mini|hochkant|Wappen derer von Sinsteden Sinsteden (auch Senstede, Sinstedin, Synsteden o. ä.) ist der Name eines erloschenen niederrheinischen Uradelsgeschlecht.

Geschichte Das Geschlecht hatte seinen namensgebenden Stammsitz in Sinsteden, heute ein Ortsteil von Rommerskirchen im Rhein-Kreis Neuss. Die überlieferten urkundlichen Nennungen und Gütertransaktionen, seien es An-/Verkäufe, Belehnungen oder Gütertauschakte, belegen das überregionale Netzwerk und die wirtschaftliche Bedeutung des Geschlechts.

Erstmals erscheint das Geschlecht 1187 mit Heribertus de Senstede, der in zwei Urkunden als Zeuge auftritt. Zum einen in einem Kaufvertrag der Uda von Broike, die ihr Obereigentum an dem Lehen in Auenheim dem Kloster Rolandswerth verkaufte. Zum anderen in einem Vertrag des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg über Grundstücke bei Auenheim. Ferner findet sich ein Heribertus de Sinstedin als Zeuge einer 1217 ausgestellten Urkunde des Stifts St. Maria im Capitol zu Köln, das dem Kloster Kamp Güter zu Ymmenhoven übertrug.Schleicher (1997), S. 633.

Robelo von Sinsteden, Sohn Ritter Ditmars von Sinsteden, bekundete im September 1262 mit Zustimmung seiner Ehefrau Elisabeth und seiner Kinder, den Zehnten von 60 Morgen Ackerland in Oekoven, den er von Propst Werner von St. Gereon zu Lehen nahm, mit dessen Bewilligung an die sieben Priester und dem Hospitalpriester von St. Gereon für 18 Kölnische Mark verkauft zu haben. Matthias von Sinsteden tauschte am 18. Dezember 1279 einen Zehnten gegen ein Lehen bei Sinsteden, bezeugt von seinem Lehnsherrn Burggraf Gottfried von Hochstaden und dessen Gemahlin Kunigunde,Heinrich Hubert Giersberg: Geschichte der Pfarreien des Dekanats Grevenbroich (= Geschichte der Pfarreien der Erzdiözese Köln, XXII. Dekanat Grevenbroich), Köln 1883, S. 321 (Google Bücher). und Gottfried von Sinsteden war 1283 Lehnsmann der Herren von Reifferscheid. 1287 treten die Eheleute Johann und Gertrud von Sinsteden auf. Sie schenkten dem Deutschen Orden den Sinstedenerhof und den Zehnten zu Sinsteden und Rommerskirchen. 1297 verzichteten dieselben auf die Nutznießung der 1287 geschenkten Güter und Rechte.

Im 13. Jahrhundert führten Familienmitglieder auch verschiedene Genanntnamen. So erscheint 1274 ein Gerhardus von Sinsteden genannt Hardevusth und 1276 ein Heinrich von Sinsteden genannt Quadrans. 1282 nahm Gerhard von Sinsteden (de Synnysteden), Sohn des Gerhard Hardevusts, 20 Morgen Land und einen Hof zu Sinsteden von Dietrich von Lechenich, Kanoniker an St. Aposteln in Köln, in Erbpacht.Konstantin Höhlbaum (Hrsg.): Mittheilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, 2. Band (Heft IV–VI), Köln 1884 S. 12 f., Nr. 462 (Google Bücher). Heinrich genannt Rufus von Sinzsteden wird 1301 in einem Vertrag von St. Cäcilien zu Köln als Zeuge erwähnt.

Ein zweiter Robelo von Sinsteden kaufte am 29. Dezember 1307 verschiedene Allodialgüter zu Sinsteden von Ritter Stephan von Ailshoven, darunter 30 Morgen Land. 1344 verkaufte Gottschalk de Sinsteden, Sohn des verstorbenen Gottschalk de Sinsteden und der verstorbenen Mechtild de Vriemersdorf, einen Hof und ein Grundstück sowie mehrere Äcker in Fliesteden an Gerlach de Vliesteden für eine jährliche Rente, die an Gottschalks Bruder Gerhard von Sinsteden, Rektor des Johannes Baptist-Altars in St. Andreas in Köln, für eine Memorie zugunsten der verstorbenen Mutter zu entrichten war.Heinrich Schäfer: Inventare und Regesten aus den Kölner Pfarrarchiven, II. Band (= Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, 76. Heft), Köln 1903, S. 23, Nr. 114 (Google Bücher). Ritter Hunchinus de Synsteden erhielt 1374 vom Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden einen Hof und eine Hufe zu der Bysen sowie eine Hufe zu Ingenfeld, beides im Kirchspiel Neurath, zu Lehen.Norbert Andernach (Bearb.): Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter, Band 8 (1370–1380) (Friedrich von Saarwerden), Düsseldorf 1981, S. 266, Nr. 1017. Wohl derselbe kaufte 1370 als Reinhard genannt Hoinchin von Sinsteden einen Mansus mit 60 Morgen Ackerland zu Ingenfeld bei Grevenbroich,Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0001 / Kurköln, Urkunden AA 0001, Nr. 787 - a, abgerufen am 11. November 2025. wurde 1381 als Ritter Huyngin von Synsteden erneut vom Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden, dieses Mal mit einem Burglehen zu Hochstaden, zu dem ein Hof in Ingenfeld mit 2 ½ Hufen Ackerland, 30 Joch Wald, 3 Joch Wiesen und anderes gehörte, belehnt,Norbert Andernach (Bearb.): Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter, Band 9 (1381–1390) (Friedrich von Saarwerden), Düsseldorf 1983, S. 3, Nr. 9. und fungierte 1389 als Ritter Reinhard Hoenghin von Synsteden zusammen mit anderen Knappen, Rittern und Amtleuten als Bürge für Herzog Wilhelm II. und Herzogin Maria gegenüber den Bürgern von Maastricht, Saint Trond und Dinant. Auch erscheint derselbe Ritter Reinhard Hoingin von Sinsteden 1390 als Zeuge in einem Vertrag des Klosters Grevenbroich.Schleicher (1997), S. 634 f.

Dreyss von Sinsteden (Synsteden) und seine Frau Bela waren 1388 Halfen des später als Pekenhof bekannten Hofes in Sinsteden. Im selben Jahr sühnten sie sich mit dem Kapitel von St. Caecilien in Köln aus. Unter den Zeugen der Aussöhnungsurkunde findet sich ein Peter von Sinsteden. Letzterer erscheint urkundlich bis 1400 und war mit einer Stine verheiratet, deren Vormund der Ritter Werner Quattermart war. 1411 und 1414 erscheint Arnold (von) Sinsteden als Halfe des Cremershofes in Sinsteden. Beide Höfe gingen aus dem Besitz der Ritter von Sinsteden hervor. 1429 pachteten Goedart von Sinsteden und seine Ehefrau Alika den Zorgeshof zu Sinsteden. Elf Jahre später wiederum pachteten Rutger von Sinsteden und seine Mutter Deilige (Odilia) den Sinstedenerhof. Deren Sohn Daem (Adam) von Sinsteden, verheiratet mit Diligen (Odilia), pachtete denselben Hof 1494 erneut. Die Tochter der letztgenannten Eheleute, Katharina von Sinsteden, heiratete Anton Wolf von Weidenfeld.Krebs (1942).Gatzen (1974).

Johann von Sinsteden zu Sinsteden und Berge war 1570 Schultheiß zu Anstel. Er war verheiratet mit Leefgina (Lieve) von Rittersbach, Tochter von Johann von Rittersbach zu Frixem, Norprath (Grevenbroich) und Berg und der Catharina Overstolz vom Eigelstein zu Köln. Durch diese Ehe kam das Rittergut Norprath an die Familie Sinsteden.Joseph Strange: Nachrichten über Adelige Familien und Güter, 1. Heft, Koblenz 1879, S. 96 (Google Bücher). Jacob Winand Sinsteden (Sinstedius) war 1580 promovierter Jurist.Schleicher (1997), S. 632.

Wappen Für die Familie sind verschiedene Wappen überliefert. Lothar Müller-Westphal stellt ein Wappen dar, das wie folgt blasoniert ist: In Silber ein schwarzer Sparren, begleitet von drei (2:1) schwarzen Dreiblattzweigen. Auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein schwarzgekleideter Arm, einen schwarz-silbern gespaltenen Stab haltend.Schleicher (1997), S. 631.

Peter Krebs zeichnet in seiner Veröffentlichung ein Siegel des Daem Eberhardt Sinsteden von 1561 nach, das einen Vogel, sitzend auf einem aufrechten Stab zeigt, an dem eine Schlange sich emporwindet. Von diesem Wappen wiederum sind weitere Varianten bekannt. Eine Variante zeigt den Vogel direkt auf der Schlange sitzend (ohne Stab). Eine weitere Variante (Jacob Winand Sinsteden, 1580) zeigt nur eine Schlange und zwischen deren Windungen einzelne Buchstaben.Schleicher (1986), S. 114.

Literatur Wilhelm Gatzen: Beiträge zur Geschichte von Halfen- und Adelsfamilien in Kurköln und im Herzogtum Jülich. Köln, Ostern 1974. Peter Krebs: Die Geschichte des Dorfes, des Hofes und der Sippe Sinsteden. Köln 1942. Herbert M. Schleicher (Bearb.): Die genealogisch-heraldische Sammlung des Kanonikus Joh. Gabriel von der Ketten in Köln. 5. Band (W–Z), Anhang, Register. (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Neue Folge Nr. 33), Köln 1986, S. 114. Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 14 (Mappe 1071–1150; Schellart von Dudeldorf–Spatgen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 93), Köln 1997, S. 631–635. Hans-Dieter Schnorrenberg: Die Familie Sinsteden in Grevenbroich-Gustorf. In: Düsseldorfer Familienkunde 1976, Heft 2, S. 49–51.

Weblinks Pekenhof (Sinsteden) auf GenWiki. Cremershof (Sinsteden) auf GenWiki.

Einzelnachweise

Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht