mini|Le Cri de Paris vom 18. Mai 1902, Zeichnung Vallottonmini|Poster von Cappiello 1901 Le Cri de Paris (Der Schrei von Paris)Die englische Sprachversion weist auf die Mehrdeutigkeit des Titels hin; einerseits Der “Pariser Protest”, des Weiteren „Pariser Mode“ (wie in le dernier cri) und „Straßenrufe, Straßenlärm“. Dieser mehrdeutige Titel sei von Félix Fénéon geprägt worden. war eine französische satirische Wochenzeitung, die von 1897 bis 1940 erschien.
Geschichte Alexandre Natanson, der Herausgeber der künstlerisch-literarischen Zeitschrift La Revue blanche, brachte mit Le Cri de Paris ab 1897 eine Beilage zu seiner Zeitung heraus, die mit Texten und Karikaturen das aktuelle Zeitgeschehen beleuchten sollte. Ab der zweiten Ausgabe trug die Beilage ein rotes Banner mit ihrem Namen; ein grafisches Merkmal, das sie bis zu ihrem Ende beibehielt.
Ungefähr ab 1901 löste sich Le Cri de Paris von der Mutterzeitschrift. Sie kostete 30 Centimes und war zunächst wie auch die Revue pro-dreyfusardisch und antikolonialistisch eingestellt. Mit der Zeit bewegte sich die Zeitung eher der politischen Mitte zu. Der hohe Preis weist darauf hin, dass ein wohlhabendes Publikum angesprochen wurde.
Das Cover zeigte Zeichnungen, die chromolithografisch hergestellt wurden; zunächst stammten sie vor allem von Félix Vallotton und Zyg Brunner.
Direktor war zunächst Jacques Saint-Cère, der wegen einer Erpresser-Affäre ins Zwielicht geraten war. Maurice Donnay wurde sein Mitarbeiter. Gyp und Séverine trugen Texte bei. Nach dem frühen Tod Saint-Cères übernahm Jean de Mitty die Leitung. Damals stießen Félix Fénéon und Jules Renard zum Cri. Natanson selbst übergab die Herausgeberschaft 1901 an den Geschäftsmann Paul Dollfus, der zunächst Ernest Marilhet und nach dessen Tod 1904 Armand Ephraïm zum Direktor ernannte. Im selben Jahr zeigte ein von Leonetto Cappiello (dessen erstes Werk dies ist) entworfenes Werbeplakat eine beeindruckende Liste von Mitwirkenden wie Georges Feydeau, Jean Lorrain, Charles Maurras, Robert de Montesquiou, Joséphin Péladan, Octave Uzanne usw., die ebenfalls Mitarbeiter der von Thadée Natanson geleiteten Revue blanche waren.
1912 brachte Dollfus die Zeitung mit einem Nennwert von 100.000 Francs an die Börse. Mitte der 1930er-Jahre übernahm Michel Georges-Michel das Blatt. Eine Woche vor dem deutschen Einmarsch am 16. Juni 1940 in Paris wurde es eingestellt – noch mit der hoffnungsvollen Titelzeile: „Mars: Tu vas trop fort, Adolf ... Ça finira mal !“ (Mars: Du übertreibst es, Adolf ... Das wird böse enden!).
Literatur
Weblinks
Jean-Luc Jarnier:
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Zeitung (Frankreich, Erscheinen eingestellt) Kategorie:Satirezeitschrift (Frankreich) Kategorie:Ersterscheinen 1897 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1940