mini|Pfarrkirche St. Margareta in Lengerich St. Margareta in Lengerich im Tecklenburger Land (im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt) ist die römisch-katholische Hauptkirche der Pfarrei Seliger Niels Stensen (Lengerich). Sie steht unter dem Patrozinium der heiligen Margareta von Antiochia und gehört zum Kreisdekanat Steinfurt im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine neobarocke Saalkirche mit Turm und hat 460 Sitzplätze. Es ist unter der Nr. 16 in der Liste der Baudenkmäler in Lengerich (Westfalen) eingetragen.
Geschichte Lengerich wurde um 800 als Urpfarrei und als Filialkirche von Ibbenbüren gegründet und bekam nach der Reformation 1843 aufgrund der nur wenigen Katholiken zusammen mit Tecklenburg, Ledde, Leeden und Lienen Pfarrrechte verliehen.
In Lengerich feierte die katholische Gemeinde ihre Gottesdienste zunächst in Privaträumen. 1893 wurde eine Notkapelle mit dem von der evangelischen Stadtkirche übernommenem Margaretenpatrozinium errichtet. Durch den Zuzug vieler katholischer Arbeiter in der Kalk- und Zementindustrie wuchs die Gemeinde stark an und der Platz in diesem Fachwerkbau reichte nicht mehr aus. Nach dem Verkauf der Notkirche an die Bauerschaft Brögbern (Lingen) wurde das nach den Plänen des Architekten Heinrich Wartenberg (Münster) 1926/28 gebaute neue Gotteshaus am 12. April 1928 konsekriert. Das Kirchengebäude ist ein Saalbau mit Querhaus und entstand im neobarocken Stil zusammen mit einem Zwiebelturm mit zwei ebenfalls verputzten Treppentürmen. Das zu klein gewordene Kirchenschiff wurde nach der letzten Eucharistiefeier am 8. März 1971 abgerissen und aus Backstein mit großen Glasflächen neu errichtet sowie durch einen eingeschossigen Anbau erweitert. Die Weihe fand am 7. November 1971 statt. Der alte Kirchturm blieb erhalten und wurde am 20. Juni 1986 unter der Nummer 16 in die Liste der Baudenkmäler in Lengerich (Westfalen) aufgenommen.
Zu den Gebäuden der Gemeinde gehörten das 1885 gebaute und 1956/57 erweiterte Pfarrhaus, die Kaplanei von 1964, das Pfarrheim (mit Bücherei) von 1968 und der Kindergarten von 1969. Im Lauf ihrer Geschichte war St. Margareta mit mehreren benachbarten Kirchen verbunden und wurde nach der Abtrennung von St. Michael (Tecklenburg) 1981 eine eigenständige Pfarrei.
Am 11. Juni 2006 fusionierten St. Christophorus (Ladbergen), St. Margareta (Lengerich), Maria Frieden (Lienen) und St. Michael (Tecklenburg) zur neuen Gemeinde Seliger Niels Stensen (Lengerich) mit St. Margareta als Pfarrkirche.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Reinhildis (Hörstel), St. Mauritius (Ibbenbüren) und Seliger Niels Stensen (Lengerich) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Hörstel-Ibbenbüren-Lengerich“.
Glocken Im Turm von St. Margareta hängen die folgenden vier Kirchenglocken:
Glocke 1: Schlagton: es1; Ø 143 cm; Stahl; Gießerei: Bochumer Verein; Gussjahr: 1956 Glocke 2: Schlagton: ges1; Ø 118 cm; Stahl; Gießerei: Bochumer Verein; Gussjahr: 1956 Glocke 3: Schlagton: as1; Ø 96 cm; Bronze; Gießerei: Petit & Edelbrock; Gussjahr: 1952 Glocke 4: Schlagton: b1; Ø 93 cm; Stahl; Gießerei: Bochumer Verein; Gussjahr: 1956.
Orgel Für St. Margareta in Lengerich baute die Firma Franz Breil (Dorsten) 1959 eine Schleifladen-Orgel mit 17 Registern und mechanischen Trakturen.
Literatur
Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Margareta (Lengerich) Website vom Kreisdekanat Steinfurt
Einzelnachweise
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