Die Gemeinsame europäische Sommerzeit ist eine Regelung der Europäischen Union für die Sommerzeit in ihren Mitgliedsstaaten in insgesamt drei Zeitzonen. Die EG beschloss 1977 die Einführung der Sommerzeit. Die erste gemeinsame Sommerzeit dauerte vom 6. April 1980, 2:00 MEZ bis zum 28. September 1980, 3:00 MESZ.

Die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) beginnt jeweils am letzten Sonntag im März um 2:00 Uhr MEZ, indem die Stundenzählung um eine Stunde von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr vorgestellt wird, und endet jeweils am letzten Sonntag im Oktober um 3:00 Uhr MESZ, indem die Stundenzählung um eine Stunde von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt wird.

Umsetzung

Geregelt sind die europäischen Sommerzeiten (WESZ, MESZ, OESZ) für die EU in der Richtlinie 2000/84/EG zur Regelung der Sommerzeit. und den ergänzenden Mitteilungen 2001/C 35/07 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften C 35, 44. Jahrgang, 2. Februar 2001, S. 7. und 2006/C 61/02. Amtsblatt der Europäischen Union C 61, 49. Jahrgang, 14. März 2006, S. 2. Alle 5 Jahre muss die Kommission prüfen, ob die Sommerzeit noch sinnvoll ist – und darf Änderungen vorschlagen. Das Verfahren der Sommerzeit wurde 2007, 2012 und 2017 bestätigt. KOM(2007) 739 endgültig, Brüssel, 23. November 2007 (Europäische Kommission). 2018 wurde die Abschaffung initiiert.

Beteiligt an der Sommerzeit sind alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die Überseegebiete sind in der Regel ausgenommen.

Dem System schlossen sich ferner Norwegen und Liechtenstein an, die zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören, aber nicht Island.

Weitere Staaten und Gebiete, die sich dem System angeschlossen haben, sind: Albanien, Andorra, Bosnien und Herzegowina, Färöer-Inseln, Gibraltar, Kosovo, Republik Moldau, Monaco, Montenegro, Nordmazedonien, San Marino, Schweiz, Serbien und Vatikanstadt. Dazu kommt das Vereinigte Königreich.

In der Ukraine wurde 2024 beschlossen, dauerhaft auf Standardzeit umzustellen; der Beschluss wurde aber noch nicht umgesetzt. Russland und die russisch besetzten Gebiete Krim, „Volksrepublik Donezk“ und „Volksrepublik Luhansk“ sind nicht beteiligt, ebenso Belarus.

Zeitzonen

Die westeuropäische Zeit und osteuropäische Zeit werden – absolut – gleichzeitig mit der mitteleuropäischen Zeit auf Sommerzeit umgestellt, also um 1:00 Uhr bzw. 3:00 Uhr Zonenzeit.

Westeuropäische Sommerzeit Die Zeitdifferenz der Westeuropäischen Sommerzeit (WESZ) zur Koordinierten Weltzeit (UTC) (früher Greenwich Mean Time, GMT / Universal Time, UT) beträgt eine Stunde (UTC+1), während die Westeuropäische Zeit (Normalzeit) um null Stunden von der UTC abweicht (UTC±0). Im internationalen Sprachgebrauch wird die Westeuropäische Sommerzeit auch als Western European Summer Time (WEST) oder Western European Daylight Saving Time (WEDT, amerikanisch auch WET DST), in Großbritannien als British Summer Time (BST) bezeichnet.

Mitteleuropäische Sommerzeit In der Zone der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) ist Sommerzeit die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), auf Englisch (CEST, britisch) oder (CEDT, CET DST, US-amerikanisch) oder auch (MEST). Während MEZ der mittleren Sonnenzeit auf dem 15. östlichen Längengrad entspricht, auf dem beispielsweise Görlitz, Stargard in Polen und Gmünd in Niederösterreich liegen, entspricht MESZ der mittleren Sonnenzeit auf dem 30. östlichen Längengrad, auf dem beispielsweise Sankt Petersburg und Kiew liegen.

Die Zeitdifferenz der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) zur Koordinierten Weltzeit (UTC) (früher Greenwich Mean Time, GMT / Universal Time, UT) beträgt zwei Stunden (UTC+2), während die Mitteleuropäische Zeit (Normalzeit) um eine Stunde von der UTC abweicht (UTC+1).

Die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März um 2:00 Uhr MEZ, indem die Stundenzählung um eine Stunde von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr vorgestellt wird, und endet am letzten Sonntag im Oktober um 3:00 Uhr MESZ, indem die Stundenzählung um eine Stunde von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt wird. Die Stunde von 2:00 Uhr bis 3:00 Uhr erscheint im Herbst also zweimal. Die erste Stunde (von 2:00 Uhr bis 3:00 Uhr MESZ) wird mit „2A“ und die zweite Stunde (von 2:00 Uhr bis 3:00 Uhr MEZ) mit „2B“ bezeichnet. Sommerzeitverordnung (Deutschland). Damit ist in der Nacht der Umstellung im Frühling beispielsweise der Zeitpunkt „6:00 Uhr“ schon fünf Stunden nach Mitternacht erreicht, in derjenigen im Herbst hingegen erst sieben Stunden nach Mitternacht. Es wird gewissermaßen die im Frühjahr „eingesparte“ Stunde im Herbst „zurückgegeben“.Bericht der Bundesregierung über die Erfahrungen mit der Sommerzeit in den Jahren 1980 und 1981 ( vom 20. April 1982) S. 6, Nr. 3.

Osteuropäische Sommerzeit

Die Zeitdifferenz der Osteuropäischen Sommerzeit (OESZ) zur Koordinierten Weltzeit (UTC) (früher Greenwich Mean Time, GMT / Universal Time, UT) beträgt drei Stunden (UTC+3), während die Osteuropäische Zeit (Normalzeit) um zwei Stunden von der UTC abweicht (UTC+2). Im internationalen Sprachgebrauch wird die Osteuropäische Sommerzeit auch als Eastern European Summer Time (EEST) oder Eastern European Daylight Saving Time (EEDT, amerikanisch auch EET DST) bezeichnet.

Liste Die Sommerzeit erstreckte sich anfangs vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im September, Zeitumstellung um 02:00 MEZ (01:00 UTC) ↔ 03:00 MESZ. 1996 wurde sie bis zum letzten Sonntag im Oktober ausgedehnt.

1980–1995 06.04.1980, 02:00 MEZ – 28.09.1980, 03:00 MESZ 29.03.1981, 02:00 MEZ – 27.09.1981, 03:00 MESZ 28.03.1982, 02:00 MEZ – 26.09.1982, 03:00 MESZ 27.03.1983, 02:00 MEZ – 25.09.1983, 03:00 MESZ 25.03.1984, 02:00 MEZ – 30.09.1984, 03:00 MESZ 31.03.1985, 02:00 MEZ – 29.09.1985, 03:00 MESZ 30.03.1986, 02:00 MEZ – 28.09.1986, 03:00 MESZ 29.03.1987, 02:00 MEZ – 27.09.1987, 03:00 MESZ 27.03.1988, 02:00 MEZ – 25.09.1988, 03:00 MESZ 26.03.1989, 02:00 MEZ – 24.09.1989, 03:00 MESZ 25.03.1990, 02:00 MEZ – 30.09.1990, 03:00 MESZ 31.03.1991, 02:00 MEZ – 29.09.1991, 03:00 MESZ 29.03.1992, 02:00 MEZ – 27.09.1992, 03:00 MESZ 28.03.1993, 02:00 MEZ – 26.09.1993, 03:00 MESZ 27.03.1994, 02:00 MEZ – 25.09.1994, 03:00 MESZ 26.03.1995, 02:00 MEZ – 24.09.1995, 03:00 MESZ

Seit 1996 31.03.1996, 02:00 MEZ – 27.10.1996, 03:00 MESZ 30.03.1997, 02:00 MEZ – 26.10.1997, 03:00 MESZ 29.03.1998, 02:00 MEZ – 25.10.1998, 03:00 MESZ 28.03.1999, 02:00 MEZ – 31.10.1999, 03:00 MESZ 26.03.2000, 02:00 MEZ – 29.10.2000, 03:00 MESZ 25.03.2001, 02:00 MEZ – 28.10.2001, 03:00 MESZ 31.03.2002, 02:00 MEZ – 27.10.2002, 03:00 MESZ 30.03.2003, 02:00 MEZ – 26.10.2003, 03:00 MESZ 28.03.2004, 02:00 MEZ – 31.10.2004, 03:00 MESZ 27.03.2005, 02:00 MEZ – 30.10.2005, 03:00 MESZ 26.03.2006, 02:00 MEZ – 29.10.2006, 03:00 MESZ 25.03.2007, 02:00 MEZ – 28.10.2007, 03:00 MESZ 30.03.2008, 02:00 MEZ – 26.10.2008, 03:00 MESZ 29.03.2009, 02:00 MEZ – 25.10.2009, 03:00 MESZ 28.03.2010, 02:00 MEZ – 31.10.2010, 03:00 MESZ 27.03.2011, 02:00 MEZ – 30.10.2011, 03:00 MESZ 25.03.2012, 02:00 MEZ – 28.10.2012, 03:00 MESZ 31.03.2013, 02:00 MEZ – 27.10.2013, 03:00 MESZ 30.03.2014, 02:00 MEZ – 26.10.2014, 03:00 MESZ 29.03.2015, 02:00 MEZ – 25.10.2015, 03:00 MESZ 27.03.2016, 02:00 MEZ – 30.10.2016, 03:00 MESZ 26.03.2017, 02:00 MEZ – 29.10.2017, 03:00 MESZ 25.03.2018, 02:00 MEZ – 28.10.2018, 03:00 MESZ 31.03.2019, 02:00 MEZ – 27.10.2019, 03:00 MESZ 29.03.2020, 02:00 MEZ – 25.10.2020, 03:00 MESZ 28.03.2021, 02:00 MEZ – 31.10.2021, 03:00 MESZ 27.03.2022, 02:00 MEZ – 30.10.2022, 03:00 MESZ 26.03.2023, 02:00 MEZ – 29.10.2023, 03:00 MESZ 31.03.2024, 02:00 MEZ – 27.10.2024, 03:00 MESZ 30.03.2025, 02:00 MEZ – 26.10.2025, 03:00 MESZ

Geschichte

Frankreich brachte 1975 ein Memorandum ein, das eine europäische Koordination der Sommerzeit vorschlug, um Energie zu sparen und die Einheit der EWG zu demonstrieren.Memorandum ueber die Zweckmaessigkeit einer Koordinierung auf Europäischer Ebene zur Einführung eines Sommerzeitsystems. (April 1975)Mathias Mutz: Die Synchronisierung Europas. Die Einführung der Sommerzeit als Instrument der Krisenbewältigung und europäischen Harmonisierung, 1973-1996 .

Erste Entwürfe der EWG (z. B. 1976/C79/38 und 1976/C131/12) wurden behandelt, führen aber nicht zu einem verbindlichen Beschluss. Von 1973 bis 1979 hatten etwa Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien und Vereinigtes Königreich nationale Sommerzeiten eingeführt. Deutschland zögerte aber wegen einer Synchronisation mit der DDR. Kanzler Helmut Schmidt schrieb 1979 an Erich Honecker, um eine gemeinsame Regelung zu fordern. Auch Dänemark, Irland und Luxemburg hatten keine Sommerzeit.

Die Einführung von Sommerzeiten in allen mitteleuropäischen Staaten bis 1981 war daher keine Folge der Energiekrisen von 1973 und 1979/80, sondern eine Maßnahme auf dem Weg zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Binnenmarktes.Mathias Mutz: Saving Energy by Shifting Clocks? Energy Policy and the Introduction of Daylight Saving Time in East and West Germany. In: Nina Möllers, Karin Zachmann (Hrsg.): Past and Present Energy Societies. How Energy Connects Politics, Technologies und Cultures. Transcript, Bielefeld 2012, S. 163–193. Die Vereinheitlichung der Gültigkeitszeiten ging von der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) aus.

Die ersten Entwürfe von 1976 traten dann mit der Richtlinie 1980/737/EWG. in Kraft, die sich vorerst auf den Zeitraum 1980/81 bezog. Es galt die Sommerzeit vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im September, Zeitumstellung jeweils um 1:00 UTC (2:00 MEZ ↔ 3:00 MESZ), sodass die erste gemeinsame Sommerzeit vom 6. April 1980, 2:00 MEZ bis zum 28. September 1980, 3:00 MESZ dauerte. Die Schweiz zog ein Jahr später nach.Sommerzeit: Wann läuft ihre Zeit ab? In: beobachter.ch, 23. März 2018; abgerufen am 1. April 2018.

Diese Regeln wurden vorerst regelmäßig wieder festgesetzt, bis mit der Richtlinie 2000/84/EG eine unbefristet gültige Regelung getroffen wurde.

1996 wurde die Sommerzeit wie in der gesamten EU bis Ende Oktober ausgedehnt.

Beschluss der Abschaffung 2019

Am 8. Februar 2018 beauftragte das EU-Parlament die EU-Kommission mit 384:153 Stimmen damit, eine „gründliche Bewertung der Richtlinie über die Regelung der Sommerzeit vorzunehmen und gegebenenfalls einen Vorschlag zu ihrer Überarbeitung vorzulegen“.Parlament fordert sorgfältige Beurteilung der halbjährlichen Zeitumstellung. Pressemitteilung des Europaparlaments vom 8. Februar 2018.TAB-Bericht »Bilanz der Sommerzeit« Grundlage für eine Studie des EU-Parlaments und Eingabe an die EU-Kommission. Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag, 8. Februar 2018. Vom 5. Juli bis 16. August 2018 konnten sich mehr als 500 Millionen EU-Bürger online zu ihren Erfahrungen mit der Sommerzeit und zur Frage der Beibehaltung oder Abschaffung der Zeitumstellung äußern.Sommerzeit: Kommission lanciert Onlinebefragung. orf.at, 5. Juli 2018; abgerufen am 5. Juli 2018. Nach Kommissionsangaben gingen mehr als 4,6 Mio. Antworten ein, was im Vergleich zu anderen öffentlichen Befragungen einen Rekord darstellt.Etwa 4,6 Millionen Europäer beteiligen sich an Sommerzeit-Umfrage. In: Spiegel Online, 17. August 2018. In der Umfrage sprachen sich 84 % der Teilnehmer für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus.Konsultation zur Sommerzeit: 84 % der Teilnehmer sind für die Abschaffung der Zeitumstellung in der EU. Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 31. August 2018. Die Umfrage gilt nicht als repräsentativ.Zeitumstellung Statistiker kritisiert Umfrage als nicht repräsentativ. spiegel.de, 31. August 2018.