mini|Sudha Bharadwaj (2020) Sudha Bharadwaj (; * 1961 in Boston, Vereinigte Staaten) ist eine indische Gewerkschafterin, Rechtsanwältin und Menschenrechtlerin, die über Jahrzehnte vor allem im Bundesstaat Chhattisgarh tätig ist. Im Zuge der Ermittlungen zum Bhima-Koregaon-Komplex wurde sie am 28. August 2018 festgenommen und saß mehr als drei Jahre in Untersuchungshaft, bevor ihr der Bombay High Court am 1. Dezember 2021 Kaution gewährte und ein Sondergericht der National Investigation Agency am 8. Dezember 2021 die Bedingungen festlegte. Am 7. Dezember 2021 wies das Oberste Gericht den Antrag der National Investigation Agency gegen die Haftentlassung zurück.
Leben und Wirken Bharadwaj wurde 1961 als Tochter der Ökonomin Krishna Bharadwaj in Boston (Vereinigte Staaten) geboren. Ihre Mutter gründete an der Jawaharlal-Nehru-Universität das Centre for Economic Studies and Planning; ihr Ehemann war der Ökonom Ranganath Bharadwaj. Von 1979 bis 1984 absolvierte Bharadwaj am Indian Institute of Technology Kanpur ein Studium der Mathematik. 1986 zog sie nach Dalli-Rajhara im heutigen Bundesstaat Chhattisgarh, um mit der von Shankar Guha Niyogi aufgebauten Chhattisgarh Mukti Morcha (‚Chhattisgarh-Befreiungsfront‘) zu arbeiten und Kinder von Bergarbeitern zu unterrichten. Im Alter von 19 Jahren gab sie die US-Staatsbürgerschaft auf, weil sie sich als Inderin verstand und in Indien arbeiten wollte. Angeregt durch ihre Gewerkschaftsarbeit qualifizierte sie sich im Jahr 2000 als Rechtsanwältin.
Als Gewerkschafterin in der Chhattisgarh Mukti Morcha und später als Anwältin vertrat Bharadwaj über Jahrzehnte die Vertragsarbeiterschaft, Adivasi-Gemeinden und Betroffene von Landenteignungen in Chhattisgarh. Sie war Generalsekretärin der Landesorganisation von Chhattisgarh der Bürgerrechtsorganisation People’s Union for Civil Liberties. Im Jahr 2018 wurde sie im Zusammenhang mit dem Bhima-Koregaon-Komplex verhaftet und nach dem Unlawful Activities (Prevention) Act angeklagt. Der Bombay High Court gewährte ihr am 1. Dezember 2021 aufgrund der fehlenden Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen für eine fristgerechte Anklageerhebung Kaution. Das Oberste Gericht Indiens wies am 7. Dezember 2021 die Beschwerde der Ermittlungsbehörde gegen die Haftentlassung ab. Nach der Entlassung lebte sie zunächst unter Auflagen in Mumbai und plante, dort wieder als Anwältin zu arbeiten und sich für eine bessere Rechtsbeihilfe einzusetzen. Unter dem Titel From Phansi Yard: My Year with the Women of Yerawada (‚Aus dem Phansi-Trakt: Mein Jahr mit den Frauen von Yerawada‘) veröffentlichte sie bei Juggernaut ein Gefängnistagebuch, welches den Alltag Mitgefangener schildert.
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