Mozart/Mozart ist eine deutsche Fernsehserie, die unter der Regie von Clara Zoë My-Linh von Arnim entstand. Showrunner und Headautor war Andreas Gutzeit, der gemeinsam mit Swantje Oppermann die Drehbücher schrieb.
Die Serie stieß überwiegend auf deutlich ablehnende Resonanz bei Kritik und Zuschauern und gilt durch die niedrigen Einschaltquoten als Flop.Focus.de: Katastrophale Quote - Zuschauer empört über neue Mozart-Serie in der ARDDeutschlandfunk Kultur: Was das Feuilleton gegen die neue ARD-Serie hatt-online: Neue Serie wird zum Quotendesaster für ARD
Handlung Die Serie erzählt eine fiktionalisierte Geschichte um Maria Anna Mozart („Nannerl“), die im Schatten ihres Bruders Wolfgang Amadeus Mozart steht, obwohl sie selbst über ein außergewöhnliches musikalisches Talent verfügt. Als Wolfgang aufgrund persönlicher und gesundheitlicher Probleme nicht mehr auftreten kann und die Existenz der Familie gefährdet ist, übernimmt Maria Anna verkleidet seine Rolle und tritt unter seinem Namen am Wiener Hof auf.
In Wien gerät sie in ein Geflecht aus höfischen Intrigen, Machtkämpfen und persönlichen Abhängigkeiten, insbesondere im Konflikt mit Hofkomponist Antonio Salieri. Während Wolfgang zunehmend die Kontrolle verliert, versucht Maria Anna, eine deutschsprachige Volksoper zu realisieren und sich als eigenständige Künstlerin zu behaupten. Die Täuschung droht mehrfach aufzufliegen und führt zu Konflikten innerhalb der Familie sowie zu politischen und persönlichen Konsequenzen. Am Ende wird Maria Annas Urheberschaft offenbart, Salieri verliert seine Stellung, und Maria Annas Werk gelangt zur Aufführung, während sich die Wege der Geschwister trennen.
Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten fanden an 60 Drehtagen vom 25. März bis zum 11. Juni 2025 in Lettland und Litauen statt. Die Serie wurde von Story House Pictures in Zusammenarbeit mit der ARD (WDR/SWR/ARD Degeto Film), dem ORF und der Dreaming Sheep Company produziert. Den Weltvertrieb übernahm die Bavaria Media in Kooperation mit der Beta Film.
Die Kamera führte Simon Vu, die Musik stammt vom Electronica-Duo Ätna, Jessica de Rooij und Felix Raffel, die Montage verantworteten Jens Klüber, Yvonne Tetzlaff und Holger Finck. Das Kostümbild gestaltete Daiva Petrulytė, das Szenenbild Algirdas Garbačiauskas und die Maske Beata Aija Rjabovska. Die Kostüme stammten vom Kostümverleih Lambert Hofer. Choreographen waren Marten Baum und Sonia Bartuccelli.
Produzent Andreas Gutzeit, Kostümbildnerin Daiva Petrulytė, Szenenbildnerin Algis Garbačiauskas und Komponistin Jessica De Rooij waren zuvor für die von 2021 bis 2024 erstmals ausgestrahlte Serie Sisi tätig, die ebenfalls im Baltikum gedreht wurde. 2024 wurde die Serie Amadeus für Sky gedreht, die ebenfalls Ende 2025 veröffentlicht werden soll.
Episodenliste
Veröffentlichung In der ARD Mediathek wurde die Serie am 12. Dezember 2025 veröffentlicht, im Ersten wurden jeweils drei Folgen am 16. und 17. Dezember 2025 erstmals ausgestrahlt.
Auf ORF 1 war die Erstausstrahlung am 15. und 17. Dezember 2025, am 14. Dezember 2025 wurden die ersten drei Folgen auf ORF ON veröffentlicht.
Rezeption Die Serie wurde von Rezensenten und Zuschauern größtenteils negativ bis stark ablehnend aufgenommen und erzielte schwache Einschaltquoten. Diese negative Resonanz wurde von der Presse vielfach aufgegriffen und diskutiert.t-online: Neue Serie wird zum Quotendesaster für ARDFilmstarts.de: Nach miesen Kritiken und Quoten schießt jetzt auch noch ein deutscher Meisterregisseur gegen die ARD Positive Besprechungen fanden sich vor allem in regionalen Zeitungen und auf kleineren Online-Plattformen.
Kritiken In der Süddeutschen Zeitung verriss Johanna Adorján Mozart/Mozart als die „schlechteste Serie der Welt“. Die Serie sei „in nahezu sensationellem Ausmaß total miserables Fernsehen“, weder an der Geschichte noch Mozarts Musik interessiert, die Dialoge seien „unfassbar schlecht“ und das Schauspiel „auf unterstem Soap-Niveau“. Die Rezensentin hofft, „dass es keine zweite Staffel gibt!“
In der Frankfurter Allgemeinen geht der Musikwissenschaftler Ulrich Konrad mit der Serie ähnlich hart ins Gericht. Die Handlung bestehe aus Phantasmen, die mit „den Mozarts nichts, aber auch gar nichts zu tun haben“. Auch Mozarts Musik selbst spiele fast keine Rolle, stattdessen setze der Film auf „bunt gemixte Versatzstücke eines Allerwelts-Electro-Pops, dessen Ton- und Klangratatouille mit bestürzender Beliebigkeit daherkommt“. Der Zuschauer bleibe nach der Sendung ratlos vorm Fernseher sitzen, schreibt Konrad, und fragt sich, wer „solche Aufträge an Produktionsunternehmen absegnet“.
Elmar Krekeler schrieb in Die Welt, der Mehrteiler wirke historisch wie erzählerisch befremdlich und überfordere den Stoff durch eine freie Interpretation, die eher Fremdscham als Erkenntnisgewinn erzeuge. Besonders für musikaffine Zuschauer biete die Serie mit seinen „skurrile[n] Schauspielmomenten“ nur wenig Anlass zur Begeisterung.
Im Stern verriss auch David Baum die Serie und urteilte, dass selten „ein aufwendiges Historiendrama derart versemmelt“ sei. Er kritisiert vor allem die „bestürzend schlichten Dialogen im Stile einer Vorabend-Telenovela“, die „hanebüchene Fantasiehandlung“ und bezeichnete die Schauspielleistung des „ungelernten Hauptdarstellers“ Güvercin als dilettantisch.
In einer positiven Besprechung vergab Thomas Gehringer auf tittelbach.tv fünf von sechs Sternen und nannte die Serie eine „mitreißende Mainstream-Fantasie“. Die „Event-Serie“ sei „dank opulenter Ausstattung tatsächlich ein Ereignis“ und biete „eine spannende musikalische Reise“. Die Darstellerinnen Havana Joy und Verena Altenberger setzten besondere Akzente, während Eren M. Güvercin „etwas verloren“ wirke. Die Serie sei „fantasievoll“ inszeniert, allerdings ermüde der „biedere Liebesreigen und auch das Hin und Her im musikalischen Wettstreit“ auf Dauer und könne nicht über sechs Folgen tragen.
Damian Sprenger schrieb auf blickpunktfilm.de, dass viele Entscheidungen wie Kompromisse wirkten: „Auf dem Spektrum zwischen dem Pomp eines Historiendramas und dem erfrischenden Neudenken verkrusteter Strukturen“ könne sich Mozart/Mozart nicht eindeutig positionieren.
Matthias Halbig befand auf rnd.de, dass das Drama eher leichte Unterhaltung sei, eines „von der Ende-gut-alles-gut-Sorte“. Auch wenn der Schnitt zuweilen irritiere. Das musikalische Konzept ähnele den Filmen von Baz Luhrmann, der Serie Bridgerton oder The Buccaneers, hier funktioniere dieses Vorgehen „so lala“.
Jan Freitag verglich auf dwdl.de die Mozart/Mozart wohlwollend mit der britischen Fernsehserie Amadeus. Die deutsche Serie sei origineller, „auch wenn sie Historikern die Augenbrauen hochtreiben dürfte“ und die Musik der Serie Anlass zur Fremdscham biete. Die Serie sei fantasievoll, „relevant amüsant“ und blase „frischen Wind durchs abgenudelte Boom-Genre Biopic“.
Auf Filmstarts erklärt Christoph Petersen, er finde den „experimentellen Ansatz“ von Mozart/Mozart „100 Mal spannender als eine 08/15-Biografie“. Gut sei die Serie deswegen leider nicht: „Mutiger Ansatz hin oder her“, die Macher hätten die Serie „mit Anlauf gegen die Wand gefahren.“Filmstarts.de: Nach miesen Kritiken und Quoten schießt jetzt auch noch ein deutscher Meisterregisseur gegen die ARD
Tilmann P. Gangloff lobte in der Stuttgarter Zeitung unter anderem die Bildgestaltung und Kameraführung. Ihre inhaltliche Komplexität verdanke die mit cleveren Cliffhangern endenden Episoden vor allem den differenziert geschilderten Hauptfiguren. Über allem schwebe die vortreffliche Musik Rebecca de Rooijs. In ihrem preiswürdigen Soundtrack sind die Melodien Mozarts raffiniert in die eigene Komposition integriert und das Ganze wirke stellenweise wie eine Pop-Oper.
Gian-Philip Andreas bewertete die Serie auf fernsehserien.de mit 2,5 von 5 Sternen. Die Musik zu dieser Pop-Oper könne im Vergleich zu Mozarts Werken zwangsläufig nur den Kürzeren ziehen. Die Serie zeige Habsburg-Hipster mit TikTok-Sprechduktus im zeitgenössisch modernisierten Kostüm der Epoche. Die üppig-stylishe Optik sei gleichermaßen von Sofia Coppolas Marie Antoinette, dem Video zu Rock Me Amadeus von Falco und Bridgerton informiert.
Auf Watson macht sich Rezensentin Simone Meier eher über die Serie „mit dem ultimativ bekloppten Titel“ lustig, als sie zu besprechen. Sie vermutet, dass die Macher die Serie „komplett unter LSD“ geschrieben haben: „Brainrot! Hirnverrottung! Aber hochkulturell, wie geil ist das denn! Drogen nehmen und losschreiben!“Watson.ch: Weihnachtszeit-TV des Wahnsinns
Quote Die Erstausstrahlung der ersten drei Folgen im Ersten am 16. Dezember 2025 wurde von 2,41, 2,09 und 1,94 Millionen Fernsehzuschauern verfolgt, die Marktanteile lagen bei 10,1, 9,1 und 9,5 Prozent.
Auszeichnungen und Nominierungen Deutscher Fernsehpreis 2026 Nominierung in der Kategorie Beste Musik Fiktion (Jessica de Rooij) Prix Europa 2026 Nominierung in der Kategorie Video Fiction Seoul International Drama Awards Nominierung in der Kategorie Beste Miniserie
Weblinks
Mozart/Mozart in der ARD Mediathek Mozart/Mozart auf ORF ON
Einzelnachweise
Kategorie:Fernsehserie (Das Erste)
Kategorie:Fernsehserie der 2020er Jahre Kategorie:Miniserie Kategorie:Werk über Wolfgang Amadeus Mozart Kategorie:Historienfilm Kategorie:ORF (Fernsehen)