Das Castello dei Conti d’Aquino ist eine Burgruine aus dem 10. Jahrhundert auf dem Monte Asprano über der Stadt Roccasecca in der italienischen Region Latium.
Geschichte Ursprünge Auf dem Berg wurde 994 im Auftrag des Abtes von Montecassino, Mansone, das Castello dei Conti d’Aquino errichtet; der Abt schloss sich zu diesem Zweck mit der Familie D’Aquino aus Pontecorvo zusammen. Die Burg diente Verteidigungszwecken. Die strategische Bedeutung der Burg begründete sich in der Kontrolle des unteren Valle di Sacco-Liri und dessen Vereinigung mit dem Valle di Melfa. Mehrmals wurde die Burg zerstört und wiederaufgebaut. Nachdem sich die Langobarden um das 8. – 9. Jahrhundert in Aquino niedergelassen hatten, waren die ersten „Herren“ von Aquino Langobarden, die die Dynastie und die Grafschaft Aquino begründeten.
996–1504 Der Graf Adenolfo III. zerstörte 996 die Burg von Roccasecca. Gleich nach dem Jahr 1000 wurde sie wieder aufgebaut. 1139 siegten die Normannen und Roger II. nach dem Frieden von San Germano in Süditalien und so waren der Niedergang und später das Ende der Grafschaft Aquino besiegelt. In verschiedenen Kämpfen wurde die Burg mehrmals zerstört und später größer von Landolfo und Rinaldo II. d’Aquino wieder aufgebaut; sie war dann ein Burg mit zylindrischem Turm, die bis 1197, der Belagerung durch die Truppen Kaiser Heinrich VI. Bestand hatte. In der Burgfestung logierte im 13. Jahrhundert auch Kaiser Friedrich II. einige Tage lang, der mit der Familie des Heiligen Thomas von Aquin verwandt war. Der letzte legitime Inhaber des Grafentitels war Landone IV., dessen Söhne, Pandolfo und Rinaldo, zwei unterschiedliche Familienzweige begründeten. Einige Dokumente aus dem Ende des 13. Jahrhunderts bezeugen, dass Roccasecca sich des Titels „Universitas hominum“ rühmen konnte, also eine autonome Verwaltung hatte, auch wenn sie unter der Herrschaft der D’Aquinos stand. 1414 fiel Roccasecca in den Besitz der König von Neapel, Johanna II. 1442 belehnte Alfons I. Francesco II. mit dem Lehen von Roccasecca. Fünf Jahre später, 1447, wurde die Burg von den Truppen des Papstes Calixt III. belagert und Roccasecca wurde wieder den D’Aquinos zugewiesen. 1495 plünderten die Truppen von Karl VIII. von Frankreich die Burg. 1503 wurde Roccasecca erneut von den Franzosen belagert, aber nicht eingenommen. Über diesen Vorgang berichtete Francesco Giucciardini in seiner „Storia d’Italia“. Ein Jahr später belehnte das katholische Königspaar von Spanien, Ferdinand II. und Isabella I. Ferdinando II. mit Roccasecca.
Der Niedergang Im 17. Jahrhundert verlor die Burg die Kontrolle über das Tal und wurde zu einem einfachen Lehen, das von den D’Avalos an die Colonnas und an die Boncompagnis fiel, bis es 1796 von den Franzosen besetzt wurde. Einigen Geschichtswissenschaftlern zufolge wurde der berühmte Dominikaner Thomas von Aquin 1225 in der Burg geboren und zwar in den Räumlichkeiten, die heute noch „Casa di San Tommaso“ genannt werden.
Beschreibung Auch wenn die Burg heute nur noch eine Ruine ist, besteht sie doch aus den Resten einer Wehrmauer mit rechteckigem Grundriss, an der Nordost- und der Nordwestecke mit Türmen bewehrt, sowie mit einem Bergfried und einem Turm an der Südostecke. Der Eingang liegt auf der Westseite der Kurtine. Im Innenhof kann man eine große Zisterne sehen, die zur Sammlung von Regenwasser benötigt wurde. Außerhalb der Umfassungsmauer findet sich ein Aussichtsturm namens „del Cannone“. Der Sage nach war dort Thomas von Aquin nach seiner Zeit im Gefängnis von Monte San Giovanni Campano eingesperrt.
Der Archäologe Michelangelo Cagiano de Azevedo beschreibt ihn in seinem Artikel „La chiesetta di San Tommaso presso il castello di Roccasecca“, wie folgt:
Knapp außerhalb der Festung, unter der Kontrolle des Bergfrieds und kleinen, zylindrischen Turms findet sich die kleine Kirche Santa Croce.
Quellen Centro documentazione beni culturali Roma: Premio Nazionale IL RIUSO DEI CASTELLI della provincia di Frosinone. Abbazia di Casamari, Frosinone 1998.
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