Zaar ist ein Instrumentaltitel des britischen Pop-Rock-Musikers Peter Gabriel aus dem Jahr 1989.
Entstehung und Veröffentlichung Peter Gabriel komponierte den Soundtrack für den Spielfilm Die letzte Versuchung Christi(orig. ) von Martin Scorsese, der 1988 in die Kinos kam und auf dem Roman Die letzte Versuchung von Nikos Kazantzakis basiert. Nach dem Kinostart 1988 überarbeitete Gabriel das Musikmaterial aus dem Film und nahm Zaar im folgenden Jahr in sein Album Passion: Music for The Last Temptation of Christ auf. Der Titel wurde von Februar 1988 bis März 1989 in den Real World Studios in Box, Wiltshire aufgenommen.
Eine bearbeitete Version des Songs erschien 1990 auf Gabriels Kompilationsalbum Shaking the Tree: Sixteen Golden Greats. Das Musikvideo erschien zuerst 1993 auf der Video-Kompilation All About Us. mit Stereoton und 2004 erneut auf seiner Kompilations-DVD Play: The Videos. Für die Version auf Play: The Videos wurde für die Tonspur ein 5.1-Surround-Sound-Mix in DTS sowie in Dolby Digital erstellt.
Zaar wurde bei der Secret World Tour von 1993 bis 1994 als Einleitung vom Band gespielt. Bei der Latin American Tour 2009 wurde das genauso gemacht.
Hintergrund Nach den Liner Notes zu dem Album Passion wurde Zaar „um einen traditionellen ägyptischen Rhythmus herum geschrieben, der zur Abwehr böser Geister gespielt wird“. Gabriel erinnerte sich daran, dass ihn der ägyptische Rhythmus faszinierte, und merkte an, dass das ursprüngliche Tempo schneller war als das auf der Aufnahme von Passion. Der rohe und unbearbeitete Rhythmus-Titel, den Gabriel als „treibend“ beschrieb, wurde auf etwas mehr als die Hälfte der ursprünglichen Geschwindigkeit verlangsamt, was laut Gabriel zu einer „düsteren und stimmungsvolleren Grundlage“ für diesen führte. Die Perkussion des Songs wurde von dem ägyptischen Musiker Hossam Ramzy gespielt, der zahlreiche Instrumente einschließlich der Daf spielte. Ergänzt wurde die Perkussion durch Teile, die Mahmoud Tabrizi-Zadeh auf einer gestrichenen Kamantsche spielte, L. Shankar auf der Doppelvioline, der berühmte afrikanisch-amerikanische Session-Musiker Nathan East am Bass, einige bearbeitete Gitarrenparts von David Rhodes und Keyboard-Samples, die Gabriel von einem Audioframe und einem Akai S900 ansteuert. Gabriel bezeichnete Zaar als einen seiner Lieblingssongs auf dem Album und sagte, dass er „mit einer bestimmten Textur beginnt und ganz anders endet. Das war eine Art natürlicher Verlauf.“. Einige der Perkussion-Passagen von Zaar, darunter die Daf- und Surdo-Tracks, wurden später in Gabriels Song Digging in the Dirt aus seinem 1992 erschienenen Album Us verwendet.
Bedeutung Das Wort Zār wird in den Ländern rund um den Persischen Golf verwendet, um einen Geist zu beschreiben, der Menschen besetzen kann, die Leiden, die diesen Geistern zugeschrieben werden, und die Rituale, die mit der Behandlung dieser Leiden verbunden sind. In Kulturen am Horn von Afrika und benachbarten Kulturen im Mittleren Osten bezeichnet es einen Dämon. Der Begriff Zār wird in dem Klassifikationssystem der Psychiatrie Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM; für „diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungen“) als kulturgebundenes Syndrom angesehen.
Musikvideo Bei dem Musikvideo führte der deutsche Maler, Videokünstler und Filmemacher Stefan Roloff Regie. Es zeigt animierte Gemälde, auf denen Boote, Kriegsschiffe, Früchte, Tische und ein Paar beim Autofahren zu sehen sind. Das im Musikvideo verwendete Filmmaterial stammt aus einem „bewegten Gemälde“ mit dem Titel Lunch, das Roloff 1986 geschaffen hatte und für dessen Fertigstellung er drei Wochen benötigte. Er sagte, dass das Musikvideo „die Veränderungen einer menschlichen Beziehung nachzeichnet“. In einem Interview mit dem Musikmagazin Record World aus dem Jahr 2007 nannte Gabriel das Musikvideo zu Zaar als eines seiner Lieblingsvideos.
Mitwirkende Musiker Bill Cobham – Trommeln, Perkussion Nathan East – Bassgitarre Peter Gabriel – Surdo, Perkussion, Audioframe, Akai S900, Stimmen Hossam Ramzy – Tamburin, Dafs, Tabla, Fingerzymbeln, Triangel David Rhodes – E-Gitarre David Sancious – Begleitgesang L. Shankar – Doppel-Geige Mahmoud Tabrizi-Zadeh – Kamantsche
Technisches Personal David Bottrill – Tontechnik, Mixing Ian Cooper – Mastering Peter Gabriel – Produktion, Mixing
Rezeption Das US-amerikanische Musikmagazin Musician schrieb, dass „das fesselnde Zaar ein Beispiel dafür ist, wie Gabriel sich mit mehr Begeisterung als für die heiligen, andächtigen Aspekte der Geschichte Christi in die Darstellung ihrer dunklen, gefährlichen Aspekte stürzt“. Das Magazin Sound on Sound charakterisierte den Song als „kraftvolle, tänzerische, rhythmische Melodie, die ein wenig an einen ägyptischen Sonnentanz erinnert“. Außerdem hoben sie den „donnernden Anfang“, den „taktilen Einsatz ethnischer Perkussion“ und die Gitarrenarbeit von David Rhodes hervor, die ihrer Meinung nach zu „einem der besten Momente des Albums“ führte. Ryan Reed von dem Magazin Rolling Stone war der Ansicht, dass „Zaar“ den „multikulturellen Ansatz“ des Albums Passion am wirkungsvollsten zur Geltung brachte und „den majestätischen Höhepunkt des Albums“ darstellte.
Siehe auch Liste der Lieder von Peter Gabriel
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Lied 1989 Kategorie:Filmsong Kategorie:Weltmusik-Song Kategorie:Werk der Instrumentalmusik Kategorie:Peter-Gabriel-Lied Kategorie:Lied von Peter Gabriel