Kitaro Uetsuji (auch Uetsugi oder Uetsuzi; * 17. Januar 1899 in Japan; † unbekannt) war ein japanischstämmiger Maler (Issei) und Illustrator. Er stellte vor allem in den 1920er- und 1930er-Jahren als Öl- und Aquarellkünstler aus.

Leben Kitaro Uetsuji wanderte 1913 aus der südlichen Region Honshū in die USA aus und ließ sich in Los Angeles, Kalifornien, nieder. Seit den 1920er-Jahren nahm er aktiv an lokalen Kunstausstellungen teil. Zwischen 1924 und 1927 studierte er am Otis Art Institute des Los Angeles Museum of History, Science and Art und belegte die Fächer Design und Commercial Art. Zu seinen Kommilitonen gehörten Hideo Date und Benji Okubo. Zeitgenössische Presseberichte belegen, dass er am Otis Art Institute mehrere Preise erhielt, darunter 1926 einen Preis des Bivouac Art Club.

Im Jahr 1926 stellte Kitaro Uetsuji das Gemälde The Letter in der Modern Art Workers Show des Los Angeles Museums aus. 1929 nahm er an einer von der Japanese-American Daily News organisierten Ausstellung mit 24 japanischen Künstlern teil. 1930 waren seine Arbeiten Teil der Second Annual Japanese Artists of Los Angeles Show in Little Tokyo, gemeinsam mit Tokio Ueyama, Torajiro Watanabe, Hideo Date und Yotoku Miyagi.

Internierung im Zweiten Weltkrieg Nach der Umsetzung von Executive Order 9066 wurde Kitaro Uetsuji in das Internierungslager Manzanar gebracht. Laut der War Relocation Authority war er dort als Dekorateur und Schaufenstergestalter registriert und als Witwer geführt. In Manzanar unterrichtete er der Kunstschule des Lagers und organisierte 1942 eine Ausstellung seiner Schüler. Er präsentierte zudem über hundert humoristische Zeichnungen, die Alltagsszenen im Lager zeigten und in den Lagerkantinen ausgestellt wurden. Im Februar 1944 wurde Uetsuji nach Tule Lake verlegt. Am 27. Dezember 1945 kehrte er nach Japan zurück. Über sein späteres Leben und seinen Tod liegen keine gesicherten Informationen vor. In den USA ist nur ein Werk sicher nachweisbar: ein 1943 entstandenes Gemälde des Merritt Parks, das sich heute in der Sammlung der Manzanar National Historic Site befindet.

Merritt Park (Topaz War Relocation Center) Der Merritt Park war eine Gartenanlage im Topaz War Relocation Center in Utah, die während des Zweiten Weltkriegs von inhaftierten Personen japanischer Herkunft genutzt wurde. Die rund 1,5 Hektar große Parkfläche bot der überfüllten Lagergemeinschaft einen Ort der Erholung und Ruhe. Das Gelände umfasste gewundene Wege, kleine Wasserläufe, Brücken, Rasenflächen und Blumengärten.

Der Park wurde 1943 von dem inhaftierten Landschaftsarchitekten Kuichiro Nishi angelegt. An der Ausführung waren der Florist Tak Muto sowie weitere inhaftierte Arbeiter beteiligt, die für die War Relocation Authority tätig waren. Ein markantes Element des Parks war der sogenannte „Schildkrötenfelsen“, der am westlichen Ende eines Teichs unterhalb eines kleinen Wasserfalls platziert wurde und traditionell als Symbol für Langes Leben gilt. In der Nähe befand sich ein Pavillon aus Robinienholz auf einem Betonfundament. Zwei aufrecht stehende Steine markierten die südlichen Grenzen des Parks. Auf einem dieser Steine widmete Nishi die Anlage dem Andenken der „japanischen Mitimmigranten“.

Der Park trug zunächst die Bezeichnungen Rose Park und Pleasure Park, bevor er zu Ehren des Projektleiters Ralph Merritt in Merritt Park umbenannt wurde. Die Anlage wurde sowohl von japanischstämmigen amerikanischen Inhaftierten als auch vom Lagerpersonal genutzt.

Literatur Gordon H. Chang / Mark Dean Johnson / Paul J. Karlstrom (Hrsg.), Asian American Art: A History, 1850–1970, Stanford University Press, Stanford 2008.

Weblinks

Densho Encyclopedia Manzanar – American Memory Project

Einzelnachweise

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