miniatur|Palazzo Conti-Gentili in Alatri Der Palazzo Conti-Gentili ist ein Renaissancepalast aus dem 13. Jahrhundert in Alatri in der italienischen Provinz Latium. Er liegt an der Piazza Santa Maria Maggiore.
Geschichte und Beschreibung Der Palazzo Conti-Gentili, ein Adelspalast aus dem 13. Jahrhundert, belegt eine Seite der Piazza Santa Maria Maggiore und ist auf einer Seite mit der Chiesa degli Scolopi verbunden, mit der er einen großen Teil seiner jüngsten Geschichte teilt: Über zwei Jahrhunderte war dort das Collegio delle Scuole Pie untergebracht, das 1729–1971 von der religiösen Gemeinschaft der Piaristenpater betrieben wurde. Die ersten Eigentümer des Palastes sind nicht bekannt, sehr wohl aber die folgenden, die Tuzis und die Contis.
Aus dem 13. Jahrhundert stammen noch das große Spitzbogeneingangsportal und der heutige Kinosaal, der ursprünglich eine Vorhalle zum Platz war, die später zugemauert wurde. Das heutige Aussehen der Fassade ist das Produkt einer Modernisierung der unteren Geschosse, die der damalige Eigentümer, Giovanni di Francesco Tuzi, genannt „Turco“, im Jahre 1532 durchführen ließ. Dieser folgte der Umbau der oberen Geschosse durch dessen Erben, Carlo di Francesco Conti, der das Gebäude in den Jahren 1580–1583 in einen eleganten Renaissancepalast umgestalten ließ.
Diesen Palast vermachten der Adlige Giuseppe Conti und seine Gattin, Innocenza Gentili (aus einer Adelsfamilie aus Genua) 1721 an die Gemeinde Alatri. Diese ließ weitere Umbauten vornehmen, um den gesamten Komplex an seine neue Aufgabe als Studienpalast anzupassen; gleichzeitig wurde die Chiesa degli Scolopi erbaut.
miniatur|Die Sonnenuhr, ein Werk des Paters Angelo Secchi Die historische Bibliothek des Palastes enthält Texte über die Ortsgeschichte und alte Pergamente, darunter eine Kopie der Statuten von Alatri aus dem Jahre 1582. Neben den alten Sälen des Gymnasiums gibt es außerdem ein kleines Museum, das unter anderem über eine wertvolle Armillarsphäre ohne inneres Planetensystem, signiert von Giacomo Lusverg in Rom im Jahre 1669, verfügt.
Die große Sonnenuhr an der Fassade des Palastes ist ein Werk von Angelo Secchi und dem Architekten Giuseppe Olivieri und wurde 1867 geschaffen. Die Uhr ermöglicht es, innerhalb der Grenzen von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowohl die „Echtzeit“ (ausgewiesen durch die geraden Segmente), als auch die „durchschnittliche Zeit“ (ausgewiesen durch die Figuren in Form einer Acht) zu erkennen.
In dem Palast ist das Liceo Luigi Pietrobono untergebracht, das ein humanistisches Gymnasium, Erbe des alten Kollegiums, ein neusprachliches Gymnasium und ein mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium enthält, während sich im Erdgeschoss die Gemeindebibliothek „Luigi Ceci“, das Melderegister und der Kinosaal befinden. 2005 gab es dort auch kurze Zeit eine Zweigstelle der juristischen Fakultät der Universität La Sapienza in Rom, das juristische Seminar „Riccardo Orestano“.
Von den Studenten des Collegio Conti-Gentili ist Cesare Zavattini erwähnenswert, dem die Bibliothek in dem Gebäude gewidmet ist.
Ende 2017 wurde in den vierten Stock des Palastes das Büro des Bürgermeisters und der Ratssaal umgesiedelt, da das Rathaus in der Nähe Arbeiten zur Verbesserung der Erdbebensicherheit unterzogen wurde.
Einzelnachweise Mario Ritarossi: Aletrium. Una visita al centro storico di Alatri. Tofani, Alatri 1999.
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