ri und folgt dieser für 2,7 km von Osten nach Westen. Danach fließt er für 200 Meter durch Myeongwol-ri und mündet in den Ongpocheon. Der Ongpocheon wird von Quellwasser gespiesen, wodurch er im Gegensatz zu vielen Flüssen auf Jejudo nahezu immer wasserführend ist.

In Myeongwol-ri befinden sich drei oder vier erloschene Flankenvulkane, sogenannte Oreum. Der Myeongwoloreum befindet sich am nördlichsten und ist 148,5 Meter hoch, überragt das Umland um 39 Meter und hat einen Umfang von etwa einem Kilometer. Der Bangjuoreum liegt einige Meter südöstlich des Myeongwoloreum und ist 163,3 Meter hoch, aber wurde durch landwirtschaftliche Aktivitäten zu weiten Teilen abgetragen. So liegt sein höchster Punkt nur 6 Meter über dem Umland, mit einem Umfang von 365 Metern. Noch einmal weiter südöstlich befinden sich zwei benannte Oreum, die geologisch jedoch nur einer sind. Es handelt sich um zwei hufeisenförmige Erhebungen, von denen der südliche nach Osten geöffnet ist und der nördlichere nach Westen. Der südlichere wird Seonsooreum genannt und der nördlichere Gaetgeorioreum. Ersterer ist 235,5 Meter hoch, überragt das Umland um 69 Meter und hat einen Umfang von 1467 Metern. Letzterer ist 226 Meter hoch, 46 Meter über dem Umland und hat 1938 Meter Umfang. Der Gaetgeorioreum liegt an der Grenze zu Dongmyeong-ri und Geumak-ri, aber liegt vollständig in Myeongwol-ri. Auf dem Seonsooreum führt die Grenze zu Geumak-ri entlang des Grats.

Der Ort liegt in der Provinz Jeju und gehört zum Verwaltungsgebiet der Stadt Jeju-si. Es ist Teil der Eup Hallim-eup und grenzt an die Dörfer Dongmyeong-ri (Norden und Osten), Ongpo-ri (Norden und Westen), Hyeopjae-ri (Westen), Sangmyeong-ri (Süden) und Geumak-ri (Südosten). Das Ri besteht aus einem administrativen Gebiet (Myeongwol-ri) mit 15 Ban. Folgende historische Ortsbezeichnungen sind amtlich erfasst: Sang-dong, Jung-dong und Ha-dong.

Namensherkunft

Der Name „Myeongwol“ ist vermutlich auf die Redewendung „cheongpung-myeongwol“ () zurückzuführen. Sie wird genutzt, um schöne Landschaften zu bezeichnen.

Geschichte Das Gebiet wurde früher auch Suryucheonchon () genannt, was als „Dorf der fließenden Wasser“ oder „Dorf an fließenden Wassern“ übersetzt werden kann und auf den Wasserreichtum hinweist.

Früher wurden mehrere weitere Siedlungen und Weiler zu Myeongwol-ri gezählt und es erstreckte sich über das heutige Geumak-ri, Ongpo-ri, Dongmyeong-ri und Sangmyeong-ri. So war der einzige natürliche Hafen Myeongwolpo, der im heutigen Ongpo-ri liegt, ebenfalls Teil von Myeongwol-ri. Während der Sambyeolcho-Rebellion landeten 1270 Truppen der koreanischen Rebellen im Myeongwolpo und besiegten die Truppen von Goryeo auf Jeju. Auch die von Goryeo daraufhin entsandten Truppen gingen dort an Land. 1300 wurde Myeongwol-ri zum lokalen Zentrum des neu gegründeten Myeongwol-hyeon. Auch Truppen zur Unterdrückung der Mokjo-Rebellion landeten 1374 im Myeongwolpo. Erst 1510 entstand jedoch eine Festung, die den strategisch wichtigen Punkt sicherte. Dies geschah zum Schutz vor japanischen Landungen, da japanische Schiffe Biyangdo bereits als Ankerplatz nutzten. Im Jahr 1592 wurde die Holzfestung zu einer Steinfestung ausgebaut. Im Jahr 1976 wurden die Überreste der Festung, die auf dem Grenzgebiet zwischen Dongmyeong-ri und Myeongwol-ri stehen, in die Denkmalliste von Jeju-do eingetragen. Heute stehen nur noch einige Überreste der Mauer. Insbesondere im Nordwesten wurde ein Teil der Mauer für den Bau eines Wellenbrechers in den 1960er-Jahren abgetragen. Ein etwa 260 Meter Stück der südlichen Mauer wurde mitsamt einem der vier Tore rekonstruiert. Der hölzerne Wachturm auf dem Tor entspricht jedoch nicht dem historischen Aussehen.

Im 18. Jahrhundert verbreitete sich eine Sage um Jin Jwa-su, einem Wunderheiler aus Wolgye, Myeongwol-ri.

Während der späten Joseon-Dynastie entwickelte sich Myeongwol-ri zu einem Treffpunkt für konfuzianische Gelehrte. Zu einem bisher nicht eindeutig bekannten Zeitpunkt wurde ein hölzerner Pavillon am Ufer des Ongpocheon in Myeongwol-ri gebaut, der zu einem Treffpunkt von Gelehrten wurde. Heute ist nur noch der Steinsockel erhalten, der 1981 in die Denkmalliste von Jeju-do eingetragen wurde. Neben dem Pavillon steht eine steinerne Stele auf welcher der Name des Pavillons, Myeongwoldae, eingraviert ist. Die Rückseite ist enthält eine Widmung, durch die man erfährt, dass die Stele vom Jugendverein Myeongwol-ri im Jahr 1931 errichtet wurde und durch den bekannten Kalligrafen Hong Jong-si beschrieben wurde. Es wird vermutet, dass der Pavillon in seiner heutigen Form durch den Jugendverein gebaut wurde. Eine der wenigen Steinbrücken von Jejudo befand sich seit 1910 in der Nähe des Sockels und der Stele über den Ongpocheon. Sie später durch eine höhere ersetzt. Entlang des Flusses befinden sich zudem eine große Anzahl Japanischer Zelkoven, die seit 1973 die Nummer 19 auf der Liste des geschützten Naturerbes von Jeju-do ist. Ab 2015 wurde ein alternatives Flussbett gegraben, um die Überreste des Pavillons die umliegenden Bäume vor Starkregen zu schützen.

Von 1300 bis 1608 war Myeongwol das Zentrum von Myeongwol-hyeon. Danach der Verwaltungssitz von Umyeon, aus dem später Hangyeong-myeon, Hallim-eup und Aewol-eup wurden. Im frühen 17. Jahrhundert wurde Geumak-ri von Myeongwol-ri abgespalten. Anfang des 18. Jahrhunderts der Weiler Dokpo an der Küste, der später zu Ongpo-ri wurde. Zuletzt wurde 1861 Dongmyeong-ri von Myeongwol-ri abgespalten. Myeongwol-ri verlor so nach und nach seine Stellung als Zentrum an Hallim-ri.

Infrastruktur

Verkehr Die Provinzstraße 1132, die bis 2006 als Nationalstraße 12 bezeichnet wurde, durchquert das nördliche Gebiet von Myeongwol-ri von Nordosten nach Südwesten. Sie kommt dabei aus Dongmyeong-ri und führt nach Ongpo-ri. Die Provinzstraße 1120 beginnt an der Grenze Dongmyeong-ri/Hallim-ri und führt durch Dongmyeong-ri von Norden her entlang der Grenze zu Myeongwol-ri. Sie folgt der Grenze für etwa 850 Meter und kreuzt dabei die Provinzstraße 1132 direkt an der Grenze. Über den Ongpocheon geht sie weiter durch Myeongwol-ri und folgt der westlichen Grenze zu Hyeopjae-ri für etwa 1,8 Kilometer, bevor sie in dieses weiterführt und bis zur Südküste geht. Die Provinzstraße 1136, die bis 2006 die Nationalstraße 16 war, liegt seit Dongmyeong-ri auf derselben Straße wie die im Zentrum von Hallim-ri beginnende Provinzstraße 1116. Gemeinsam führen sie von Norden nach Süden durch den südöstlichen Teil von Myeongwol-ri und verbinden es mit dem Verkehrsknotenpunkt in Geumak-ri. Die meisten weiteren Straßen orientieren sich an der Nordwest-/Südostachse des Gebiets von Myeongwol-ri.

Mehrere Buslinien bedienen Haltestellen in Myeongwol-ri. Sie befinden sich an den Provinzstraßen, der zentral von Nordwesten nach Südosten verlaufenden Myeongwol-ro und im Weiler Sangdong.

Religion Der schamanistische Schrein Hawondang wird zur Verehrung der Schutzgottheiten von Myeongwol-ri und Dongmyeong-ri genutzt und befindet sich in Myeongwol-ri.

Der buddhistische Tempel Yeonggaksa wurde 1972/1973 von Jeju-si nach Myeongwol-ri verlegt und gehört zur Sekte der Beophwajong. Der kleine buddhistische Tempel Cheonsuwon der Sekte Ilbung Seonggyojong befindet sich ebenfalls in Myeongwol-ri.

Eine 1994 gegründete presbyterianische Kirche Myeongwol nutzt seit 1997 eine umgebaute Scheune als Gotteshaus. 1998 schloss sie sich der Presbyterianischen Kirche in Korea (HapDong) an und trat 2010 zur Koreanischen Presbyterianischen Kirche (GaeHyuk I.) über.

Bildung Die Grundschule Myeongwol bestand von 1955 bis 1993 und das Gebäude wird inzwischen als Café genutzt.

Bevölkerungsentwicklung +JahrBewohnerHaushalteQuelle202378644020247774272025 (Oktober)765433

Persönlichkeiten Yang Su-yeong (1675–1698), Beamter der Joseon-Dynastie. Yang Deok-ha (1714–1775), hoher Beamter der Joseon-Dynastie. Yang Jeong-hun (1806–1865), militärischer Kommandant von Jejudo.

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Jeju-do)