Laura Feibelsohn (geboren am 27. April 1862 in Schildberg, Provinz Posen, Königreich Preußen; gestorben am 28. oder 30. April 1910 in Wien) war eine Lehrerin und Übersetzerin in Wien.
Leben und Wirken Laura Feibelsohn stammte aus einer jüdischen Familie. Ihr Vater M. Feibelsohn war Synagogenvorsteher in Schildberg und wahrscheinlich Kaufmann.Allgemeine Zeitung des Judenthums, Beilage Der Gemeindebote, vom 20. November 1896, S. 2 (linke Spalte); berichtet über den Umzug des Rentiers M. Feibelsohn nach Breslau, nach etwa fünfzigjährigem Leben in Schildberg Sie besuchte das Lehrerinnenseminar in Breslau bis 1879 und war danach als Lehrerin in Wien tätig. Dort wohnte sie mit ihrer Schwester Emna Feibelsohn (1862–1900) zusammen.BiographiA, 2016, S. 787; mit Angaben zu beiden Frauen; auch bei Pataky, 1, 1898, S. 207 und in Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 1894–1900 Laura Feibelsohn starb 1910 im Alter von 49 Jahren.Laura Feibelsohn Billion Graves, gibt den 30. April 1910 als Todestag an, BiographiA, 2016, den 28. April 1910
Übersetzungen Sie übersetzte als Laura Feil mehrere belletristische Werke aus dem Französischen und dem Russischen, einige als Fortsetzungsromane in Zeitungen und Zeitschriften.Deutscher Litteratur-Kalender auf das Jahr 1901, Sp. 341; Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 1909, Sp. 394; auch weitere Ausgaben seit 1894
Aus dem Französischen François Coppée, Novellen, 1891 Georges Ohnet, Nimrod & Co., 1893, wahrscheinlich Fortsetzungsroman (möglicherweise auch 1898 bei Buchausgabe)George Ohnet, Nimrod & Cie, Engelhorn, Stuttgart 1898 (Auszüge); autorisierte Übersetzung, ohne Nennung des Übersetzers P. Sales, Zum Opfer erkoren, 1895, wahrscheinlich Fortsetzungsroman Gyp [=Sibylle Gabrielle Riquette de Mirabeau], Vornehme Dilettanten, 1896, 2. Auflage 1900 Arbeiterinnen-Schicksal, Fortsetzungsroman in Arbeiter-Zeitung, Wien, 1899Norbert Bachleitner (Hrsg.), Quellen zur Rezeption des englischen und französischen Romans in Deutschland und Österreich im 19. Jahrhundert, Tübingen 1990, S. 108; nach Alfred Heller, Der Roman in der österreichischen "Arbeiterzeitung", Dissertation, Wien 1937, S. 167f., bearbeitet nach dem Französischen, aber ohne Nennung des Autors, erster Fortsetzungsroman im Jahrgang 1899 Léon Frapié, Die Kinderschule, 1905
Aus dem Russischen (Es sind aber keine besonderen Kenntnisse der russischen Sprache und Kultur in ihrer Biographie bekannt.) Maxim Gorki, Im Asyl für Obdachlose, Steinitz, Berlin 1902, 7. Tausend 1903, erste deutschsprachige ÜbersetzungHilmar Schnuck, Willi Gorzny (Bearb.), Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums 1700–1910, Band 48, K. G. Saur, München 1982, S. 331; mit zwei Ausgaben Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel vom 6. November 1902, S. 9059; auch am 15. Dezember 1902, S. 10456; die andere bekanntere Übersetzung von August Scholz Nachtasyl erschien erst 1903 W. W. Protopopoff, Außerhalb des Lebens, Dresden 1904
Literatur Ilse Korotin (Hrsg.): BiographiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1 A – H. Böhlau, Weimar Köln Wien 2016. S. 787 (Text) Sophie Pataky: Lexikon deutscher Frauen der Feder. Band 1. Berlin 1898. S. 207
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Emigrant aus Preußen Kategorie:Immigrant in Österreich-Ungarn Kategorie:Lehrer Kategorie:Übersetzer aus dem Französischen Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Schriftsteller (Wien) Kategorie:Geboren 1862 Kategorie:Gestorben 1910 Kategorie:Frau