Franziska Müller (* 1978) ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und Professorin für Internationale Entwicklung an der Universität Wien.
Leben Franziska Müller studierte Politikwissenschaft, Kulturanthropologie, Erwachsenenbildung und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten von Tübingen, Frankfurt a. M. und Birmingham. Von 2007 bis 2010 war sie Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung am Promotionskolleg „Global Social Policies & Governance“ der Universität Kassel. Anschließend war sie bis 2014 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Darmstadt tätig und koordinierte das Forschungsprojekt „Challenges of External Energy Governance with Emerging Powers“. Danach kehrte sie zunächst ebenfalls als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Universität Kassel zurück, bis sie 2017 zur Leiterin einer durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Nachwuchsforschungsgruppe wurde, die sich bis 2023 mit der Energiewende in Afrika beschäftigte.
2020 erhielt Müller eine Juniorprofessur für Globalisierung und Governance der Klimapolitik an der Universität Hamburg und leitete von 2022 bis 2025 das Projekt "H2Politics", das sich mit sozial-ökologischen Implikationen der Grünwasserstoffproduktion im Globalen Süden befasste und das Konzept der "Wasserstoffgerechtigkeit" im deutschen und internationalen Diskurs etablierte sowie eine der ersten Studien zu deutsch-namibischer Wasserstoffkollaboration publizierte. Im März 2025 wechselte sie an die Universität Wien und ist seitdem Inhaberin der politikwissenschaftlichen Professur für Internationale Entwicklung am dortigen Institut für Internationale Entwicklung.
Forschung, Lehre und Engagement Müller promovierte zu Gouvernementalität und normativer Macht in den Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der AKP-Gruppe. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich vor allem mit Fragen rund um die sozial-ökologische Transformation, Transformationskonflikten im Anthropozän und deren Folgen für den globalen Süden, Klimagerechtigkeit, grünem Kolonialismus und Kollapsologie. Insbesondere arbeitet sie auch zu Konflikten um grünen Wasserstoff und zum Konzept des „Energiekolonialismus“, nach dem Projekte für erneuerbare Energien im globalen Süden stets in Abhängigkeit zum globalen Norden stattfinden und häufig die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung untergraben.
2024 erhielt sie für die zusammen mit dem AStA der Uni Hamburg und Fridays for Future über sieben Semester in Folge organisierte Ringvorlesung zur Klimakrise den Hamburger Lehrpreis. Die Ringvorlesung wurde von über 10.000 Studierenden aus ganz Hamburg besucht. 2020 wurde sie für den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft nominiert.
Müller ist zudem in der Klimagerechtigkeitsbewegung aktiv.
Publikationen (Auswahl) mit Elena Sondermann, Cord Jakobeit, Ingrid Wehr, und Aram Ziai (Hrsg.): Entwicklungstheorien. Weltgesellschaftliche Transformationen, entwicklungspolitische Herausforderungen, theoretische Innovationen. Nomos, Baden-Baden 2014, ISBN 978-3-8487-0844-4. Im Namen liberaler Normen? Gouvernementalität in den EU-AKP-Beziehungen. Nomos, Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8487-2164-1 (zugleich: Dissertation, TU Darmstadt, 2013, u. d. T.: Gouvernementalität und normative Macht in den EU-AKP-Beziehungen). mit Dana de la Fontaine, Claudia Hofmann und Bernhard Leubolt (Hrsg.): Das politische System Südafrikas. Springer VS, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-531-18476-0. mit Laura Horn und Aysem Mert (Hrsg.): The Palgrave Handbook of Global Politics in the 22nd Century. Palgrave Macmillan, Cham 2023, ISBN 978-3-031-13721-1, doi:10.1007/978-3-031-13722-8.
Einzelnachweise
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