Clara Brauner (geboren am in Minsk, Russisches Kaiserreich; gestorben am 13. September 1940 in Istanbul, Türkei) war eine deutschsprachige Übersetzerin in Wien und Berlin.
Leben und Wirken Chaje Eljaschberg wuchs in einer jüdischen Familie in Minsk (im heutigen Belarus) auf. Ihr Vater Samuel Eljasch war Kaufmann, ihre Mutter hieß Beile Samuelowna.Clara Brauner Germersheimer Übersetzerlexikon, von Aleksey Tashinskiy, mit detaillierten biographischen Angaben zu Clara und Alexander Brauner Clara heiratete 1897 in Prag den jüdischen Literaturpublizisten und Ingenieur Alexander (Schaje) Brauner, der aus Odessa stammte. Danach lebte das Paar in Wien, wo 1898 der einzige Sohn Leo geboren wurde. Sie veröffentlichte seit 1898 Übersetzungen von russischen belletristischen Texten, zuerst in Zeitschriften, seit 1900 auch Bücher.
1907 endete ihre Übersetzertätigkeit, wahrscheinlich wegen der Auflösung des Wiener Verlages. In dieser Zeit war sie auch als Gesellschafterin und Mitarbeiterin in den Unternehmen ihres Mannes tätig. Um 1912 zog die Familie nach Charlottenburg bei Berlin, 1916 wieder nach Wien und 1922 nach Berlin. Dort erschien 1928 noch einmal ein Roman in ihrer Übersetzung, auch als Fortsetzungsroman in zwei Zeitungen.
Etwa 1934 zogen Alexander und Clara Brauner nach Istanbul, wo ihr Sohn Leo eine Anstellung an der Universität hatte. Alexander Brauner starb 1937. Sie lebte weiter im Stadtteil Cihangir, wo ihr Untermieter Fritz Rudolf Kraus sie am 13. September 1940 tot in der Badewanne fand. Ihr Verbleib blieb in Deutschland weitgehend unbekannt.Aleksey Tashinskiy et al. (Hrsg.), Übersetzen und Übersetzer in der DDR, Berlin 2020, S. 25,, Anm. 10 (PDF); über eine Anfrage des Aufbau Verlages über ihren Verbleib (wegen der Rechte an der Artamonow-Übersetzung von 1928) an Wieland Herzfelde, die dieser nicht beantworten konnte
Publikationen
Bücher Clara Brauner übersetzte 18 Bücher aus dem Russischen ins Deutsche, darunter mehrere Erstausgaben, sowie einige weitere Texte in Zeitschriften.Clara Brauner Übersetzerbibliographie Germersheimer Übersetzerlexikon, von Aleksey Tashinskiy, mit umfassender Bibliographie
Fjodor Sologub, Schatten, Wiener Verlag, 1900, übersetzt mit Alexander Brauner Ladyschnikow, Berlin 1912 Maxim Gorki, Zwei Novellen [Malwa, Konowaloff], Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Leipzig 1901, in Aus fremden Zungen, 5 und 7, 1901 Maxim Gorki, Die Drei, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Leipzig 1901, in Aus fremden Zungen, 19–24, 1901 (dort beendet von August Scholz) Iwan Gontscharow, Oblomow, Roman in vier Teilen, Wiener Verlag, 1902, erste ungekürzte deutsche Ausgabe, Neuauflagen Cassirer, Berlin 1910, 1918, 1920, 1926 Digitalisat Manesse, Zürich, Bibliothek der Weltliteratur, 1960, 1980, 1987, 1993, 1998, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt 1961 Caesar, Salzburg 1982, ohne Übersetzerinnane, gekürzt und überarbeitet Fischer Taschenbuch 2009 Maxim Gorki, Geld, Erzählung, Wiener Verlag, 1903, 4. Auflage 1908 Maxim Gorki, Ein Abenteuer und andere Novellen, Wiener Verlag, 1904 Anton Tschechow, Das Kätzchen, Wiener Verlag, 1904, 3. Auflage 1906, erste deutsche ÜbersetzungBrief von Klara Bauer an Anton Tschechow vom 6. März 1904 Chehov lit (deutsch übersetzt); in dem sie um die Übersetzungsrechte für das Theaterstück Der Kirschgarten bittet; ohne Erfolg, Anm. 1, erwähnte die erste deutsche Übersetzung von Das Kätzchen, und dass Stefan Zweig mit ihrer Übersetzung Oblomow entdeckte Nikolai Leskow, Der verzauberte Pilger, Wiener Verlag, 1904 Nikolai Leskow, Der Toupetkünstler, Wiener Verlag, 1904 Nikolai Leskow, Der versiegelte Engel, Wiener Verlag, 1904 Nikolai Leskow, Lady Makbeth des Mzensker Umkreises, Wiener Verlag 1904 Nikolai Leskow, Am Ende der Welt, Wiener Verlag, 1905 Nikolai Leskow, Der stählerne Floh, Wiener Verlag, 1905 Nikolai Leskow, Das Tier, Wiener Verlag, 1905 Anton Tschechow, Von der Liebe, Wiener Verlag, 1905 Fjodor Dostojewski, Der Idiot, Wiener Verlag, 1908 Ladyschnikow, Berlin, Wegweiser, Berlin [1925, 1928] Knaur, Berlin Büchergilde Gutenberg, Berlin [um 1930] Juncker, Berlin, [um 1933], 1955 Droemer, München, 1952, 1956, 1958, Frankfurt 1962 Goldmann, München, 1956, überarbeitet nach Klara Brauner Digitalisat Maxim Gorki, Das Werk der Artamonows, Malik, Berlin 1927, einzige autorisierte Übersetzung Universum, Berlin 1927 Berliner Tageblatt, 2. November 1927 – 28. November 1927, Fortsetzungsroman Tribüne, Erfurt, vom 22. März 1928 – 17. Juli 1928 Weltstimmen. Die schönsten Bücher in Umrissen, 1928, Nr. 2, S. 97–102, Auszüge Verlagsgenossenschaft ausländischer Arbeiter in der UdSSR, Moskau, Leningrad 1934 SWA, Berlin, Leipzig [um 1946] Aufbau, Berlin 1946, 1952, 1963 Globus, Wien 1947 Roman-Zeitung, Berlin, 1949 Progreß, Düsseldorf, 1956 Reclam, Leipzig 1961 Tichon Polner, Leo Tolstoi und seine Frau. Die Geschichte einer Liebe, Henschel Berlin 1928, einzige autorisierte Übersetzung
Weblinks
Clara Brauner Germersheimer Übersetzerlexikon
Einzelnachweise
Kategorie:Übersetzer aus dem Russischen Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Russischer Emigrant in Österreich Kategorie:Österreichischer Emigrant in der Türkei Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Geboren 1875 Kategorie:Gestorben 1940 Kategorie:Frau