Margie Masako Koho Yamamoto (* 14. April 1922Koho Yamamoto. robertbanat.com, abgerufen am 4. Dezember 2025 in Alviso, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Malerin japanischer Herkunft. Sie unterrichtet Sumi-e-Malerei und Kalligrafie. Sie gehört als Kibei Nisei zur zweiten Generation japanischstämmiger US-Amerikaner, die einen Teil ihrer Kindheit in Japan verbracht haben. Yamamoto wurde insbesondere durch die Verbindung von Sumi-e-Techniken mit abstraktem Expressionismus sowie durch ihre jahrzehntelange Lehrtätigkeit in New York bekannt.
Leben Masako Yamamoto wurde als viertes Kind des Kalligrafen und Dichters Wataro Yamamoto und dessen Frau Sayo geboren. Kurz nach ihrer Geburt zog die Familie nach Japan, wo Yamamoto ihre frühe Kindheit in der Präfektur Fukuoka verbrachte und bereits in jungen Jahren mit der Kalligrafie begann. Ihre Mutter starb, als sie vier Jahre alt war. Im Jahr 1931 kehrte sie im Alter von neun Jahren zusammen mit ihren Geschwistern in die USA zurück, während der Vater in Kalifornien ein Restaurant betrieb.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und dem Erlass der Executive Order 9066 wurde sie mit ihrer Familie zunächst in das Tanforan Assembly Center überführt. Dort besuchte sie den Unterricht in japanischer und westlicher Malerei bei Chiura Obata sowie George und Hisako Hibi. Anschließend wurde die Familie in das Topaz War Relocation Center in Utah verlegt, wo Masako Yamamoto ihre Ausbildung an der von Obata gegründeten Topaz Art School fortsetzte. Obata verlieh ihr den Künstlernamen Koho, der aus den Zeichen für rot (kō) und Hafen (ho/ura) zusammengesetzt ist und eine Anlehnung an seinen eigenen Namen darstellt. In Topaz war sie zudem Mitglied eines japanischsprachigen Dichterkreises. Am 28. September 1943 wurde die Familie in das Tule Lake Segregation Center verlegt. Nach Kriegsende reiste Masako Yamamoto am 24. September 1945 nach New York, wo sie zunächst als Krankenpflegehelferin und Keramikmalerin arbeitete. Parallel dazu studierte sie Kunst an der von Tarō Yashima gegründeten Kunstschule, wo sie unter anderem den Künstler Hideo Kobashigawa kennenlernte, den sie 1951 heiratete. Beide erhielten ein 18-monatiges Stipendium für die Art Students League of New York, an der Masako Yamamoto insgesamt sieben Jahre studierte und sich der abstrakten Malerei zuwandte.
Die wirtschaftliche Lage des Paares war schwierig. Masako Yamamoto musste ihre künstlerische Arbeit zeitweise unterbrechen, um den Lebensunterhalt zu sichern, während ihr Mann in der Gastronomie arbeitete. Ein vorübergehender Aufenthalt in San Francisco, bei dem sie sich um ihren Vater kümmerte, führte zur Trennung. Doch 1955 kehrte sie nach New York zurück und nahm ihr Kunststudium wieder auf. Die Ehe wurde 1964 geschieden.
Künstlerische Laufbahn Nach ihrer Rückkehr schloss sich Masako Yamamoto der Gallery 84 an, einer Galerie der 10th Street Cooperative, in der sie eine Einzelausstellung erhielt. Die zeitgenössische Kritik bezeichnete ihre Arbeiten zu dieser Zeit als fantastische dunkle Landschaften. 1973 gründete sie in der MacDougal Street in SoHo die Koho School of Sumi-e, die einzige Schule dieser Art in New York. Sie etablierte ihre Lehrmethode auf der Grundlage des Notan-Prinzips (Hell-Dunkel-Kontraste) und erlaubte die Verwendung von Wasserfarbe sowie abstrakt-expressionistische Einflüsse erst fortgeschrittenen Schülern. In den 1970er-Jahren gehörte sie zu den ersten Künstlerinnen, die die damals noch weitgehend unerschlossenen Räume in SoHo als Loft und Atelier nutzten. Der Bildhauer Isamu Noguchi lobte ihre abstrakten Sumi-e-Arbeiten. Die Schule bestand 37 Jahre lang und wurde 2010 geschlossen. Yamamoto lebt weiterhin in New York, wo sie Schüler empfängt und künstlerisch arbeitet.
Ausstellungen Yamamoto stellte ihre Werke in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen aus, darunter: 1973: Japan Cultural Center, New York 1975: Japanese Art Museum (Sato Sakura Museum) 1978: Fairleigh Dickinson University 1979: New York World Trade Center; Bizen Gallery, New York 1980: Wanderausstellung in China 1983: Charles Evans Gallery, New York 1985: Koch Gallery, Lincoln Center, New York 1986: Kukwao Gallery, Tenafly, New Jersey 1987: New York Open Center 1989: Kenshaw Gallery, Woodstock, New York 2004: Evergreen Gallery, Spring Lake, New Jersey 2008: Japanese American Internment Art Exhibit 2012: Interchurch Center Corridor Gallery 2013: Aaron Davis Hall, CCNY 2014: Japanese American Association of New York 2017: Cubico, SoHo, New York
Literatur
Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson, Paul J. Karlstrom: Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford University Press, Stanford, California 2008. Chiura Obata, Kimi Kodani Hill: Chiura Obata's topaz moon : art of the internment. Heyday Books 2000.
Weblinks
Densho Encyclopedia Sumi-e Artist Koho Yamamoto, New York City’s Treasure
Einzelnachweise
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