mini|Robert Beig, 2019 Robert Beig (geboren am 21. August 1948 in Wien) ist ein österreichischer theoretischer Physiker und ehemaliger Professor der Universität Wien. Sein Hauptarbeitsgebiet ist die relativistische Gravitationstheorie.
Familie Robert Beig wurde 1948 als einziges Kind des Versicherungskaufmanns Herbert Beig und seiner Frau Alice, geborene Tichy, in Wien geboren. Seine in Wien geborene Mutter floh am 20. Februar 1939 mit anderen Kindern und Jugendlichen per Kindertransport nach Großbritannien. Herbert Beig stammte aus einer bürgerlichen Döblinger Familie, sein Vater Zoltan Beig war Prokurist beim Wiener Bankverein. Herbert Beig wurde am 28. April 1938 als „nichtarischer“ Schüler vom Schulbesuch im Bundesgymnasium Wien 19 ausgeschlossen und konnte zusammen mit seiner Mutter nach Großbritannien entkommen. Bei der britischen Emigrantenorganisation „Young Austria“ lernten Alice Tichy und Herbert Beig einander kennen. Sie heirateten in der britischen Emigration und kehrten 1946 nach Wien zurück. Alice Tichy verlor durch den Holocaust ihren Vater, eine Großmutter sowie zwei Onkel und deren Ehefrauen. Einer dieser Onkel war der österreichische Nationalteamspieler und Fußballtrainer Otto Fischer. Auch Herbert Beigs Großmutter Gisela Klein (geboren 1868 in Olmütz) und seine Tante Lydia Klein (geboren 1900 in Wien) wurden in der Shoah ermordet.
Robert Beig ist geschieden und hat zwei Kinder (geboren 1978 und 1980).
Akademische Laufbahn Robert Beig studierte Physik und Mathematik an der Universität Wien, wo er 1974 bei Roman Sexl mit einer Arbeit über „Strahlungsdämpfung im äußeren Gravitationsfeld“ promovierte. Von 1972 bis 1974 war er am Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig. Unterbrochen durch Gastaufenthalte u. a. am Max-Planck-Institut für Astrophysik (Garching bei München), am Institute for Theoretical Physics (University of California, Santa Barbara), am Albert-Einstein-Institut (Golm bei Potsdam), am Isaac Newton Institut for Mathematical Sciences (University of Cambridge), am Mittag-Leffler-Institut (Djursholm bei Stockholm) und am Mathematical Sciences Research Institute (University of California, Berkeley) forschte und lehrte er seit 1975 an der Universität Wien. 1981 habilitierte sich Beig mit der Arbeit „The multipole expansion in general relativity“ an der Universität Wien, ab 1989 wirkte er dort als außerordentlicher Universitätsprofessor. Seit 2013 ist er im Ruhestand, aber weiterhin wissenschaftlich tätig.
Forschungsschwerpunkte Beig arbeitet hauptsächlich auf dem Gebiet der mathematischen allgemeinen Relativitätstheorie. Er untersuchte unter anderem die Asymptotik des Gravitationsfelds, die Hamiltonsche Formulierung der Einstein-Gleichungen, die Theorie stationärer Lösungen sowie die Lösungen der sogenannten Zwangsgleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie. Seit dem Jahr 2000 befasst er sich außerdem mit relativistischer Elastizitätstheorie und hat in diesem Bereich einige grundlegende Arbeiten verfasst bzw. mitverfasst.
Preise, Mitgliedschaften Beig erhielt 1983 den Erich-Schmid-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er war von 1997 bis 2005 Mitglied des Fachbeirats des Albert-Einstein-Instituts in Golm, von 1997 bis 2010 Mitherausgeber der Springer Lecture Notes in Physics und von 2001 bis 2015 „Subject Editor“ für mathematische Relativitätstheorie des Online-Journals Living Reviews in Relativity.
Sportliche Tätigkeit Seit 2008 schwimmt Robert Beig für den SC Hakoah Wien. Er nimmt an nationalen wie internationalen Wettkämpfen teil.
Publikationen (Auswahl)
Hochschulschriften
Wissenschaftliche Artikel (Auswahl)
Literatur Alexander Juraske, Otto „Schloime“ Fischer. Ein jüdischer Fußballstar aus Wien, Berlin/Leipzig 2024. Martin Krist, Vertreibungsschicksale. Jüdische Schüler eines Wiener Gymnasiums 1938 und ihre Lebenswege, Wien 2001, S. 150. Brigitte Schellmann, Who’s Who in German. Biographisches Kompendium in deutscher Sprache, Berlin 1999/2000, S. 187.
Weblinks Oral History Notes, Interviewreihe mit Robert Beig, durchgeführt von Larry Sicular im Zeitraum April 2023 – Mai 2024, online unter: https://sicularassociates.com/2025/02/04/bobbys-oral-history-introduction-and-recordings/ Profil bei inspireHEP (High Energy Physics): Links und Liste verbundener Veröffentlichungen
Einzelnachweise
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