mini|Sternhotel mit Eingang zu den Stern-Lichtspielen (links) am Bonner Markt (2016)
Stern-Lichtspiele (auch Sternlichtspiele sowie Sternkino) ist der Name eines Filmtheaters am Bonner Markt. Es wurde 1913 im Ballsaal des benachbarten Sternhotel eröffnet und ist damit das älteste noch bestehende Kino der Stadt Bonn und eines der ältesten im Rheinland. Die bevorstehende Schließung des Kinos wurde bekanntgegeben.
Geschichte Als das Sternhotel 1895 neu errichtet wurde, erhielt es einen großzügigen Veranstaltungssaal mit aufwendigem Stuckdekor und Kronleuchtern. Dieser Raum wurde 1913 in ein Kino umgewandelt, das den Namen Stern-Lichtspiele erhielt. Zum feierlichen Eröffnungsabend am 16. Dezember 1913 erschien ein großes Publikum, darunter Viktoria von Preußen, was dem neuen Filmtheater besondere öffentliche Aufmerksamkeit verschaffte.
Zu Beginn verfügte das Kino über einen einzigen Saal. Das Hotelpersonal reagierte anfänglich reserviert auf die neue Form der Unterhaltung, die als wenig standesgemäß galt.
Während eines Luftangriffs im Jahr 1944 wurde das Gebäude schwer beschädigt. Die reich verzierte Rokoko-Gipsdecke stürzte ein und der Saal brannte vollständig aus. Bereits ab 1945 begann der Wiederaufbau, und im September 1948 konnte das Kino unter dem neuen Pächter Ferdinand La Roche wiedereröffnen.
1954 wurde die Bühne entfernt und die bisherige Leinwand durch eine größere Breitwandfläche ersetzt. Ein zweiter Saal kam 1959 hinzu, als im benachbarten Gebäude Am Markt 10–12 das Filmstudio mit 280 Sitzen eröffnet wurde. Dieses bestand bis zu seiner Schließung im Jahr 2013.
1973 wurden die Stern-Lichtspiele und das Filmstudio vom Filmtheaterbetrieb Willi Goldermann übernommen und als Kino-Center am Markt zusammengefasst. In diesem Zuge wurde der große Saal des Sterns in zwei kleinere Säle unterteilt, die als Stern I und Stern II (Sternchen) betrieben wurden. Zur Wiedereröffnung nach einem umfangreichen Umbau erschien unter anderem der Schauspieler Roger Moore, wie ein Eintrag im Gästebuch belegt.
1984 besuchte der Regisseur Sergio Leone das Kino anlässlich der Premiere von Es war einmal in Amerika.
1989 wurde das Obergeschoss zum dritten Saal, dem Comet, ausgebaut, sodass fortan über 500 Sitzplätze zur Verfügung standen.
Zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2013 erhielt das Kino unter anderem ein neues Tonsystem und Projektoren, die auch 3D-Filme wiedergeben können.
Die Stern-Lichtspiele gehören heute zur Kinogruppe Cinestar.
Im Februar 2026 gab der Betreiber die bevorstehende Schließung des Kinos bekannt, ohne dass ein genaues Datum genannt wurde. Im Juli 2026 übergab eine von Kino-Beschäftigten gegründete Initiative der Bonner Bezirksbürgermeisterin Nicole Bonnie eine Petition mit mehr als 6.100 Unterschriften für den Erhalt des Kinos und forderte einen runden Tisch mit der Stadt, der Gebäudeeigentümerin und weiteren Beteiligten. Im August 2026 berichtete der General-Anzeiger über Pläne der Eigentümerin Centralis, den Gebäudekomplex in ein Haus mit 130 „Serviced Apartments“ und ergänzender Gastronomie umzubauen, wobei im Erdgeschoss ein Brauhaus der Brauerei Augustiner-Bräu vorgesehen sei.
Siehe auch Bonner Kinos
Weblinks
Offizielle Website der Stern-Lichtspiele
Einzelnachweise
Kategorie:Kino in Bonn Kategorie:Unternehmensgründung 1913 Kategorie:Kulturelle Organisation (Bonn) Kategorie:Veranstaltungsstätte in Bonn Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Bonn Kategorie:Erbaut 1895 Kategorie:Zerstört im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Rekonstruiertes Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Bauwerk des Historismus in Bonn