Der Geiswieserhof – alternativ Geiswiese, Sägemühle Geisskopfer Hof oder Geisköpfer Seegmühl genannt – war eine Sägemühle auf der Gemarkung der Ortsgemeinde Elmstein, die später zu einem Hof umfunktioniert wurde und mittlerweile abgegangen ist.

Lage Die Fläche des Geiswieserhofs betrug insgesamt 3,55 Tagwerk. Die Mühle – beziehungsweise später: Hof – befand sich auf der Geiswiese (270 m ü. NN) am Helmbach, der in unmittelbarer Nähe von links den Blattbach am Nordwestfuß des Geiskopfs aufnimmt. In diesem Bereich verläuft der Fernwanderweg Staudernheim–Soultz-sous-Forêts. Etwas weiter westlich erstreckt sich das Biosphärenerlebniscamp Geiswiese. Nächstgelegene bewohnte Orte sind die Hornesselwiese im Nordosten, das Stille Tal im Osten und Iggelbach im Norden.

Geschichte Am 15. Juli 1732 bekam Friedrich Zeiß, Gemeinsmann und Müller aus Albersweiler, das Gebiet – etwa neun Morgen Wiesen und etwa zehn bis zwölf Morgen zu rodende Ackerflächen auf der Hochfläche sowie kleinere Wiesenflächen in den unteren Talabschnitten – auf 20 Jahre in Temporalpacht. Da die vorhandenen Acker- und Wiesenflächen für die Ernährung seiner Familie nicht ausreichten, wurde ihm erlaubt, neben Haus und Stallung noch eine Sägmühle zu bauen. Gebaut wurde diese am Fuß des Geiskopfes. Die Sägemühle wurde im selben Jahr samt Wohngebäude errichtet. Der Standort gehörte seinerzeit zu einem Kondominium von Pfalz-Zweibrücken und Leiningen-Heidesheim. Im Laufe der nächsten Jahre ging der Bestand aus unbekannten Gründen an den Oberschultheißen Wendel Metzger aus Albersweiler über.

Einige Jahrzehnte später entstand etwas oberhalb auf dem benachbarten Geiskopf eine Hofsiedlung, mit der der Geißwieserhof eng verbunden war. 1752 ging der Sägmühlbestand auf der Geiswiese zu Ende. Da jedoch kein Bewerber für den benachbarten Geiskopf in Sicht war, erklärte sich der bisherige Betreiber der Sägmühle Wendel Metzger bereit, die Mühle so lange zu betreiben, bis ein Pächter für den Geiskopf gefunden sei. Die Mühle hatte in der Folgezeit wechselnde Besitzer.

Als am 29. Mai 1759 der ganze Geiskopf in Flammen stand, blieb von den Gebäuden auf der Geiswiese lediglich die Sägmühle vom Feuer verschont. Es wurde gemutmaßt, dass Holzdiebe das Feuer ausgelöst hätten. Aufgrund dieses Ereignisses entschloss sich die gemeinschaftliche Herrschaft Leiningen-Zweibrücken endgültig, den Geiskopf in Erbbestand zu geben. Zunächst wurde jedoch am 16. März 1770 der Sägmühlbestand auf der Geiswiese erneut versteigert. Leonhard Bügler, Sohn des etwa seit 1740 auf der Geiswiese ansässigen Andreas Bügler, übernahm die Sägmühle, das nach dem Waldbrand notdürftig instand gesetzte Wohnhaus sowie Äcker und Wiesen. Da mit der inzwischen einsturzgefährdeten und baufällig gewordenen Sägmühle nichts mehr zu verdienen war, wurde ihm 1772 erlaubt, sie zu einer kleinen Scheune umzubauen. Die Kosten in Höhe von 111 Gulden wurden von den herrschaftlichen Besitzern übernommen. Einige Jahre später entstand auf dem Gelände ein Hof, den Adam Heubelm – Schwiegersohn von Andreas Bügler – übernahm.

Im Urkataster von 1839 ist die Mühle nicht mehr aufgeführt. Am 6. Mai 1864 wurde das Gelände vom bayerischen Staat aufgekauft und die zugehörigen Häuser daraufhin abgerissen.

Reminiszenz Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Standort mit dem Ritterstein 187 gekennzeichnet. Die letzten Reste des Hofes verschwanden bei der Errichtung des nahen Parkplatzes.

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Einzelnachweise

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