Fritz Litzmann, mein Vater und ich ist ein Kino-Dokumentarfilm von Aljoscha Pause aus dem Jahr 2025.

In seinem Film erzählt der Filmemacher Aljoscha Pause die Geschichte seines Vaters Rainer Pause, der 1987 am Bonner Bundeskanzlerplatz das Kabarett-Theater Pantheon gründete und dort bis heute in Gestalt seiner Figur Fritz Litzmann auf der Bühne steht.

Hintergrund und Handlung Der Film ergründet die Motive des Künstlers Rainer Pause und wie sich seine Verwirklichung auf die Entwicklung seines Sohnes Aljoscha Pause auswirkte. Der Filmemacher stellt die Frage, warum Familie nie eine echte Konkurrenz zum radikalen Lebensentwurf des Vaters war, und ob der Vater die jugendliche Abwärtsspirale seines Sohnes nicht hätte stoppen können.

Der Film ist eine (Zeit-)Reise von Vater und Sohn zu den Quellen ihrer Träume, Ideen und Ängste – durch die deutsche Kabarettgeschichte und die Bonner Republik in den politisch bewegten 1970er- und 1980er-Jahren.

Neben Rainer und Aljoscha Pause kommen auch Künstler und Künstlerinnen wie Carolin Kebekus, Bastian Pastewka, Helge Schneider, Oliver Masucci, Michael Mittermeier, Gerhard Polt, Sebastian Pufpaff, Georg Schramm, Florian Schroeder oder die Politikerin Claudia Roth zu Wort.

Produktion Der Film entstand als Ko-Produktion von Pausefilm, Filmfaust und 3sat, gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW und dem Deutschen Filmförderfonds.

Veröffentlichung

Uraufführung hatte der Film am 10. Mai 2025 im Deutschen Theater, München auf dem 40. DOK.fest, wo er in der Reihe "Reframing History" gezeigt und für den VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis nominiert wurde. Die Kinopremiere fand am 12. Mai 2025 im ausverkauften Bonner Pantheon in Anwesenheit zahlreicher Protagonisten statt. Hierauf folgte eine bundesweite Kinotour sowie der bundesweite Kinostart im Verleih von Mindjazz Pictures am 29. Mai 2025. Am 11. Oktober 2025 hatte der Film seine Internationale Premiere auf dem 41. Filmfestival Warschau, wo er im offiziellen Wettbewerb gezeigt wurde.

Am 30. Oktober 2025 erschien der Film als limitierte Special Edition auf DVD mit umfangreichem Bonusmaterial, u. a. dem – im Vergleich zur ebenfalls enthaltenen Kinoversion – 32 Minuten längeren Director’s Cut. Am 27. November 2025 erschien der Film als Video on Demand (VoD).

Rezeption Auszeichnungen

Prädikat besonders wertvoll DOK.Fest München 2025, VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis: Nominierung Deutscher Filmmusikpreis 2025: Nominierung für die beste Musik im Film (Roland Meyer de Voltaire)

Kritik Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) schreibt zu ihrer Auszeichnung: „Eine spannende und hoch unterhaltsame Reise durch viele Jahrzehnte deutscher Kabarett- und Kulturgeschichte. Und dazu ein sehr persönliches Porträt zweier faszinierender und vielschichtiger Biografien, das in jeder Sekunde mitreißt und berührt. Ein in jeder Hinsicht beglückendes Filmerlebnis.“

Der Autor und Kabarettist Frank Goosen beschreibt Fritz Litzmann, mein Vater und ich als „einen anrührenden, schonungslosen, ehrlichen, spannenden, witzigen Film über Vater und Sohn, Leidenschaften und Abstürze, westdeutsche Kabarettgeschichte und die ausbleibende Weltrevolution.“ Und ergänzt, es sei „der beste Film, den ich seit langem gesehen habe.“

Journalist und Autor Hajo Schumacher schreibt im Hamburger Abendblatt, er habe „lange nicht mehr so gebannt im Kino gesessen“ und sei „so bewegt gegangen“ und nennt den Dokumentarfilm „Ein Meisterwerk“.Hajo Schumacher: Experiment am lebenden Kind. In: Hamburger Abendblatt. 77. Jahrgang, Nr. 136, 2025, S. 1.

Knut Elstermann (radioeins) nennt den Film „ein gewaltiges Werk über die Kleinkunst und ein sehr intimes Portrait einer komplizierten Vater-Sohn-Beziehung“.

Für den Rolling Stone ist Fritz Litzmann, mein Vater und ich „eine letztendlich versöhnliche Familiengeschichte“ und „gleichzeitig eine Hommage an die alte Bundeshauptstadt“, die „nebenbei eine Kritik der Idee unbedingter Selbstverwirklichung skizziert“.Johannes von Weizsäcker: Fritz Litzmann, mein Vater und ich. In: Rolling Stone, Nr. 368, 2025, S. 95

Für den Journalisten Joachim Hentschel ist es ein ihm „bislang völlig unbekanntes, superaufregendes Stück BRD-Sozialhistorie, Sittengeschichte und Familienreflexion in einem.“ und spricht eine „Absolute Kinoempfehlung“ aus.

Der Autor, Publizist, Medien- und Kulturwissenschaftler Marcus S. Kleiner beschreibt den Dokumentarfilm in seinem Podcast "Fugengold" wie folgt: „Ein Werk, das auf beeindruckende Weise die persönliche Familiengeschichte mit der deutschen Zeitgeschichte und der Geschichte des politischen Kabaretts verbindet und dabei tief berührt." Außerdem ist er für ihn "ein Film voller Wärme und Ehrlichkeit, voller Nachdenklichkeit und Tiefe.“

Weblinks

Fritz Litzmann, mein Vater und ich – Filmwebseite Fritz Litzmann, mein Vater und ich Trailer bei YouTube (Video)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Film mit dem FBW-Prädikat „besonders wertvoll“