Die andere Frage ist ein wöchentliches Reportageformat, das der Westdeutsche Rundfunk (WDR) für das öffentlich-rechtliche Medienangebot Funk produziert und neben der Publikation in der sendergruppeneigenen ARD Mediathek auch über die Plattform YouTube veröffentlicht. Behandelt werden politisch und gesellschaftlich relevante Themen für eine Hauptzielgruppe zwischen 14 und 29 Jahren.
Zielsetzung des Formates Mit Die andere Frage will der WDR nach eigenem Bekunden Antworten auf Fragen liefern, bei denen viele das Gefühl hätten, diese besser nicht laut zu stellen. „Gerade junge Menschen erleben inmitten polarisierter Social Media-Debatten oft, dass sie mit Fragen wie diesen schnell öffentlich angegangen werden. Dabei bräuchte es gerade jetzt einen offenen Austausch über die Fragen, die diese Gesellschaft bewegen und spalten – abseits der politischen Ränder“, hieß es in einer Mitteilung zum Start des Formats. Als potentielle Fragen nennen die Macher folgende: „Steht die Scharia für junge Muslim:innen über allem? Wie reduziert man Drogenkonsum im öffentlichen Raum? Und warum will eigentlich kaum jemand unser Land verteidigen?“ Durch die Reportagen führt in jeder Folge je ein Host.
Im ersten Film stellte die Redaktion die Frage Junge Muslime – steht die Scharia über allem?, nachdem in Hamburg rund 1000 Menschen nach Aufruf der islamistischen Gruppe Muslim Interaktiv demonstriert hatten. Der Chefredakteur des WDR-Newsrooms, der das Format produziert, Stefan Brandenburg, erklärte, man müsse auch dort Antworten auf Fragen geben, „wo es wehtut“, und schrieb zur Pilotfolge: „Klare Fragen, differenzierte Antworten – das ist der Leitgedanke auch für die nächsten Folgen.“
Aktuell hat der Kanal mehr als 30.000 Abonnenten, das meistgesehene Video hat mehr als eine Million Aufrufe. Die Sendung wird geleitet von Franziska Fiedler und Jonas Wixforth.
Hosts Bo Hyun Kim (seit Mai 2024) Tom Schachtsiek (seit Mai 2024) Raphael Markert (seit Mai 2024) Jakob Rhein (seit Mai 2024)
Rezeption Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schlussfolgert in einer Rezension zum Start von Die andere Frage, das Format wolle „diskursiv Ausgegrenzten“ helfen.
Der Tagesspiegel sieht „Die andere Frage“ als eine Antwort auf Kritik, nach der der öffentlich-rechtliche Rundfunk „zu links und zu woke“ sei. Abzuwarten sei, wie gut das Format angenommen werde.
In einem Posting wies WDR-Chefredakteur Brandenburg darauf hin, dass er das Format auch gegen Kritik im eigenen Haus verteidige. So hätten Kollegen zu einer Folge, die Missstände im Hochhaus Weißer Riese in Duisburg dokumentiert, kritisiert, dies diskriminiere „doch die Menschen, die dort wohnen.“ Brandenburg erklärte dazu, es sei trotzdem wichtig, genau diese Realitäten zu zeigen.
Trivia Um seine Zielgruppe, die laut einem Bericht des Medienmagazins Zapp eher „ländlich geprägt“ und „jung“ ist, besser zu verstehen, besuchen Mitglieder der Redaktion regelmäßig Zuschauerinnen und Zuschauer, zum Beispiel Freiwillige Feuerwehren.
Einzelnachweise
Kategorie:YouTube-Serie