Die Allgemeine Krise des Kapitalismus ist ein marxistisch-leninistischer Begriff, der die gesamte Entwicklung des kapitalistischen Systems seit dem Ersten Weltkrieg beschreibt.

Hauptzüge Die Hauptzüge dieser Entwicklung sind:

der Triumph des Monopolkapitalismus über die freie Konkurrenz Die Organisation des Monopolkapitalismus im internationalen Maßstab auf der Basis einer permanenten Kriegswirtschaft mit zunehmenden staatskapitalistischen bzw. staatsmonopolistischen Tendenzen Ökonomische und politische Unterjochung der schwächeren kapitalistischen Mächte durch die stärkeren Mächte und diese wiederum durch die stärksten, wobei interkontinentale Ausbeutungsverhältnisse entstehen Totale Mobilisierung aller Hilfsquellen (menschliche, materielle, technische) zum Kampf gegen den Kommunismus Einschränkung oder Abschaffung des demokratischen Prozesses, der staatsbürgerlichen und politischen Freiheiten und der liberalen und humanitären Ideologien Bekämpfung des revolutionären Potentials innerhalb des kapitalistischen Systems Sozialpolitische Aufteilung der Welt in Zwei Lager

Die Allgemeine Krise wurde als Ausdruck der monopolistischen Stufe der kapitalistischen Entwicklung angesehen bei der der Konflikt zwischen gesellschaftlichen Charakter der Produktivkräfte und ihrer privatkapitalistischen Aneignung einen Höhepunkt erreicht hat.

Der Kapitalismus kann nicht mehr in seiner klassischen Weise funktionieren. Die Reproduktion der kapitalistischen Gesellschaft kann nicht mehr dem freien Unternehmertum und der freien Konkurrenz überlassen werden. Das System kann nur durch die erweiterte staatliche Kontrollen mit monopolistischer Reglementierung und Herrschaft, durch Kriege oder Kriegsvorbereitungen und intensivierte Ausbeutung weiter funktionieren.

Phasen

Die Allgemeine Krise wurde in 2 Hauptphasen eingeteilt, in die Zwischenkriegszeit zwischen den Weltkriegen und die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die erste Phase wurde in drei Perioden eingeteilt: revolutionäre Situation nach dem Ersten Weltkrieg relative Stabilisierung Verschärfung der ökonomischen Krise, Kriege zu ihrer Lösung und ansteigende revolutionäre Flut

Faschismus und Nationalsozialismus wurden als Versuche angesehen, die kapitalistische Krise durch verschärfte Ausbeutung der Werktätigen und der Kolonien, Versklavung der Völker, und den Krieg gegen die Sowjetunion zu lösen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschärfte sich die Krise des Kapitalismus. Der kapitalistische Weltmarkt schrumpfte kolossal, durch den entgegengesetzten sozialistischen Weltmarkt. Die schmaler werdende Basis von Absatzmärkten, Rohstoffen und billigen Arbeitskräften zwang die mächtigsten kapitalistischen Gruppen zu einem brutalen Kampf um ihren Anteil am verringerten Markt.

Literatur Herbert Marcuse: Die Gesellschaftslehre des sowjetischen Marxismus. Neuwied und Berlin 1969, S. 64 ff.

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