mini|Beate Ditzen bei ihrer Antrittsvorlesung als Direktorin des Instituts für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg (2016) Beate Ditzen (* 1975) ist eine deutsch-schweizerische Psychologin und als Universitätsprofessorin an der Universität Zürich mit Affiliation am Universitätsklinikum Heidelberg der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg tätig.

Leben und Wirken Ditzen studierte Psychologie an der Technischen Universität Darmstadt, wo sie 1997 das Vordiplom erwarb. Ihr Studium setzte sie an der Université de Bourgogne fort und erhielt dort im folgenden Jahr die dem Bachelorgrad entsprechende Licence de Psychologie. Ihr Diplom erwarb Ditzen 2002 an der Humboldt-Universität zu Berlin. Anschließend trat sie eine Stellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin von Ulrike Ehlert an deren Lehrstuhl an der Universität Zürich an. 2004 wurde Ditzen dort unter Betreuung von Markus Heinrichs zur Dr. phil. promoviert. Am Zentrum für Neurowissenschaften Zürich wurde sie im selben Jahr in Neuroscience auch zur Ph.D. promoviert. In der Folge war sie als postdoktorale Forschungsassistentin an der Emory University tätig. 2007 kehrte sie als Oberassistentin an das Psychologisches Institut der Universität Zürich zurück. Dort erwarb sie 2010 postgradual einen Master of Advanced Studies in Psychotherapy und schloss 2013 die Weiterbildung zur Paartherapeutin ab. 2013 lehnte sie einen Ruf der Universität Göttingen auf einen Lehrstuhl für Klinische Psychologie ab und wechselte stattdessen 2014 an das Universitätsklinikum Heidelberg, wo sie bis 2025 das Institut für Medizinische Psychologie leitete. In Heidelberg gründete sie am Institut 2016 ein biochemisches Analyse-Labor und 2020 eine Psychotherapeutische Hochschulambulanz für Forschung und Lehre. Seit 2018 ist sie Vertrauensdozentin und seit 2022 im Vorstand der Studienstiftung des deutschen Volkes tätig. In den Jahren 2016 und 2019 erhielt sie den Betreuerpreis der Fachgruppen Klinische Psychologie und Psychotherapie (2016) und Biologische Psychologie (2019) der Deutschen Gesellschaft für Psychologie.Betreuer-/Arbeitsgruppen-Evaluation, abgerufen am 5. November 2025

Im Januar 2025 wurde Ditzen an der Universität Zürich zur ordentlichen Professorin für Klinische Biopsychologie und Psychotherapie ernannt und trat diese Stellung zum August 2025 an.Ernennungen vom 27. Januar 2025, abgerufen am 5. November 2025 Dort leitet sie seitdem die gleichnamige Abteilung am Psychologischen Institut der Universität Zürich sowie gemeinsam mit Birgit Watzke die Weiterbildung in kognitiver Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin und (gemeinsam mit Birgit Watzke und Sven Tholen) die Weiterbildung in kognitiv-verhaltenstherapeutischer Supervision.

Forschung Ditzens Forschungsschwerpunkte liegen insbesondere in psychologischen und neurobiologischen Mechanismen der Bindung und Interaktion von Paaren. Dabei erstreckt sich ihre Forschung auf die Auswirkung der Paarbeziehung auf die psychische und körperliche Gesundheit beider Partner und neurohormonelle Mechanismen dieser Wirkung. Im Hinblick auf das Hormon Oxytocin untersuchte Ditzen mit ihrer Forschungsgruppe die Auswirkung von Konflikten innerhalb der Paarbeziehung. Ihre Forschungsergebnisse legen eine beruhigende und deeskalierende Wirkung von Oxytocin nahe.Ditzen et al., (2009). Intranasal Oxytocin Increases Positive Communication and decreases Cortisol Levels during Couple Conflict. Biological Psychiatry, https://doi.org/10.1016/j.biopsych.2008.10.011 Neuere Studien zeigen auch die Interaktion von Oxytocin und dem Paarverhalten, hier v. a. Berührung, in ihrer Wirkung auf Stress und die dermatologische Wundheilung. Im weiteren Umfeld der Stressforschung forscht Ditzen zu den neuroendokrinen Mechanismen von Stress und Stressbewältigung und erforscht insbesondere in gynäkologischer Hinsicht die Auswirkung von Stress auf den weiblichen Organismus. Einen weiteren Forschungsschwerpunkt bilden die psychosoziale Aspekte der digitalen Medizin.

Publikationen (Auswahl) Bücher

Aufsätze B. Ditzen, M. Schaer, B. Gabriel, G. Bodenmann, U. Ehlert, M. Heinrichs: Intranasal oxytocin increases positive communication and reduces cortisol levels during couple conflict. In: Biological psychiatry. Band 65, Nr. 9, 2009, S. 728–731. M. Eckstein, I. Mamaev, B. Ditzen, U. Sailer: Calming Effects of Touch in Human, Animal, and Robotic Interaction—Scientific State-of-the-Art and Technical Advances. In: Front. Psychiatry. Band 11, 2020, S. 555058. doi:10.3389/fpsyt.2020.555058 S. Jennissen, J. Huber, B. Ditzen, U. Dinger: Association between nonverbal synchrony, alliance, and outcome in psychotherapy: systematic review and meta-analysis. In: Psychotherapy Research. Band 35, Nr. 7, 2025, S. 1213–1228.

Weblinks

Beate Ditzen am Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Heidelberg Beate Ditzen am Psychologischen Institut der Universität Zürich

Einzelnachweise

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