mini|Fumie Shibata 2017 Fumie Shibata (; geboren 1965 in Fujiyoshida) ist eine japanische Produktdesignerin.

Leben und Werk Shibata wuchs in einer kleinen Stadt in der Präfektur Yamanashi auf, die traditionell für die Verarbeitung von Seide bekannt war. Ihre Eltern lebten von der Textilwirtschaft. Sie stieg nicht in das Familienunternehmen ein.

Nach dem Studienabschluss an der Kunsthochschule Musashino arbeitete sie drei Jahre lang am Toshiba Design Center und entwarf dort Computer- und Kernspintomografen. Als eine der ersten Frauen in Japan gründete Fumie Shibata 1994 ein eigenes Studio für Produkt- und Industriedesign, das Design Studio S. Anfangs war die Auftragslage schlecht. Erst nach dem Gewinn des Kainan-Designwettbewerbs mit einem Entwurf für eine Badezimmerwaage wurde man auf sie aufmerksam. Sie wurde anschließend mit dem Entwurf für eine Toilettenbürste beauftragt. Dies war der erste ihrer Haushaltsartikel, der in Produktion ging.

Fumie Shibata arbeitete in den Anfangsjahren schwerpunktmäßig für die Gesundheitsbranche und entwickelte das Design für Elektrogeräte. Zu den diversen anderen Objekten aus ihrem Werk gehörte beispielsweise eine Babygabel, die an einen Schnuller erinnerte oder ein Getränkeautomat mit Touchscreen. Später entwarf sie Möbel, Einrichtungen und auch Handtaschen sowie Koffer. Zu den von ihr entwickelten Designs gehören MUJIs a sofa that fits yor body. Shibata hat für dänische Unternehmen wie Holmegaard und Fritz Hansen entworfen. Sie war als Creative Director für Capsule-Hotels tätig und entwickelte das Konzept für das Hotel-Segment nine hours. 2017 eröffneten 9h Akasaka und 9h Women Kanda. Für den Hersteller Brokis entwarf sie 2020 die Außenleuchte Bonbori, die traditionellen Papierlampen nachempfunden ist. Das Licht ist sehr weich. Für die Gestaltung explizit weiblicher Produkte wurde sie selten angefragt.

Fumie Shibata lehrt an der Tama Art University im Fachbereich Integrated Design.

2018 und 2019 war sie Mitglied der Jury von Japans größtem Designpreis, dem Good Design Award. Als erste Frau wurde sie zur Juryvorsitzenden gewählt. Zu den Preisen, die sie selbst errang, gehören die Edida Awards in der Kategorie Lighting im Jahr 2021 für die Leuchte BONBORI und der DFA Design for Asia Awards Grand Prize, der iF industrie Forum Design Gold Prize und der Red Dot Design Award. 2025 wurde sie von Japan als Designer of the Year für die Edida Awards nominiert.

Werke (Auswahl) mini|Bonbori, mundgeblasene Glasleuchte mini|Vertebra03 2003 baby label, Gebrauchsgegenstände: Geschirr, Kinderbadewanne, Zubehör 2003 a sofa that fits yor body, Sitz für MUJI 2004 Zutto/IH, Reiskocher 2006 unitea, Kinto, Glasservice 2009 ff. 9h Capsule-Hotel 2012 Tadafusa, Messerset 2013 Kenonkun, medizinisches Thermometer für Omron 2017 Scales, Waage, für MUJI 2019 AWA, Brokis Leuchten 2019 Vertebra03, Itoki, Stuhlserie 2019 Sacco, Kinto, Vasen 2022 Molm, Franky Inc., Koffer 2023 Bamboo forest, Brokis, Höngeleuchten 2024 ERI, Flexform, Sessel

Veröffentlichungen

Fumie Shibata: Forms within Forms. ADP Co Ltd, 2012, ISBN 978-4-9033-4831-5

Literatur

Kapselhotel in Kioto. Fumie Shibata, Masaaki Hiromura, Takaaki Nakamura, Sigma Architectural Design, in: Christian Schittich (Hrsg.): Mikroarchitektur. Kleine Bauten, Temporäre Strukturen, Raumzellen, Edition DETAIL, München, 2010, ISBN 978-3-920034-36-2, S. 162 f., 175. Leseprobe Naomi Pollock: Fumie Shibata. Design Studio S. In: Japanisches Design seit 1945. DuMont, Köln 2020, ISBN 978-3-8321-9984-5, S. 245–247, 424.

Weblinks

Design Studio S

Einzelnachweise

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