Clemens Wannemacher (* 11. Juli 1984 in Wien) ist ein österreichischer Tonmeister, Sounddesigner und Leiter der Tonabteilung der Bregenzer Festspiele. Er ist auf die akustische Gestaltung großformatiger Freiluftproduktionen spezialisiert und gilt als einer der führenden Fachleute im Bereich der Open-Air-Beschallung für Musiktheater.

Leben Clemens Wannemacher besuchte das BG/BRG Gänserndorf, wo er 2002 maturierte. 2003 begann Wannemacher ein Studium der Musikwissenschaft an der Universität Wien, wechselte jedoch 2004 an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) in den Diplomstudiengang Tonmeister. Dort absolvierte er den ersten Studienabschnitt bis 2006 und schloss den zweiten Studienabschnitt mit Schwerpunkt Beschallung im Jahr 2012 mit Auszeichnung ab. Zu seinen prägenden Lehrenden gehörten unter anderem Jürg Jecklin, Thomas Lang, Hermann Freiberger, Annegret Huber und Axel Seidelmann.

Seine Diplomarbeit trägt den Titel Die virtuelle Konzertbühne – Verbesserung der akustischen Bedingungen auf Open-Air-Bühnen für klassische Orchester durch künstlich erzeugte Erstreflexionsmuster am Fallbeispiel Wiener Festwochen-Eröffnung 2012.Diplomarbeit. mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Wien 2012. Offline einsehbar in der Bibliothek der mdw bzw. im Besitz des Autors.

Für seine ausgezeichneten Studienleistungen wurde ihm 2013 der Würdigungspreis der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) verliehen.Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Urkunde „Würdigungspreis 2013“ für Clemens Wannemacher. Wien 2013. Offline-Dokument.

Während seines Studiums verbrachte Wannemacher 2008/2009 ein Auslandssemester am Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand, wo er musica elettronica unter anderem bei Giuseppe Giuliano studierte. Außerdem absolvierte er 2008 einen Meisterkurs an der Internationalen Ensemble Modern Akademie bei Norbert Ommer, Franck Ollu, Jürgen Kruse, Roland Diry, Rumy Ogawa, Michael Kaspar und Steve Reich.

Karriere Von 2006 bis 2012, während seines Studiums, kümmerte sich Clemens Wannemacher um die Tontechnik sowie die Beschallung von Konferenzen, Konzerten und Veranstaltungen an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw). Weiters war er in dieser Zeit als Streaming Operator, Video-Cutter, Audio-Berater sowie Tontechniker bei unas media productions Ges.m.b.H tätig.

2008, 2010 und 2012 war er für die Planung und Umsetzung von Surround-Raumsimulationen in Ambisonics für die Wiener-Festwochen-Eröffnungen verantwortlich und entwickelte 2012 die Methode der künstlich erzeugten diskreten Reflexionsmuster für Orchester und Publikum weiter.

Von 2011 bis 2012 arbeitete er am Theater Akzent Wien als Tonmeister und in der Videotechnik. Anschließend wechselte er 2012 ans Volkstheater Wien, wo er bis 2015 als Tonmeister tätig war und ab Mai 2014 die stellvertretende Leitung der Tonabteilung innehatte. Von 2015 bis 2018 leitete Wannemacher die Tonabteilung der Staatsoperette Dresden, war als Tonmeister tätig und verantwortete das Sounddesign für zahlreiche Musicalproduktionen.

Anschließend arbeitete er von 2018 bis 2020 bei der ISRW Dr.-Ing. Klapdor GmbH in Düsseldorf als Ingenieur für Raumakustik und Bauphysik. Gleichzeitig war er an den Seefestspielen Mörbisch für Orchestermischung, Richtungsmischung und Systemtechnik zuständig. 2019 war er zudem als Sounddesigner für drei Musicalproduktionen an der Staatsoperette Dresden tätig.

2020 übernahm Wannemacher die Leitung der Tonabteilung der Bregenzer Festspiele, wo er unter anderem das Sounddesign der großen Seebühnenproduktion, des sogenannten Spiels am See, verantwortet.

Seit 2022 ist er als Beirat ehrenamtlich im Vorstand der ÖTMV (Österreichische Ton- & Musikgestalter:innenvereinigung, früher Österreichischer Tonmeisterverband).

Ausgewählte Produktionen (Sounddesign)

2015: Anatevka von Jerry Bock und Joseph Stein, Regie: Arne Böge, Staatsoperette Dresden 2015: Der kleine Horrorladen (WA) von Alan Menken und Howard Ashman, Regie: Giorgio Madia, Staatsoperette Dresden 2016: Rocky Horror Picture Show (WA) von Richard O’Brien und Richard Hartley, Regie: Winne Schneider, Staatsoperette Dresden 2016: Wonderful Town von Leonard Bernstein, Joseph A. Fields und Jerome Chodorov, Regie: Matthias Davids, Staatsoperette Dresden 2016: Evita (WA) von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, Regie: Winne Schneider, Staatsoperette Dresden 2017: Catch Me If You Can (WA) von Marc Shaiman, Scott Wittman und Terrence McNally, Regie: Werner Sobotka, Staatsoperette Dresden 2017: La Cage aux Folles (WA) von Jerry Herman und Harvey Fierstein, Regie: Andreas Gergen, Staatsoperette Dresden 2018: Candide von Leonard Bernstein und Lillian Hellmann, Regie: Winne Schneider, Staatsoperette Dresden 2018: Zzaun – das Nachbarschaftsmusical (UA) von Tillmann von Blomberg und Alexander Kuchinka, Regie: Andreas Gergen, Staatsoperette Dresden 2018: Frau Luna von Paul Lincke und Heinrich Bolten-Baeckers, Regie: Andy Hallwaxx 2019: One Touch of Venus von Kurt Weill und Ogden Nash, Buch: S. J. Perelman und Ogden Nash, Regie: Matthias Davids, Staatsoperette Dresden 2019: Der Mann mit dem Lachen von Frank Nimsgern, Tillmann von Blomberg und Alexander Kuchinka, Regie: Andreas Gergen, Staatsoperette Dresden 2019: My Fair Lady von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner, Regie: Sebastian Ritschel, Staatsoperette Dresden 2022, 2023: Madame Butterfly von Giacomo Puccini, Regie: Andreas Homoki, Bregenzer Festspiele, zusammen mit Alwin Bösch 2024, 2025: Der Freischütz von Carl Maria von Weber, Regie: Philipp Stölzl, Bregenzer Festspiele, zusammen mit Alwin Bösch

Einzelnachweise

Kategorie:Tonmeister Kategorie:Sound Designer Kategorie:Vereinsfunktionär Kategorie:Person (Bregenzer Festspiele) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1984 Kategorie:Mann