mini|Ruine der Nikolaikirche im Januar 2011 St. Nikolai ist die Ruine einer evangelischen Pfarrkirche in Friedland im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Die Kirche, deren ältester Baubestand aus dem Ende des 13. Jahrhunderts stammt, wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört und ist seither als Ruine erhalten.
Geschichte der Kirche und der Stadt mini|Ansicht um 1900 Die Stadt Friedland (Vredeland) wurde 1244 von den Markgrafen von Brandenburg zur Sicherung der Handelsstraße über den „Kavelpaß“ gegründet. Die Nikolaikirche war ursprünglich die zweite Stadtpfarrkirche neben der bedeutsameren und älteren Marienkirche.
Die Stadt Friedland erlebte in ihrer frühen Geschichte eine Blütezeit, wurde jedoch mehrfach von Katastrophen heimgesucht. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) sank Einwohnerzahl von ca. 4000 auf 200 Überlebende. Beim Stadtbrand von 1703 wurde fast die gesamte Stadt wurde vernichtet. Die Kirchen, das Rathaus, die Schule und 265 der etwa 300 Wohnhäuser fielen den Flammen zum Opfer. Die Nikolaikirche wurde anschließend im Stil des Barock wiederaufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg brannte bei einem Angriff am 28. April 1945 die Kirche bis auf die Grundmauern nieder. Die Stadt wurde zu etwa 80 % zerstört.
mini|hochkant=0.6|Innenansicht um 1900, Blick zum Altar mini|hochkant=0.6|Historischer Blick zur Orgel Architektur und Ausstattung Die Nikolaikirche ist in ihren ältesten Teilen ein romanischer Feldsteinquaderbau. Der Baukörper besteht aus drei abgesetzten Teilen: einem rechteckigen Chorraum mit romanischen Anklängen, einem fast quadratischen Kirchenschiff und einem abgesetzten rechteckigen Wehrturm.
Der Chorraum und der Turm stellen die ältesten Bauabschnitte dar. Der Turm weist eine romanische Stockwerksteilung, aber bereits frühgotische Fensterarchitektur auf. Das Kirchenschiff wurde als letzter Hauptteil in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eingefügt.
Nach dem Stadtbrand von 1703 wurde das Äußere von Chor und Schiff sowie das Innere der Kirche bis 1754 im Stil des Barock neu errichtet und ausgestattet: Die Kirche erhielt eine umlaufende dreiseitige Empore und ein umfangreiches Deckengemälde. Im Chorraum waren Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist auf einer von Engeln getragenen Weltkugel dargestellt, im Kirchenschiff die Himmelfahrt Christi. Der Rokoko-Altar wurde 1772 von L. Häbert aus Neustrelitz geschaffen. Er besaß ein großes Gemälde, seitliche Säulen und ein Dreiecksauge im Strahlenkranz an der Spitze. Die freistehende Kanzel gehörte ebenfalls zum barocken Ausbau. Der Orgelprospekt stammte von 1806 und nahm Renaissanceformen auf. Die Orgel von 1884 war eine Schenkung des in Schönbeck geborenen Orgelbauers Wilhelm Sauer.
Die Kirche ist seit der Zerstörung von 1945 eine Ruine.
Kirchliche Verhältnisse Die kirchlichen Verhältnisse in Friedland wurden mit der Stadtgründung 1244 neu geordnet. Die Marienkirche, der Heiligen Maria geweiht, war die Hauptpfarrkirche und aufgrund ihrer Verbindung mit dem Bistum Havelberg und dem Archidiakonat die bedeutendste und reichste Kirche im Land Stargard.
Die St.-Nikolai-Kirche wurde 1452 erstmals als zweite Stadtpfarrkirche neben der Marienkirche erwähnt. Die St.-Marien-Kirche ist die Hauptkirche der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde St. Marien Friedland, zu der neben St. Nikolai auch 18 weitere Kirchen und zwei Kirchruinen gehören (Stand 2012).
Literatur
Weblinks
Informationen zur Nikolaikirche auf der Website der Kirchengemeinde
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