miniatur|Palazzo San Massimo in Salerno: Fassade Der Palazzo San Massimo, auch Palazzo Maiuri genannt, ist ein Palast in Salerno in der italienischen Provinz Kampanien, dessen Geschichte eng mit dem gleichnamigen Kloster und der Kirche in seinem Inneren verbunden ist. Ihre Existenz ist ab dem 9. Jahrhundert nachgewiesen. Der Palast liegt am Largo San Massimo, 28, in einem Stadtviertel, das einst als „Plaium Montis“ genannt wurde und Teil des historischen Zentrums der Stadt ist.

Heute hat der Palast vier Stockwerke. Wie man aus Reliefen, der fotografischen Dokumentation und der Planimetrie sieht, umfasst der Komplex San Massimo eine Fläche von etwa 3700 m²: Im ersten Stockwerk 250 m², im zweiten 1400 m², im dritten 1300 m² und im vierten 700 m².

Geschichte und Beschreibung Die Kirche San Massimo miniatur|Die entweihte Kirche San Massimo. Die ursprünglichen Stützsäulen wurden durch Pfeiler verstärkt. Die Kirche wurde als Vorlesungssaal genutzt, als im Palast das Liceo Artisitico Andrea Sabatini von Salerno untergebracht war. Schlüsselperson in der Geschichte der Kirche San Massino war der langobardische Herzog Guaiferio (861–888). Als das kurze herzogliche Herrschaft von Dauferio Balbo endete, sah Guaiferio viele Besitzungen in seinen Händen und versuchte, eine Politik der zentralen Vermögensverwaltung einzuleiten. Obwohl es mit Sicherheit auch religiöse Faktoren gab, lagen vermutlich eher solche praktischer Natur dem Bau der Kirche San Massimo zugrunde.

Im Codex diplomaticus Cavensis findet sich folgender Gründungsakt der Kirche aus dem Jahre 868 auf Betreiben des oben erwähnten Guaiferio:

Guaiferio erklärte, dass er die Kirche San Massimo vollständig in der Nähe seines Hauses erbaut habe. Die Familie des Erbauers konnte direkt durch einen Gang mit Tonnengewölbedecke dorthin gelangen, der vermutlich heute noch existiert, und für sie war eine Nebentüre reserviert, die in einen darunter liegenden Raum führte, in dem ein Altar zu Ehren des Heiligen Bartholomäus aufgebaut war. Nach dem Tod von ‚‘Guaiferio‘‘ konnten seine Kinder ihren Besitz dank zahlreichster Stiftungen an die Kirche nach und nach mehren. Zur Bestätigung dessen, was über die Stiftung von San Massimo gesagt wurde, muss man bemerken, dass Anfang des 20. Jahrhunderts bei Sicherungsarbeiten im Inneren des Palastes zwei große Marmorblöcke gefunden wurden. Die beiden gut erhaltenen Blöcke bildeten einst einen einzigen Block: Von diesem wurde ein Ende nicht gefunden. Auf den beiden Blöcken steht klar zu lesen:

Vermutlich sollte das fehlende Teil auf den Bau der Kirche anspielen. Die Inschrift besitzt zweifellos einen großen Wert und ermöglichte es, die genaue Lage der Kirche zu lokalisieren. Problematischer war es dagegen, die Lage des Hauses des Herzogs in Bezug auf die Kirche zu finden. Nach Amarotta finden wir die Residenz von Guaiferio im Nordosten der Kirche, wogegen sie Ruggiero vermutlich südlich davon verortet, unter der heutigen Via Trotula de Ruggiero, und man konnte von einem ins andere Gebäude durch einen Gang gelangen, der heute eine Tonnengewölbedecke besitzt. Diese Hypothese wird durch den Fund einiger Dokumente aus dem 16. und 17. Jahrhundert gestützt. Wenig weiß man über das 11. und 12. Jahrhundert; sicher ist, dass trotz einer scheinbaren Großartigkeit sich die ersten Anzeichen des Verfalls abzuzeichnen begannen. Tatsächlich erklärte der Abt Adelferio in Gegenwart des Herzogs Gisulfo II., dass er sich in einer ernsten Lage befände, sodass er darum bat, die Ländereien und Häuser der Kirche verkaufen zu dürfen. Wenn man die Dokumente von Cava liest, kann man auch eine Verringerung der Anzahl der Stiftungen zugunsten von San Massimo erkennen: Die letzten stammen aus dem Jahr 1012. Genau in dieser Zeit gewann die Benediktinerabtei der Heiligsten Dreifaltigkeit von Cava wegen seiner religiösen Aktivitäten an Bedeutung, die untrennbar mit einem wirtschaftlichen Impuls verbunden waren. So fielen die Kirche San Massimo und all ihre Filialen an die Benediktiner der Abtei Cava, die sie etwa ein halbes Jahrtausend verwalteten. Die unveröffentlichten pastoralen Besuche im 16. und 17. Jahrhundert zeigen einen zunehmenden Verfall: Die Kirche war schmutzig und wurde aufgelassen, es gab keine Beleuchtung und kein Weihwasser mehr, aber beim pastoralen Besuch im Jahre 1615 versuchte man, eine Lösung zu finden: Man liest, dass die Äbte, wenn keine Messe mehr gehalten wurde, die Kirche geschlossen und sauber halten mussten. 1625 wurde bestätigt, dass es nötig sei, die Kirche mit allem auszustatten, was für die Feier der heiligen Messe benötigt würde. Dennoch wurden diese Hinweise nicht beachtet und 1620 verpachtete die Abtei Cava das Anwesen San Massimo an die Familie Granito. Auch die Gebäude, wie die Kirche, verfielen in diesen Jahren zusehends. Aus einem Brief, den ‚‘Horatio Cicere‘‘, ein Kanoniker aus Salerno, an die Pater der Heiligsten Dreifaltigkeit von Cava adressierte, kann man ersehen, dass die Gebäude in den fünf Jahrhunderten der Verwaltung durch die Abtei Cava keinerlei Restaurierungs- oder Erhaltungsarbeiten erfahren hatten.

Der Palazzo San Massimo im 17. Jahrhundert miniatur|Fassade des Palastes am Largo San Massimo. Im Erdgeschoss sind zu sehen (von rechts nach links): Der ehemalige Eingang zum Liceo Artistico Andrea Sabatini, das Fenster der entweihten Kirche und der gedeckte Gang zur Via Trotula de Ruggiero. 1664 verkaufte die Abtei die Gebäude und die Kapelle von San Massimo an die Familie Mauro. Erstmalig nach sechs Jahrhunderten kam der Komplex San Massimo somit in die Hände einer privaten Familie aus dem Ort. Aus dem langen Kaufvertrag ersieht man eine reichhaltige Beschreibung des Zustands der Gebäude Mitte des 17. Jahrhunderts. Man liest dort, dass zu dieser Zeit 21 Räume existierten, davon neun im Erdgeschoss und zwölf in den oberen Stockwerken. Von den neun Räumen im Erdgeschoss hatten drei eine Gewölbedecke, während die Räume im ersten Obergeschoss über der öffentlichen Straße lagen (Dies bezieht sich sicherlich auf den Teil des Gebäudes, der noch heute über dem Vicolo San Massimo liegt) und die anderen besaßen ein mit Ziegeln gedecktes Dach darüber. Darüber hinaus wurde die Loggien und die Treppe erwähnt, auch wenn wir nicht mit Sicherheit wissen, wo diese zu finden ist. Danach ging man zur Beschreibung der Kapelle über, also der alten Kirche, die von ‚‘Guaiferio‘‘ erbaut worden war. Damals existierten auch zwei Gärten: Einer im Norden, anschließend an das Anwesen von Paolo da Rienzo und ein weiterer, kleinerer im Süden, wo es einen Brunnen mit fließendem Wasser gab, der vom Kloster San Nicola della Palma stammte. Diesen Brunnen gibt es heute noch, er findet sich in dem Gärtchen auf dem Niveau der Via Trotula de Ruggiero. An den Kaufvertrag angehängt ist auch ein Plan, der in seiner Einfachheit klare Hinweise darauf liefert, wie sich der Komplex San Massimo im 17. Jahrhundert darstellte.

Die öffentliche Straße auf dem Niveau der heutigen Via San Massimo entspricht genau der heutigen. Die Kapelle mit einem Weiher davor war dagegen umgeben von Gärten und es gab weder Hinweise auf das Monumentalportal noch auf die Treppe, die sich heute nördlich dieses Weihers befindet. Eine separate Diskussion verdient dagegen der südliche Teil des Baukörpers. Man kann aus dem Plan klar erkennen, wie der Palast i seiner Gesamtheit aus dem unteren Niveau erstreckte, wogegen es keinen Hinweis auf weitere Gebäude auf dem oberen Niveau gibt. Das Altenheim, das Buongiorno beschrieb, zeigte sich abschließend der als Kern des heutigen bereits die alte Kirche einschloss. Es ist somit möglich, dass es auf den Gebäuden der Kirche errichtet wurde, die im vorhergehenden Jahrhundert der Abtei von Cava gehörten.

Die Umbauten im 18. Jahrhundert miniatur|Ansicht des Komplexes von der Via Trotula de Ruggiero aus Verwirrend sind die überkommenen Informationen über die Situation des Komplexes San Massimo Anfang des 18. Jahrhunderts.

Aus dem Bericht eines pastoralen Besuches im Jahre 1725 kann man ersehen, dass es in der Kirche folgende Dinge gab: „(...) zwei Glaskassetten enthalten die Reliquien der Heiligen Massimo und Eusebio: Schließlich ist die besagte Kirche voll geschmückt und durch einen einzigen Altar verziert, wo ein Gemälde mit den Abbildern der Jungfrau und des Erzengels Michael und des Heiligen Sebastian ausgestellt ist. Dort gibt es auch eine sehr alte Krypta, in der zurzeit keine sakrale Zeremonie abgehalten wird; dort besteht die Pflicht, an jedem Samstag eine Messe zu feiern (...)“. Dieses Dokument ist das einzige, das das Vorhandensein einer Krypta auf einem unteren Niveau erwähnt, worüber es jedoch keine Aufzeichnungen gibt. Vermutlich muss es sich um dieselbe Krypta handeln, in der fast 1000 Jahre vorher Guaiferio den dem Heiligen Bartholomäus geweihten Altar aufstellen ließ. Weitere Informationen über den Zustand der Kirche erhalten wir von der Aufzeichnung eines pastoralen Besuches im Jahre 1730, in denen auch die Kapelle der Heiligen Massimo und Eusebio erwähnt wurde, während 1731 auf das Problem der Feuchtigkeit hingewiesen wurde, die durch Wasser verursacht wurde, das aus nahegelegenen Quellen floss und die Kirche heimsuchte. Während desselben Besuches wurde gefordert, den Glockenturm zu verstärken und weiß zu streichen, sowie, ihn mit einem Kreuz zu versehen. Somit kann man bestätigen, dass die Kirche San Massimo Anfang des 18. Jahrhunderts einen Glockenturm besaß, von dem allerdings heute keine Spur mehr zu finden ist. Ein weiteres Dokument, das sehr wichtig für die historische Rekonstruktion des Palastes ist, stammt vom 5. März 1755; darin ist der Besitzübergang von der Familie Mauro an die Familie Parrilli vermerkt. Die Umbauten im 19. Jahrhundert Von 1828 stammt eine Bewertung der Kirche, die vielleicht das komplexeste Zeugnis in der Geschichte des Palastes ist; darin ist vom Abriss der Kapelle von San Massimo die Rede, über die es aber keine sichere Erkenntnis gibt. Wenn man das Dokument zum ersten Mal liest, könnte man den Eindruck gewinnen, dass, da es sich um eine vorsorgliche Bewertung handelt, ein solcher Abriss nicht effektiv stattgefunden habe; darüber hinaus ist in dem Dokument die Abmaße der gesamten, abzureißenden Kapelle angezeigt, diese Abmaße entsprechen denen der heutigen Kapelle plus den dahinter liegenden Räumen, die heute als Duschen genutzt werden. Dennoch erkennt man, wenn man das Dokument sorgfältig liest, dass von „einer Kapelle, die abgerissen werden musste“, die Rede ist, so, als wäre dies bereits durchgeführt. Am 3. September 1852 fanden sich die Herrschaften Domenicantaro Vairo, Felicia Parrilli und Teresa Parrilli vor dem Notar Gesualdo Casalbore ein, um das Erbe des verstorbenen Antonio Parrilli erhalten.

Das Erbe bestand aus „einem Palast mit Gärten und anderem Zubehör, gelegen in Salerno in der Strada Dattilo und an der Salita Sant'Antonio, beschrieben und im Detail bewertet vom Architekten Don Michele Santoro“. In diesem Dokument aus dem 19. Jahrhundert findet man die genaueste Beschreibung, die man bis heute gefunden hat, die es ermöglicht, mit angemessener Präzision den Plan des Gebäudes im 19. Jahrhundert nachzuzeichnen.