mini|Fra Giovanni da Verona, Bildausschnitt aus Sodomas Wie Benedikt zwei Mönchen in der Ferne erscheint und ihnen den Bau eines Klosters entwirft Fra Giovanni da Verona, auch Giovanni da Verona (* um 1457 in Verona; † 10. Februar 1525 ebenda), war ein italienischer Holzschnitzer, Intarsiator und Miniaturmaler, der dem Olivetanerorden angehörte.
Leben Die wichtigsten Informationen über Giovanni da Veronas Leben stammen aus den „Tabulae familiarum“, den Personalregistern seines Ordens. Es gibt einige Unklarheiten in seinen Lebensdaten, da mehrere gleichnamige Ordensangehörige zur gleichen Zeit lebten. Giovanni wird in den Registern als „senior“ aufgeführt, was ihn von einem Novizen sowie dem Schwager des Malers Giovanni Caroto unterscheidet. Es ist unklar, ob er mit einem anderen Giovanni di Marco identisch ist.
Es wird angenommen, dass Giovanni von Fra Sebastiano da Rovigno unterrichtet wurde, mit dem er häufig in verschiedenen Städten in Kontakt war. Seine Lebensdaten sind im Allgemeinen gut fassbar und zeigen seine Aufenthaltsorte in verschiedenen Klöstern. Die erste Periode seiner Tätigkeit reicht bis 1506 und umfasst Orte wie Monte Oliveto Maggiore, Ferrara und Verona, wo er als Novize begann und seine ersten professionellen Schritte machte. In der zweiten Periode von 1506 bis 1525 war er in Neapel, Rom und weiteren Teilen Oberitaliens tätig.
Giovanni hatte zahlreiche Schüler, darunter Antonio Preposito und Fra Vincenzo dalle Vacche. Seine bekanntesten Arbeiten sind die in Verona, insbesondere das Chorgestühl in der Kirche Santa Maria in Organo, an dem er von 1491 bis 1499 arbeitete und das heute als eines seiner Hauptwerke angesehen wird. Obwohl er als Bronzegießer und Marmorbildhauer bekannt war, ist ihm kein heute noch erhaltenes Werk in diesen Materialien mit Sicherheit zuzuordnen. Es gibt jedoch einige Zuschreibungen, wie eine Madonna im Kloster Monte Oliveto Maggiore.
Giovanni da Verona führte auch verschiedene Holzarbeiten aus, darunter einen hölzernen Osterleuchter und ein Buchregal, die beide in diesem Kloster aufbewahrt werden. In Neapel sind Überreste seines Werkes im Oratorio di Sant’Anna dei Lombardi erhalten, wo sein Gestühl stark restauriert wurde. In Rom arbeitete er an verschiedenen Projekten, darunter Gestühle im Vatikan, von denen nur noch einige Teile existieren.
Auch von seinen späteren Werken sind nur Fragmente erhalten geblieben, wie ein geschnitzter Rahmen und eine Tür im Palazzo Comunale in Monte San Savino. Bei den Arbeiten in Villanova del Sillaro, für die ursprünglich 35 Sitze bestellt waren, blieben letztendlich von 23 ausgeführten Sitzen nur 11 erhalten. Diese wurden 1868 von Michele Caffi in der katholischen Kirche Santa Maria della Clemenza e Bernardo aufgefunden. Auch von seinen Miniaturen der 20 Chorbücher sind nur einige Reste erhalten geblieben.
Sein heutiger Ruhm beruht vor allem auf seinen Arbeiten in Santa Maria in Organo. Das Chorgestühl, das er im Jahr 1499 vollendete, war ein Beweis für sein Können und erstreckte sich über zwei Reihen mit zahlreichen kunstvoll gestalteten Sitzen. Es enthält Intarsien mit Landschaftsdarstellungen, die seine Verbundenheit zur Region und sein künstlerisches Talent widerspiegeln. Weitere Darstellungen zeigen halbgeöffnete Bücherschränke, hinter denen viele verschiedene Gegenstände wie liturgische und astronomische Geräte, Bücher, Schreibzeuge, Kerzen und Musikinstrumente zu sehen sind. Ein Gesangspult mit einem dreiseitigen Sockel und Intarsien gehört ebenfalls dazu. Es zeigt zwei aufgeschlagene, lesbare Antiphonarien und eine dekorative Zierleiste mit Füllhörnern und Putten.
Die Altarrahmen in den Seitenkapellen des Chors sind teilweise zerstört, doch der große geschnitzte Osterleuchter ist erhalten geblieben. Er ist über vier Meter hoch und zeigt aufwendige Reliefs, Fruchtkränze und Chimären, die Figuren von Heiligen und Engeln tragen. Die Wandvertäfelung in der Sakristei ist im Stil der Hochrenaissance und sehr kunstvoll gestaltet, mit geschnitzten Ornamenten und Intarsien, die Ansichten wie etwa ein römisches Amphitheater zeigen. An den Säulen finden sich Darstellungen von Werkzeugen, Trophäen und Ornamenten.
Vasari erkannte die Bedeutung des Künstlers und lobte dessen Fortschritte in der Kunst der Intarsia. Giovanni da Verona übertraf nicht nur seine Vorgänger, sondern perfektionierte auch bereits bekannte Techniken mit Säuren und Pigmenten zum Färben und Beizen des Holzes. Weitere Stärken Giovanni da Veronas waren die Sorgfalt seiner Ausführung und die Klarheit seiner Entwürfe. Seine Arbeiten hatten oft auch Einfluss auf die jeweilige lokale Kunst, er hinterließ vielerorts seine Spuren.
Werke (Auswahl)
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