Peter Dell der Jüngere († 1600) war ein Bildhauer der Spätgotik und der Renaissance. Er war der Sohn des Riemenschneider-Schülers Peter Dell des Älteren.

Leben Erstmals urkundlich erwähnt wurde Peter Dell der Jüngere im Jahr 1551. Damals legte er in der fränkischen Bischofsmetropole Würzburg seine Meisterprüfung zum Bildhauer ab. Er war Sohn des Bildhauers Peter Dell des Älteren und dessen erster Frau Barbara. Der Vater hatte bei Tilman Riemenschneider und Hans Leinberger gelernt und brachte die bayerische Manier nach Franken. Wahrscheinlich lernte Peter Dell der Jüngere in der väterlichen Werkstatt. Diese übernahm er noch 1551. Ein Jahr später starb der Vater.Georg Lill: Aus der Frühzeit d. Würzburger Bildhauers Peter Dell der Ältere. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst Bd. 3 (1951). S. 157.

Er gehörte in den Jahren 1553 und 1561 zu den Geschworenen der Lukasgilde, stand mehrfach wegen juristischer Auseinandersetzungen vor Gericht. Als selbstständiger Bildhauer ist Peter Dell erstmals im Jahr 1558 nachweisbar. Zusammen mit dem Riemenschneider-Schüler Thomas Kistner renovierte er damals zwei Bildwerke des bereits 1531 verstorbenen Meisters im Würzburger Dom. Wie sein Vater unterzeichnete Peter Dell seine Werke mit „PD“. Fast 50 Jahre betrieb Dell seine Werkstatt in Würzburg. Viele Lehrlinge können für diese nachgewiesen werden. Im Jahr 1600 wurde er in einer Liste genannt, in der Verstorbene aufgeführt wurden.Leo Bruhns: Würzburger Bildhauer der Renaissance und des werdenden Barock 1540–1650. Verlag F. X. Weizinger & Co., München 1923. S. 58.

Werke (Auswahl) Peter Dell der Jüngere arbeitete vor allem als Bildhauer. Anders als der Vater, dessen Hauptwerk aus Reliefs und Skulpturen bestand, konzentrierte sich der Sohn überwiegend auf Sepulkralskulpturen wie Grabmäler und Epitaphien. Der Kunsthistoriker Gunther Thiem verglich den Stil des Sohnes mit dem des Vaters und unterstellte ihm „dessen temperamentvollen Stil [...] in circa 40 nachweisbaren Werken zu einer - wenn auch recht dekorativen - Manier erstarren“ zu lassen. Leo Bruhns teilt das ₠uvre Dells in vier Typen ein: A. lebensgroße Kniende vor einem Kruzifix oder dem Gnadenstuhl, B. Kleinere Epitaphien, C. lebensgroße Stehende und D. Inschriftentafeln.Leo Bruhns: Würzburger Bildhauer der Renaissance und des werdenden Barock 1540–1650. Verlag F. X. Weizinger & Co., München 1923. S. 59–67. mini|hochkant|Grabmal Margaretha von Wenkheim in Schweinfurt (um 1552) um 1552, Grabmal Eberhard Ehingen, Museum für Franken, Würzburg um 1552, Grabmal Jörg Spilmann, Maria im Weingarten, Volkach um 1552, Grabmal Margaretha von Wenkheim, St. Johannis, Schweinfurt um 1558, Grabmal Melchior Zobel von Giebelstadt, Dom, Würzburg 1559, Epitaph Michael III. von Wertheim, Evangelische Kirche, Sandbach um 1559, Grabmal Philipp III. Voit von Rieneck, St. Michael, Lohr um 1560, Grabmal Elisabeth Gräfin Hojos, Museum für Franken, Würzburg um 1582, Epitaph für Valentin von Münster zu Niederwerrn und seiner zwei Ehefrauen, Marienkapelle, Würzburg

Literatur Leo Bruhns: Würzburger Bildhauer der Renaissance und des werdenden Barock 1540–1650. Verlag F. X. Weizinger & Co., München 1923. S. 58–67.

Weblinks

WürzburgWiki: Peter Dell der Jüngere

Einzelnachweise

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