mini|Maria-Hilf-Kapelle
Koppenwind ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rauhenebrach im Landkreis Haßberge (Unterfranken, Bayern). Die Gemarkung Koppenwind hat eine Fläche von 2,308 km². Sie ist in 533 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4329,90 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Klebheimerhof. Die Einöde Erlenbachmühle zählt zum Gemeindeteil Koppenwind.
Geografie Das Kirchdorf liegt im Tal des Erlenbach, einem rechten Zufluss der Rauhen Ebrach, und am Pelzgraben, der innerorts als rechter Zufluss in den Erlenbach mündet. Der Ort ist von allen Seiten außer dem Norden von der Koppenwinder Forst umgeben. Die Kreisstraße HAS 17 führt zur Staatsstraße 2258 (1 km nordwestlich) bzw. nach Theinheim zur Staatsstraße 2274 (1,9 km nordöstlich).
Geschichte Der Ort ist eine Ansiedlung von Wenden durch eine von der fränkischen Obrigkeit beauftragten Person namens Kopp. Die Wenden hatten die Aufgabe Holz zu fällen, Kohlenbrennen und Pechsiederei zu betreiben. Im Jahr 1278 wurde der Ort erstmals genannt, als Ludwig von Windheim die Vogtei über Koppenwind an das Hochstift Würzburg abgab. 1385 saß auf dem Ort ein Götz von Seinsheim, später die von Rotenhan; 1628 verpfändete Konrad von Rotenhan seine Besitzungen mit dauernder Wirkung an das Kloster Ebrach. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde an Stelle des verfallenen Schlosses ein Ebracher Amtshaus errichtet.P. Schneider: Steigerwald, S. 149.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Koppenwind aus 37 Anwesen (1 Schloss mit Ökonomiegebäuden, 1 Hof, 1 Schäferei mit Wohnhaus, 16 Gütlein, 15 Häuslein, 1 Wirtshaus mit Brauhaus, 2 Mühlen). Das Hochgericht übte das würzburgische Centamt Oberschwarzach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Kloster Ebrach.H. Weiß: Bamberg, S. 138f.
Im Jahre 1802 kam Koppenwind an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Koppenwind gebildet, zu dem Klebheimerhof gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Koppenwind, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgwindheim (1919 in Finanzamt Burgwindheim umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Koppenwind zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).H. Weiß: Bamberg, S. 251. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,310 km².
Am 1. Juli 1972 wurde Koppenwind im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rauhenebrach eingemeindet.
Baudenkmäler In Koppenwind gibt es zwei Baudenkmäler: Katholische Kapelle Klosterweg 1: Ehemaliges Ebrachsches Amtshaus mit Schlossgarten, Torhaus, Stall und Scheune
Einwohnerentwicklung Gemeinde Koppenwind Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 218 226 232 236 261 263 248 259 256 251 253 260 271 280 286 288 295 269 270 353 334 292 305 328HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 37 46 46 66 47 49 50 56 Quelle
Ort Koppenwind Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2024Einwohner 208 255 244 244 262 288 322 297 321 315 287Häuser 36 45 46 48 49 55 75 Quelle
Religion Koppenwind ist ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach Mariä Himmelfahrt (Ebrach) gepfarrt, seit dem 19. Jahrhundert ist die Pfarrei St. Barbara und St. Laurentius (Theinheim) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Haßberge Kategorie:Geographie (Rauhenebrach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Haßberge) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ersterwähnung 1278 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Haßberge