Karl Friedrich von Wedel-Parlow, seit 1806 Karl von Wedell-Parlow, (geb. 18. März 1765 in Steinhöfel, Pommern (heute Kamienny Most); gest. 5. Januar 1832 in Angermünde) war Landrat des Landkreises Angermünde.
Herkunft und Leben Karl Friedrich von Wedel-Parlow war ein Sohn des pommerschen Gutsbesitzers Julius von Wedel (1740–1792) und dessen Ehefrau Karoline (1741–1782), geb. von Schmiedeberg aus ZeinickeSiehe Literatur: Marcelli Janecki/D. A. G. (Hrsg.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 1, Verlag von W. G. Bruer, Berlin 1896, S. 915 f.. Sein Vater war Herr auf Steinhöfel, Nöblin, Sassenhagen, Trampke, Tolz, Glashagen und Uchtenhagen, alle gelegen im Umkreis von Freienwalde in Pommern, dem sein neunfacher Urgroßvater Wedego von WedelSiehe Literatur: Marcelli Janecki/D. A. G. (Hrsg.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 1, Verlag von W. G. Bruer, Berlin 1896, S. 878 f., Enkel des gleichnamigen Hofmarschalls, 1338 das Stadtrecht verliehen hatte.
Wedel erhielt seine Schulbildung zunächst von Hauslehrern, dann auf dem Gymnasium in Stettin. Sein Vater bestimmte ihn für den diplomatischen Dienst und er begann ein Studium. Nachdem einer der Generäle Friedrichs d. Gr. Wedel für sein Regiment ausgewählt hatte, trat er auf Befehl des Königs in den Militärdienst und wurde Fahnenjunker im Dragoner-Regiment XII. Später zum Offizier befördert, musste er wegen zerrütteter Vermögensverhältnisse des Vaters 1788 seinen Abschied nehmen.
1792 verkaufte er das Gut Steinhöfel und erwarb und veräußerte in der Folgezeit weitere Güter in Pommern, u. a. Wachlin bei Stargard, Chinnow auf Wollin und Stretense bei Anklam. Nachdem sein Gut im neumärkischen Hanseberg 1807 abgebrannt war, kaufte er die Herrschaft Greiffenberg in der Uckermark, die er 1809 bezog.
Vor dem Hintergrund vorbildhafter Erledigung verschiedener öffentlicher Aufträge in der Neumark in den Jahren seit 1806 wurde er 1809 in Greiffenberg fünf Monate nach seinem Eintreffen gebeten, den Landratsposten zu übernehmen. Sein Dienstsitz befand sich zunächst in Prenzlau, seit 1817 für den neuen Landkreis Angermünde in Greiffenberg und seit 1828 in Angermünde. Im Januar 1832 besichtigte er den Bau der durch ihn angestoßenen Straße zwischen Prenzlau und Angermünde und zog sich dabei eine schwere Erkältung zu, an der er zwei Tage später verstarb.
Wedel war Ehrenritter des Johanniterordens. Er wurde im Familiengrab in Greiffenberg bestattet; im Amt folgte ihm sein ältester Sohn Albert Otto von Wedel-Parlow.
Name und Familie Karl Friedrich von Wedel hatte am 8. Februar 1806 vom König die Genehmigung zu einer Namen- und Wappenvereinigung mit der Familie von Parlow erhaltenVgl. u. a.: Otto Titan von Hefner, Alfred Grenser, George Adalbert von Mülverstedt, Ad. M. Hildebrandt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Neuauflage, Des Dritten Bandes-Zweite Abtheilung: Der blühende Adel des Königreiches Preussen (Edelleute). Verlag von Bauer und Raspe Emil Küster, Nürnberg 1878, S. 437 f.Pommersches Wappenbuch. Hrsg. J. T. Bagmihl-Selbstverlag, Stettin 1846, S. 63.Neuer Nekrolog der Deutschen. Jahrgang 10–1832/I, Bern. Fr. Voigt, Ilmenau 1834, S. 8 f.. Im Jahr zuvor war das seit dem fünfzehnten Jahrhundert erwähnte, zuletzt noch in Parlow und Alt Tessin östlich des Stettiner Haffs begüterte Geschlecht mit dem letzten Namensträger Franz von Parlow, vermählt mit Anna von Wedel (1742–1825), der Tante Karl Friedrichs und Schwester des Vaters, ausgestorben.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1901. Jg. 2, Justus Perthes, Gotha 12. November 1900, S. 897 f.
Dieser war seit dem 29. April 1789 mit Philippine (1769–1839) geb. von Blankenburg verheiratet, einer Schwester von Friedrich von Blankenburg. Zu den acht Kindern des Ehepaars gehörten:
Albert Otto (1793–1866), Rittmeister, Ritterschaftsrat, Landrat, verheiratet mit Emilie von Anhalt (1798–1876), einer Tochter d. Generalmajors Friedrich Wilhelm Karl Franz von Anhalt Philippine (1796–1852), verheiratet m. dem Ritterschaftsdirektor u. Parlamentarier Karl Detlof von Winterfeld-Kutzerow (1794–1867)Dietrich von Wedel (Hrsg.): Familien-Matrikel der Herren und Grafen von Wedel. Generation 1 bis 28. 5. Auflage, Freiburg im Breisgau 1997, S. 130. Ida (1797–1884), verheiratet am 19. Mai 1825 mit dem am selben Tag verstorbenen Leutnant Friedrich von Born, und ab 1838 m. Gebhard von Wittke († 1866), königlich preußischer HofdirektorMarcelli Janecki/D. A. G. (Hrsg.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 1, Verlag von W. G. Bruer, Berlin 1896, S. 917.Dietrich von Wedel (Hrsg.): Familien-Matrikel der Herren und Grafen von Wedel. Generation 1 bis 28. 5. Auflage, Freiburg im Breisgau 1997, S. 130. Moritz Hermann (1805–1900), Hauptmann a. D., verheiratet m. Caroline Bauer (1814–1886), einer Tochter des Unternehmers Andreas Friedrich Bauer
Zu seinen direkten Nachfahren gehört auch die Autorin Gertrud von Le Fort.
Literatur Neuer Nekrolog der Deutschen. Zehnter Jahrgang-1832-Erster Theil, Verlag Bern. Fr. Voigt, Ilmenau 1834, S. 8 f. Marcelli Janecki (Red. zug.): Jahrbuch des Deutschen Adels. Band 1, Hrsg. Deutsche Adelsgenossenschaft (D. A. G.) Vaterländische Verlagsanstalt-W. T. Bruer, Berlin 1896, S. 915–916. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. 1916. Siebzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1915, S. 896 f. Rolf Straubel: Biographisches Handbuch neumärkischer Offiziere (1715–1806). Familie – Laufbahn – Grundbesitz. Hrsg. Brandenburgische Historische Kommission, Auflage-Online-Ressource-ISBN 978-3-11-131995-7, de Gruyter, Berlin 2024, ISBN 978-3-11-132053-3, S. 80. u. S. 481.
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Einzelnachweise
Kategorie:Landrat (Provinz Brandenburg) Kategorie:Preuße Kategorie:Träger des Königlich Preußischen St. Johanniterordens Karl Friedrich Kategorie:Geboren 1765 Kategorie:Gestorben 1832 Kategorie:Mann