Der Seebebach (oder Seebenbach) und auch Sewenbach ist ein fast acht Kilometer langer Wildbach in den Emmentaler Alpen. Er entwässert ein Berggebiet im Schweizer Kanton Obwalden, wo er Sewenbach genannt wird, und im Kanton Luzern, wo sein Name Seebebach ist. Die beiden Bezeichnungen und Schreibweisen (so auch auf der Schweizer Landeskarte) sind verschiedene mundartliche Lautungen des gleichen Gewässernamens. Der Bach mündet östlich von Flühli in den Rotbach und gehört mit diesem zum Einzugsgebiet der Aare.

Geographie Verlauf Der Wildbach entspringt auf als Sewenbach im Gebiet der Obwaldner Gemeinde Sarnen im Tal Ober-Sewen am Osthang des Berges Fürstein. Er fliesst über mehrere Talstufen der Berglandschaft zwischen den Anhöhen Fürstein, Rickhubel, Sewenegg, Trogenegg und Sattelstock und durch weite Feuchtgebiete. Zwischen den Alpweiden von Ober-Sewen und Unter-Sewenschwand liegt das Bachbett nahe am schönen Bergsee Sewenseeli. In der Nähe bauten die Alpbesitzer 1893 ein Kurhaus, zu dem 1936 noch eine Bergkapelle kam. Als die Schweizer Armee 1974 das Alpgebiet erwarb, um darauf einen Schiessplatz einzurichten, wurde das Gasthaus am Bach abgebrochen.Seewenalp wird Militärschiessplatz. In: Luzerner Tagblatt. 6. Juni 1974.Website der «Seewenalp».

Während die trockeneren Flächen des Berggebiets alpwirtschaftlich genutzt werden, erstrecken sich daneben in vielen feuchten Zonen grosse Moore, die unter verschiedenen Nummern in den Bundesinventaren der Flachmoore, der Hochmoore und der Amphibienlaichgebiete registriert sind.Beispiel eines geschützten Flachmoors: «Unter Sewen» im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung.Beispiel eines gechützten Hochmoors: «Ober Sewen» im Bundesinventar der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung.Beispiel eines Amphibienschutzgebiets: «Sewenseeli» im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung. Ausserdem liegt das ganze Einzugsgebiet des Sewenbachs in der Moorlandschaft «Glaubenberg», die im Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung ausgewiesen ist.Objektblatt «Glaubenberg» im Bundesinventar der Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung.Bericht des Regierungsrats über die Genehmigung der kantonalen Schutz- und Nutzungsplanung Moorlandschaft Glaubenberg, Gemeinden Alpnach, Sarnen und Giswil vom 6. März 2012 auf ow.ch. In den feuchten Flächen entspringen zahlreiche kleine, namenlose Bergbäche und laufen von allen Seiten zum Sewenbach.

Unterhalb der Alp Schwand, deren Name anzeigt, dass ihr Weidegebiet durch Rodung im Bergwald gewonnen wurde, verlässt der Sewenbach auf das Gebiet des Kantons Obwalden und fliesst gegen Westen weiter als Seebebach durch Wald und Alpweiden der Luzerner Gemeinde Flühli. Zwischen den Alpgebieten Schönenbüel und Stäldili fliesst er gegen Westen in einem bewaldeten Tobel mit instabilen Erosionshängen. Nach zwei Kilometern nimmt er auf von rechts den Grönbach, seinen grössten Nebenbach, auf; der mehr als vier Kilometer lange Grönbach kommt aus dem Tal Grön zwischen dem Fürstein und der Schwändiliflue. Er entspringt an der Wasserfallenegg und entwässert auch die Umgebung des Änggelaueneseelis. Auch am Grönbach liegen national bedeutende Moore.Beispiel eines geschützten Flachmoors: «Wasserfallenegg/Grön» im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung.

Unterhalb der Mündung des Grönbachs tritt der Seebenbach in eine tief in das Bergmassiv eingeschnittene Schlucht ein, die Chessiloch genannt wird. Mit Wasserfällen und Kaskaden überwindet er im etwa einen halben Kilometer langen Tobel ein Gefälle von fast einhundert Metern und mündet danach auf in den Rotbach. Die als Natursehenswürdigkeit bekannte Schlucht ist durch einen Fussweg und eine kleine Hängebrücke erschlossen; und die regionalen Wanderwege führen in grosser Höhe auf der Hängebrücke Chessimätteli über das Chessiloch.

Einzugsgebiet Das 12,19 km² grosse Einzugsgebiet des Seebebachs liegt in den Emmentaler Alpen und wird über die Rotbach, die Waldemme, die Kleine Emme, die Reuss, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Das Einzugsgebiet des Sewenbachs grenzt im Norden an jenes der Grossen Entle im Osten an jenes des Steinibachs im Süden an jenes der Gross Laui im Südosten an jenes des Rotbachs und im Westen an jenes der Waldemme.

Es besteht zu 47,2 % aus bestockter Fläche, zu 40,1 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 1,2 % aus Siedlungsfläche und zu 11,5 % aus unproduktiven Flächen.

Flächenverteilung

Die mittlere Höhe beträgt , und der höchste Punkt ist der Fürstein mit im Nordosten des Einzugsgebietes.

Zuflüsse Grönbach (rechts), 4,1 km, 5,64 km², 230 l/s

Hydrologie Bei der Münundung des Seebebachs mit den Rotbach beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 510 l/s. Sein Abflussregimetyp ist nival alpin Abrufbar unter , und seine AbflussvariabilitätDie Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert. beträgt 18.

Weblinks

Verlauf des Sewenbachs auf dem Geoportal des Kantons Obwalden Verlauf des Seebebachs auf dem Geoportal des Kantons Luzern Verlauf des Seebebachs auf dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Flühli) Kategorie:Geographie (Sarnen)