Carl von Ossietzky ist ein Film von Richard Groschopp von 1963 über den bekannten Publizisten und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky.

Handlung Der Film beschreibt das letzte Jahrzehnt im Leben von Carl von Ossietzky. Er beginnt mit dessen Urnenbeisetzung im Jahre 1938. Danach erhält Carl von Ossietzky 1927 rückblickend von Kurt Tucholsky und Edith Jacobsohn, der Witwe des Weltbühne-Gründers Siegfried Jacobsohn, die Chefredaktion der Zeitschrift übertragen. Durch seine radikalpazifistische Haltung und die Enthüllungen seiner Redakteure, auch zu Machenschaften des Militärs, gerät er immer wieder in juristische Schwierigkeiten. Diese gipfeln im vielbeachteten Weltbühne-Prozess von 1931, bei dem er und Walter Kreiser wegen Landesverrats zu Gefängnisstrafen verurteilt werden, weil Kreiser über geheime und illegale Vorbereitungen zum Aufbau einer deutschen Luftwaffe berichtete.

1932 wird Carl von Ossietzky amnestiert, doch die politische Lage wird immer instabiler und für ihn immer gefährlicher. Trotzdem zögert er, gegen den Rat seiner Freude und Mitarbeiter, den Gang ins Exil heraus. Am Morgen nach der Nacht des Reichstagsbrands wird er festgenommen und im KZ Esterwegen in sogenannter Schutzhaft interniert. Seine noch minderjährige Tochter Rosalinde wird nach England ins Exil geschickt.

Wegen seiner Bekanntheit erregt seine Haft internationales Aufsehen. Während seine Freunde und Anhänger ihn für den Friedensnobelpreis vorschlagen, greift die Lagerhaft seine Gesundheit stark an. Ohne sein Wissen wird er durch eine Injektion mit Tuberkulose infiziert. Seine Mitgefangenen unterstützen ihn und versuchen, ihm schwere Arbeit abzunehmen.

Der US-amerikanische Journalist Hubert Knickerbocker setzt sich dafür ein, dass Journalisten das Lager besuchen und sich von seinem Zustand überzeugen können. Carl von Ossietzky wird den Journalisten vorgeführt, kann jedoch nicht offen über die Haftbedingungen sprechen.

Der Fall beschäftigt jetzt höchste Kreise: Joseph Goebbels und Hermann Göring befürchten, dass sich sein Tod negativ auf das Ansehen Deutschlands auswirken könnte, zumal sich das Regime im Jahr der Olympischen Spiele in Berlin als human präsentieren möchte. Also bietet Göring ihm die Freilassung an, sofern er auf den Nobelpreis verzichtet. Ossietzky lehnt das Angebot ab. Er wird aus dem KZ entlassen und in ein Berliner Krankenhaus gebracht, wo er in Gesellschaft seiner Frau Maud und bewacht von der Gestapo seine letzten Lebensjahre verbringt. Dort erfährt er, dass ihm tatsächlich der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde, den er jedoch nicht mehr entgegennehmen kann. Er stirbt im Mai 1938.

Am Ende kehrt der Film zu seiner Beisetzung zurück und es wird das ihm gewidmete Gedicht Auf den Tod eines Kämpfers für den Frieden von Bertolt Brecht rezitiert.

Hintergründe Carl von Ossietzky war der erste Film über den bekannten aufrechten Publizisten.Apropos Film. Jahrbuch der DEFA-Stiftung, 2005. S. 237 Er entstand anlässlich von dessen 25. Todestag. Die Drehbuchautoren Lothar Creutz und Carl Andrießen waren Mitarbeiter der Weltbühne seit 1945. Die Handlung beruhte wesentlich auf den Erinnerungen der Witwe Maud von Ossietzky. Die Film wurde vom DEFA-Studio für Spielfilme für den Deutschen Fernsehfunk produziert. Die Hauptdarsteller Hans-Peter Minetti (Carl von Ossietzky), Erhard Köster (Kurt Tucholsky), Blanche Kommerell, Gerry Wolff und Eberhard Esche waren bekannte Theater- und Filmschauspieler der DDR.

Der Film wurde am 1. September 1963 erstmals im Deutschen Fernsehfunk ausgestrahlt. Danach gab es 1963, 1964, 1974, 1979 und 1988 Wiederholungen.Carl von Ossietzky Fernsehen der DDR (Memento), mit allen bekannten Wiederholungen bis 1991, danach gab es wahrscheinlich keine weiteren mehr 2017 erschien er auf DVD (bei Studio Hamburg Enterprises).

Literatur Lothar Creutz: Carl von Ossietzky. Ein Fernsehfilm. Henschel, Berlin 1966. 109 Seiten Weblinks Carl von Ossietzky Fernsehen der DDR (Memento)

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1963 Kategorie:Fernsehfilm (DDR) Kategorie:Filmbiografie über Schriftsteller Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Carl von Ossietzky