Aero Fighters Assault, in Japan bekannt als Sonic Wings Assault, ist eine Arcade-artige militärische Flugsimulation, die von Paradigm Entertainment entwickelt und von Video System für das Nintendo 64 im Jahr 1997 veröffentlicht wurde.
Es ist das erste und einzige Spiel in der Aero-Fighters-Reihe mit 3D-Computergrafik sowie der sechste und letzte Titel der Serie, bevor Video System Insolvenz anmeldete.
Das Spiel lässt eine Gruppe von Piloten gegen eine fiktive Organisation namens Phutta Morgana antreten, um diese daran zu hindern, die Weltherrschaft an sich zu reißen.
Aero Fighters Assault erhielt lediglich mittelmäßige Kritiken und wurde u. a. für sein ruckeliges Gameplay kritisiert.
Ein geplanter Nachfolger für das N64 mit dem Titel Harrier wurde angekündigt und befand sich bereits in Entwicklung, wurde jedoch nie veröffentlicht.
Gameplay Das Spiel versetzt den Spieler in die Rolle eines von vier Piloten, die in ihren modernen Düsenjägern gegen die terroristische Organisation Phutta Morgana antreten. Das Hauptziel jeder Mission besteht darin, das mächtige Boss-Flugzeug oder die Kriegsmaschine des Levels zu zerstören. Der Spieler muss dies innerhalb eines Zeitlimits tun. Die Missionen sind abwechslungsreich gestaltet und umfassen nicht nur reine Luftkämpfe, sondern auch Aufgaben wie Aufklärung, den Schutz von Einheiten (z. B. des Flugzeugträgers Goliath) oder das Bekämpfen großer Flotten.
Punkte werden für das Überleben aller Flügelmänner, die verbleibende Anzahl an defensiven Gegenmaßnahmen und Spezialwaffen des Spielers sowie die verbleibende Anzahl an Treffern des Flugzeugs bei Beendigung des Levels vergeben. In vielen Fällen schaltet das Erzielen hoher Punktwerte während des Spiels eine Bonusmission frei, wobei es insgesamt vier Bonusmissionen gibt.
Zu Beginn stehen vier Flugzeuge zur Auswahl, jedes mit einer anderen Spezialwaffe und einem anderen Raketentyp. Zwei weitere Flugzeuge können freigeschaltet werden: eines über einen Cheatcode und das andere durch erfolgreiches Abschließen aller Missionen im Spiel, einschließlich der Bonusmissionen. Das Farbschema der Flugzeuge für die vier Hauptcharaktere kann durch Drücken der R-Taste im Auswahlbildschirm geändert werden. Zusätzliche Flugzeuge können auch für den Mehrspielermodus freigeschaltet werden, basierend auf dem Fortschritt in der Einzelspieler-Kampagne.
Das Spiel bietet auch einen Mehrspieler-Deathmatch-Modus, bei dem zwei Spieler gegeneinander antreten.
Entwicklung Die Entwicklung erfolgte in einer Kooperation zwischen beiden Studios: Das japanische Unternehmen Video System war für die kreativen und konzeptionellen Aspekte des Spiels verantwortlich. Dies umfasste die Planung, die grundlegenden Entwürfe, die Bestimmung des Gameplay-Designs sowie die visuelle Gestaltung. Die technische Realisierung und Implementierung wurde von dem US-amerikanischen Studio Paradigm Entertainment übernommen, welches die Programmierung für die N64-Plattform durchführte.
Die Entwicklung von Aero Fighters Assault begann im Winter 1996 und dauerte etwa zehn Monate. Das gesamte Entwicklungsteam umfasste 23 Personen, darunter vierzehn Ingenieure und sechs Designer von Paradigm sowie einen Game Planner, einen Director und einen Producer von Video System.
Das Spiel wurde zum ersten Mal in Videoform auf der Shoshinkai im November 1996 vorgestellt und auf der E3 im Jahr 1997 mit einer spielbaren Demo präsentiert.
Video System kooperierte für den Vertrieb des Spiels mit unterschiedlichen Partnern in den jeweiligen Regionen: Konami übernahm den Vertrieb in Europa, während Vic Tokai für die Veröffentlichung in Nordamerika zuständig war.
Die Entwicklung von Aero Fighters Assault war der Auftakt einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen Paradigm und Video System. Nach der Veröffentlichung von Aero Fighters Assault begannen die Firmen mit der Entwicklung eines zweiten, realistischeren Luftkampfspiels namens Harrier und kündigten an, dass noch weitere Nintendo-Spiele folgen sollen. Das neue Projekt soll sich im Gegensatz zur „actionlastigen 3D-Raketenschlacht“ von Aero Fighters Assault stärker auf das Flugverhalten und die Manövrierbarkeit echter Militärflugzeuge konzentrieren und „ein Pilotwings mit mehr Dramatik“ werden. Harrier wurde jedoch mehrfach verschoben und letztendlich nie veröffentlicht. Paradigm und Video System veröffentlichten noch gemeinsam für das N64 die beiden Formel-1-Rennspiele F-1 World Grand Prix sowie F-1 World Grand Prix II.
Rezeption
Aero Fighters Assault erhielt überwiegend mittelmäßige Kritiken und wurde auf GameRankings mit nur 59 % bewertet.
Die N-Zone bewertete das Spiel mit 73 % und beschrieb es als ein „Action-Erlebnis der besonderen Art“ mit „abwechslungsreiche und spannende Flug-Missionen“. Der Tester urteilt persönlich: „Nach wie vor halte ich Aerofighters Assault für eine der besten Luftkampf-Action-Simulationen auf dem N64.“ Das Spiel bietet ein „echtes Top Gun-Feeling“ mit „eindrucksvollen Flugmanövern,“ was hauptsächlich an der „einfachen Flugsteuerung“ liegt, obwohl die Umgebungsdetails „nicht unbedingt das höchste der Gefühle darstellen.“
Das deutsche N64 Magazin bewertete das Spiel mit 3 von 5 Punkten. Das Spiel punktet visuell mit einer „schöne[n] 3-D-Landschaft“ und „grandiosen Explosionseffekten“, sodass es in puncto Gesamtpräsentation „keine großen Schwachpunkte“ gibt. Allerdings wird kritisiert, dass das Missionsdesign zu ähnlich sei und die Action oft „ins Stocken“ gerät, da das Spiel unter einer „schlampigen PAL-Anpassung“ leide. Das Fazit lautet: „Durchwachsener Action-Flugsimulator mit grandiosen Explosionseffekten, aber langweiligen Missionen.“
MAN!AC vergab 67 % und kritisiert, dass die Spieler sich „ausschließlich um den Levelboss“ kümmern müssen, da für andere Gegner „Zeitlimit und Sprit zu knapp“ sind, wodurch sich das Solo-Gameplay schnell erschöpft. Erneut wurde auch hier das ruckelige Spielerlebnis hervorgehoben. Trotzdem ist das Spiel ideal für Simulations-Einsteiger, bietet eine weiche Analogsteuerung und sorgt durch „mächtige Explosionsschwaden und blitzende Lensflare-Effekte“ für gute Luftkampfstimmung, ergänzt durch einen hervorragenden Zweispielermodus.
Next Generation sagte: „Alles in allem braucht das Spiel mehr intensive Luftkampf-Levels, Realismus anstelle von Science-Fiction-Elementen und weniger Linearität. Hätte das Gameplay zu seinem Flugmodell gepasst, wäre Aero Fighters Assault ein echtes Juwel gewesen. Aber so, wie es ist, ist das Spiel nicht ganz ein ungeschliffener Diamant“.
Nintendo Power befand das Spiel im Einzelspieler-Modus oft interessant und beeindruckend, aber im Mehrspieler-Modus langweilig, und kam zu dem Schluss, dass es insgesamt respektabel sei, aber die auf dem PC verfügbaren Flugsimulationen nicht so übertreffe, wie man es vielleicht erhofft hätte.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Computerspiel 1997 Kategorie:Flugsimulatorspiel Kategorie:Nintendo-64-Spiel