mini|Die Ämter Wittlage und Hunteburg mit ihren Kirchspielen im Jahr 1774 Das Amt Wittlage war ein Amt im Hochstift Osnabrück, im Fürstentum Osnabrück, im Königreich Hannover und in der preußischen Provinz Hannover. Es war historisch eng verknüpft mit dem nordwestlich angrenzenden Amt Hunteburg, mit dem es im 19. Jahrhundert das Amt Wittlage-Hunteburg bildete.
Geographie Das Amt Wittlage lag an der Nordseite des Wiehengebirges. Nordwestlich schloss das Amt Hunteburg an, in dessen Norden sich ausgedehnte Moorgebiete erstreckten. Beide Ämter wurden von der Hunte durchflossen.
Geschichte Hochstift Osnabrück
Zur Sicherung seiner Besitztümer errichtete das Bistum Osnabrück im frühen 14. Jahrhundert die Burg Wittlage (1309/13) und die Hunteburg (1324). Die beiden Burgen wurden zu Verwaltungssitzen der zugehörigen Ämter, wobei das Amt Wittlage erstmals 1357 erwähnt wurde und das Amt Hunteburg erstmals 1378. Die beiden Ämter wurden 1556 einem gemeinsamen Drost als oberstem Verwaltungsbeamten unterstellt und blieben seitdem in Personalunion verbunden. Das Amt Wittlage war im 18. Jahrhundert wie folgt gegliedert: Die Vogtei Essen mit dem Kirchdorf Essen, der Burg Wittlage, den Bauerschaften Eielstädt, Harpenfeld, Hüsede, Lockhausen und Wehrendorf sowie den adeligen Gütern Buddemühlen, Hünnefeld und Ippenburg Die Vogtei Barkhausen mit dem Kirchdorf Barkhausen, den Bauerschaften Brockhausen, Büscherheide, Linne und Rabber sowie dem adligen Gut Krietenstein Die Vogtei Lintorf mit dem Kirchdorf Lintorf sowie den Bauerschaften Dahlinghausen, Heithöfen, Hördinghausen und Wimmer
Das Amt Hunteburg war im 18. Jahrhundert wie folgt gegliedert: Das Weichbild Ostercappeln Die Vogtei Ostercappeln mit dem Kirchdorf Bohmte, den Bauerschaften Feldkamp, Felsen, Haaren, Herringhausen, Hitzhausen, Jöstinghausen, Nordhausen, Oelingen, Stirpe sowie den adeligen Gütern Arenshorst, Caldenhof, Krebsburg, Kuhof, Langelage, Schwegerhof, Tappenburg und Wahlburg Die Vogtei Hunteburg mit dem Kirchdorf Hunteburg, den Bauerschaften Meyerhöfen, Schwege und Welplage sowie den adeligen Gütern Schwege, Streithorst und Vinkenburg Die Vogtei Venne mit dem Kirchdorf Venne, den Bauerschaften Broxten, Niewedde und Vorwalde sowie dem adligen Gut Borgwedde
Die Grenzen der Vogteien lehnten sich an die Grenzen der Kirchspiele an. Amtssitz der Drosten war bis 1728 die Burg Wittlage und seitdem das neben der Burg errichtete Amtshaus.
Kurfürstentum Hannover Von 1802 bis 1806 gehörte die Ämter Wittlage und Hunteburg als Teile des Fürstentums Osnabrück zum Kurfürstentum Hannover.
Königreich Westphalen Von 1807 bis 1810 gehörte das Gebiet der beiden Ämter zum Distrikt Osnabrück im Departement der Weser des napoleonischen Satellitenstaats Königreich Westphalen. Es war während dieser Zeit in die beiden Kantone Essen und Ostercappeln gegliedert.Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.); Projekt Westfälische Geschichte : "Königliches Decret, wodurch die Eintheilung des Königreichs in acht Departements angeordnet wird", mit: "Verzeichniß der Departements, Districte, Cantons und Communen des Königreichs" (PDF; 5,1 MB)
Kaiserreich Frankreich Das gesamte Osnabrücker Land gehörte nach der Annexion durch Napoleon Bonaparte von 1811 bis 1813 zum Arrondissement Osnabrück im französischen Departement der Oberen Ems. Das Gebiet des alten Amtes Wittlage war nun in die Mairien (Bürgermeistereien) Barkhausen, Essen und Lintorf gegliedert sowie das Gebiet des alten Amtes Hunteburg in die Mairien Bohmte, Hunteburg, Ostercappeln und Venne.
Königreich Hannover Nachdem das Gebiet 1814 wieder an Hannover gefallen war, schlug der Wiener Kongress 1815 das ehemalige Hochstift Osnabrück auch völkerrechtlich dem Königreich Hannover zu. Dort wurden die beiden Ämter zum Amt Wittlage-Hunteburg mit Sitz in Wittlage zusammengeschlossen, das nun zur Landdrostei Osnabrück gehörte. In der Rechtsprechung war die Justizkanzlei Osnabrück Gericht zweiter Instanz.
Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () Die Verwaltung blieb beim Amt Wittlage, die Rechtsprechung ging an das neu geschaffene Amtsgericht Wittlage. Am 1. Oktober 1852 wurde das vereinigte Amt noch einmal in die alten Ämter Wittlage und Hunteburg aufgespalten.Verordnung, die Bildung der Amtsgerichte und untern Verwaltungsbehörden betr., vom 7. August 1852 Am 16. Mai 1859 wurden beide Ämter endgültig zum Amt Wittlage zusammengeschlossen.Verordnung, die Bezirke der unteren Verwaltungsbehörden betr., vom 27. März 1859, Nr. 86
Preußische Provinz Hannover Nach dem Deutschen Krieg annektierte Preußen 1866 das Königreich Hannover und machte es zu seiner Provinz Hannover. Die hannoverschen Ämter blieben zunächst bestehen. Als die Provinz 1885 durchgängig preußische Verwaltungsstrukturen einführte, wurde aus dem Amt Wittlage der Kreis Wittlage.Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Quelle 1771 13.344 1823 18.015 1828 19.515 1845 21.835 1852 21.335 1861 19.943 1867 19.526 1871 19.560 Volkszählung 1871 1875 18.610 Volkszählung 1875 1885 18.333 Volkszählung 1885
Persönlichkeiten Friedrich von Twiste (um 1480–vor 1547), 1535/36 Amtmann Jasper von Varendorff, im 16. Jahrhundert Drost Georg Christoph von Hammerstein (1624–1684), im 17. Jahrhundert Drost von Grönenberg, Wittlage und Hunteburg Julius Schoenian (um 1793–nach 1864), von 1850 bis 1864 Amtmann
Einzelnachweise
Kategorie:Hochstift Osnabrück Wittlage Wittlage Kategorie:Geschichte (Landkreis Osnabrück) Kategorie:Bad Essen Kategorie:Aufgelöst 1885