Das Gebiet Rockertfelsen ist ein mit Verordnung vom 27. November 2000 durch die Körperschaftsforstdirektion Freiburg ausgewiesener Schonwald (Schutzgebiet-Nummer 200391) in Baden-Württemberg.
Lage Das Schutzgebiet befindet sich in Höhenlagen zwischen etwa und 654 m an der Südflanke des Rockertkopfs westlich von Hilpertsau, einem Stadtteil von Gernsbach im Landkreis Rastatt. Es liegt im Staatswald Gernsbach und beinhaltet die Abteilungen 9–12 (ganz) sowie 5 (teilweise) des Distriktes II „Schwann und Rockert“.Rockertfelsen. In: Waldnaturschutz-Informationssystem Baden-Württemberg, abgerufen am 15. November 2025. Der Schonwald liegt im Landschaftsschutzgebiet Mittleres Murgtal, im FFH-Gebiet Unteres Murgtal und Seitentäler, im Vogelschutzgebiet Nordschwarzwald sowie im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.
Im Schutzgebiet liegen das Naturdenkmal Rockertfelsen sowie neun Biotope: SW „Elsbethhütte“ – Felsen mit der Biotopnummer 272162161162, SW „Rockertfelsen“ mit der Biotopnummer 272162161164, SW „Rockertfelsen“ Felsgruppe mit der Biotopnummer 272162161168, SW „Rockertfelsen“ Bach NW Dachsstein mit der Biotopnummer 272162161169, SW „Rockertfelsen“ Schluchtwald N Dachstein mit der Biotopnummer 272162166704, SW „Rockertfelsen“ Buchenaltholz mit der Biotopnummer 272162161170, SW „Rockertfelsen“ Dachsstein o Hilpertsau mit der Biotopnummer 272162161247 und SW „Rockertfelsen“ Felsen N Dachsstein mit der Biotopnummer 272162161171.
Geologie Der Untergrund besteht aus einem mäßig frischen Block- und Felshang. Bei dem Rockertfelsen handelt es sich um einen fast 30 m hohen Fels aus Forbachgranit, der nach drei Seiten abfällt.
Vegetation Im Schonwald kommen laut Waldbiotopkartierung die folgenden Pflanzen vor: Lasallia pustulata, Weiß-Tanne, Rotes Straußgras, Karpaten-Birke, Besenheide, Besenginster, Drahtschmiele, Roter Fingerhut, Rotbuche, Faulbaum, Europäische Stechpalme, Japanische Lärche, Wald-Hainsimse, Blaues Pfeifengras, Gemeine Fichte, Waldkiefer, Gewöhnlicher Tüpfelfarn, Hasenlattich, Gewöhnliche Douglasie, Traubeneiche, Brombeere, Echte Mehlbeere, Vogelbeere, Salbei-Gamander, Heidelbeere, Gewöhnliches Gabelzahnmoos, Zypressenschlafmoos, Polytrichum piliferum, Brauner Grashüpfer, Verkannter Grashüpfer, Steppengrashüpfer, Hänge-Birke, Gewöhnlicher Dornfarn, Breitblättriger Dornfarn, Kleiner Sauerampfer, Gewöhnliche Goldrute, Lockiges Gabelzahnperlmoos, Etagenmoos, Rotstängelmoos, Schönes Widertonmoos, Polytrichum piliferum, Racomitrium lanuginosum, Georgsmoos, Mauereidechse, Kolkrabe, Schwefelgelbe Leuchtflechte, Cladonia rangiferina, Andrena bicolor, Heidekraut-Sandbiene, Hellgelbe Erdhummel, Gemeine Wespe, Edelkastanie, Gemeine Hasel, Eingriffeliger Weißdorn, Echter Wurmfarn, Habichtskräuter, Vogelkirsche, Adlerfarn, Roter Holunder, Gemeine Ameisenjungfer, Baccha obscuripennis, Große Torf-Schwebfliege, Schwarz-Erle, Wald-Frauenfarn, Wald-Schaumkraut, Hänge-Segge, Winkel-Segge, Wald-Segge, Gemeine Hainbuche, Wechselblättriges Milzkraut, Gegenblättriges Milzkraut, Großes Hexenkraut, Sumpf-Pippau, Wald-Schwingel, Gemeine Esche, Gewöhnliche Goldnessel, Waldmeister, Ruprechtskraut, Flutender Schwaden, Großes Springkraut, Hain-Gilbweiderich, Einblütiges Perlgras, Wald-Flattergras, Kriechender Hahnenfuß, Wald-Simse, Bach-Sternmiere, Bergulme, Berg-Ahorn, Bitteres Schaumkraut, Sparrige Segge, Spreuschuppiger Wurmfarn, Kleines Springkraut, Mauerlattich, Wald-Ziest, Große Brennnessel, Weißliche Hainsimse, Hohltaube, Schwarzspecht, Rhizocarpon geographicum, Quendel-Sandkraut, Trespen, Rundblättrige Glockenblume, Gemeiner Hohlzahn, Zarte Binse, Wald-Sauerklee, Hain-Rispengras, Espe, Stieleiche, Himbeere, Plagiothecium undulatum, Winterlinde.
Im Biotop SW „Rockertfelsen“ wurden bei einer Zählung im Jahr 1993, die von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg durchgeführt wurde, die Heuschreckenart Steppengrashüpfer gefunden. Diese Art ist von der LUBW als in Deutschland stark gefährdet eingestuft.
Schutzzweck Der Schutzzweck des Schonwalds ist gemäß Schutzgebietsverordnung die Sicherung der verschiedenen Felsengruppen, insbesondere des Rockertfelsens und des Dachssteins, als bedeutender Lebensraum für auf Felsen spezialisierte Tier- und Pflanzenarten und als markanter Landschaftsteil; die weitgehend unbeeinflusste Entwicklung des naturnahen Buchenaltbestandes in den Abteilungen 9 und 10; die Entwicklung der die Felsen umgebenden Bestände als heute dominierende Vegetationsform in den Hanglagen des Nordschwarzwaldes hin zu größerer Naturnähe durch Förderung der Laubbäume.
Betreuung Wissenschaftlich betreut wird der Schonwald durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (BVA).
Siehe auch Liste der Schonwälder in Baden-Württemberg
Weblinks mit Verordnung, Datenauswertebogen und Karte
Einzelnachweise
Kategorie:Waldschutzgebiet im Landkreis Rastatt Kategorie:Geographie (Gernsbach) Kategorie:Schutzgebietsgründung 2000