Rosa Vásquez Espinoza ist eine peruanische chemische Biologin und Naturforscherin, die durch Forschung zu extremofilen Mikroorganismen und zu den medizinisch bedeutsamen Honigen der Stachellosen Bienen Amazoniens bekannt wurde. Im Jahr 2024 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen. 2025 wurde sie als Laureatin des UNESCO–Al Fozan International Prize ausgezeichnet, der weltweit fünf junge Wissenschaftler ehrt.
Leben Vásquez wuchs in Peru mit andin-amazonischen Vorfahren auf; Frühprägung durch die traditionelle Pflanzenheilkunde ihrer Großmutter weckte ihr Interesse an Naturstoffen und Mikrobiologie. Nach einem Doppelstudium in Biologie und Chemie (B.S., 2015) an der Tennessee Technological University folgte an der University of Michigan die Promotion in chemischer Biologie. Während ihrer Zeit in Michigan rief sie das fächerübergreifende Projekt MicroAmazon ins Leben, welches die mikrobielle Vielfalt des peruanischen Amazoniens kartiert und ihr ökologisches wie medizinisches Potenzial erforscht. Zugleich wurde sie als National Geographic Explorer gefördert.
Wirken Vásquez verbindet zur Identifizierung bestehender Anpassungsmechanismen und möglicher biomedizinischer Anwendungen Forschungsreisen in extreme Lebensräume – darunter das nahezu kochend heiße Flusssystem Mayantuyacu – mit chemisch-biologischen Analysen der dort überlebensfähigen Mikroorganismen. Ein zweiter Schwerpunkt gilt den Stachellosen Bienen der Amazonasregion und ihren pharmakologisch interessanten Honigen, die sie als Teil von MicroAmazon und in Kooperation mit lokalen Gemeinschaften untersucht. Im Jahr 2021 gründete sie die Nichtregierungsorganisation Amazon Research Internacional (ARI), die Biodiversitätsforschung, indigene Wissenssysteme, Ausbildung und Gemeindeschutz in der Region verbindet. Gemeinsam mit Asháninka-Organisationen und Partnern arbeitet sie seit 2025 zudem an Initiativen zum Recht der Natur, welche den Schutz der Stachellosen Bienen rechtlich stärken sollen. Für die Verknüpfung indigener Expertise mit moderner Wissenschaft, für Nachwuchsförderung sowie für Beiträge zu Naturschutzstrategien erhielt sie 2025 den UNESCO–Al Fozan International Prize. 2026 wurde Vásquez mit dem Rolex-Preis für Unternehmungsgeist ausgezeichnet.
Einzelnachweise
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